Tag : traditionell

Traditionsbloggen 2014: das Zauberhemd

Selbstverständlich gibt es auch dieses Jahr wieder, in guter alter federschwarzer Tradition, die Geschichte von meinem Papa und seinem Zauberhemd.

Es ist nämlich so, das ich auf Silvester Namenstag habe. Mein Name Melanie bedeutet die Dunkle, oder die Schwarze. Und hier starten wir einen kurzen Ausflug in die Geschichte. Der Name Melanie geht zurück auf eine Frau namens “Melania”, welche im 4/5 Jahrhundert lebte. Diese Dame war der Abkömmling eines reichen Senators, der mitten in Rom einen herrlichen Palast besaß. Geheiratet hat sie auch, und zwar auf Druck der Familie im Alter von 13 Jahren, ihr Mann Pinianus war 17 Jahre alt. Den beiden sollte es nicht vergönnt sein, eine Familie zu haben, beide Kinder starben bei oder kurz nach der Geburt. Als Melania ihr zweites Kind nur knapp überlebte entschloss sich das junge Paar zur Enthaltsamkeit. Die Eheleute verkauften all ihr Hab und Gut und schenkten den Erlös den Armen, den Kirchen und Klöstern. 431 starb Pinianus im gelobten Land, wohin sie inzwischeng ezogen waren. Melania zog sich zurück und wurde eine Einsiedlerin auf einem Ölberg – diese Stätte wurde nach und nach selbst zu einem Kloster. Als die ehemals reichste Frau des römischen Imperiums 439 starb, besaß sie noch 50 Goldstücke, welche sie dem Ortsbischof Jerusalems schenkte. Ihr Attribut ist übrigens ein Totenschädel, was mir die Dame ja besonders sympathisch macht 😉

Zurück zum Zauberhemd. Als Kind dachte ich immer, die ganze Welt feiert meinen Namenstag mit bunten Lichtern, Böllern und Raketen. Ich hatte herrliche Namenstage, vor allem, weil mein Papa ein Zauberhemd besaß. Dieses Hemd hatte er natürlich auch während der anderen 364 Tage im Jahr an, aber nur an Silvester entwickelte es seine eigene, ganz spezielle Magie. Dieses Hemd konnte nämlich Geld wechseln. Tat man am Anfang des Abends ein paar Münzen rein, konnte man während des Abends immer mal wieder nachsehen, und jedesmal, wenn ich nachsah, war ein anderer Geldbetrag drin. Mal etwas mehr, mal etwas weniger. Und das, was Punkt Mitternacht in der Tasche des Zauberhemds meines Papas war, das durfte ich behalten.

Jedes Jahr an Silvester muss ich daran denken, es ist eines der wenigen Dinge meiner Kindheit, an die ich mich erinnere. Und jedes Jahr an Silvester schicke ich ein Licht in den Himmel, zu Papa. Dieses Jahr werde ich keine Rakete für Papa haben, denn wir haben um des kleinen Mannes willen auf Sprengstoff verzichtet. Kaufen wir sonst eh nur noch leuchtenden Kram, erfreuen wir uns dieses Jahr am Feuerwerk der Nachbarn. Stattdessen werde ich eine Wunderkerze für Papa abfackeln.

Rutscht gut rein ihr Lieben!

Categories: Immer dieselbe Leier

Von neuen und alten Traditionen

Dieses Jahr ist schon das zweite Weihnachten mit eigener Kernfamilie. Wir sind auf der Suche nach unserem Weg, alte und neue Traditionen so zu vereinen, dass es für uns passt. So wollen wir zum Beispiel jedes Jahr die Krippe in 24 Päckchen aufteilen und in den Adventskalender stecken. Maria und Josef ziehen dabei quer durch die Wohnung zum Stall und die heiligen drei Könige nähern sich mit Sack und Pack und Kamel aus anderer Richtung und treffen dann irgendwann nach Weihnachten bei der Krippe ein. So möchten wir unserem Sohn die biblische Geschichte spielerisch näher bringen. Lieder singen, Weihnachtsbaum (mit echten Kerzen), Kartoffelsalat und Würstchen am 24 – das sind Dinge, aus denen das Weihnachten meiner Kindheit besteht. Vorlesen im Advent, Plätzchen backen, manchmal auch Schlitten fahren, wenn denn mal Schnee lag.

Nun feier ich schon seit Jahren Weihnachten nicht mehr in meinem Elternhaus. Die letzten Jahre waren wir Heilig Abend immer beim Punk, dem Paten der kleinen F(l)edermaus, der zufälligerweise des Mannes bester Freund und mein ehemaliger Mitbewohner ist. Dieser richtet schon seit mindestens fünf Jahren am heiligen Abend eine Party aus, zu der alljene der Gemeinde kommen, die sonst allein zu Hause sitzen würden. Es gibt Raclette und leckere Getränke und egal ob man Fleisch isst oder nicht, ob Alkohol konsumiert wird oder nicht, für jeden ist etwas dabei. Wer jedoch besinnliche Weihnachtslieder oder gar einen Baum oder sonstigen Schmuck erwartet, der wird überrascht sein. Denn traditionell feiert der Punk am heiligen Abend den Geburtstag von Jesus Christus, und entsprechend ist die Wohnung mit Luftballons und Girlanden geschmückt. Tatsächlich könnte man meinen, da sei schon für Silvester geschmückt, aber so ist das eben bei einer Geburtstagsparty, da gehören Luftschlangen und Girlanden dazu 🙂 Ist der Punk besinnlich drauf, legt er ein Weihnachtsalbum der Toten Hosen auf, alternativ hört man die Blockflöten des Todes mit ihrem Happy Birthday Jesus Song. Es ist toll und ich liebe das sehr. Letztes Jahr haben wir die kleine F(l)edermaus mitgenommen, ich bin dann aber aufgrund brüllendem Baby recht schnell wieder gegangen. Ursprünglich wollten wir dieses Jahr gar nicht gehen, wir dachten, Weihnachten und heilig Abend gehört doch der Familie und so – bis mir aufgefallen ist, dass das nicht geht. Heilig Abend ohne Geburtstag feiern beim Punk ist einfach nicht mein, nicht unser heilig Abend. Also sind wir vorgestern doch spontan losgezogen und haben einen wundervollen Abend mit Freunden verlebt. Den vorbereiteten Kartoffelsalat und die Würstchen gab es dann einfach gestern nach der Bescherung. Ich finde die Idee, am 25. morgens zu bescheren nämlich ganz praktisch – so können wir ohne Stress auspacken, das Kind kann den lieben langen Tag mit seinen Geschenken spielen und es ist einfach gemütlich. Vielleicht werden wir es so machen, dass es am 24. einen neuen Schlafanzug gibt – in den können wir dann nach der Party schlüpfen und wir ziehen ihn auch einfach bis zum nächsten Abend nicht mehr aus. Weihnachten im Schlafanzug ist nämlich irre gemütlich, müsst ihr wissen. Das haben wir dieses Jahr ausprobiert und beschlossen, dass wir das auf jeden Fall zur Tradition machen 😀 (Nur das Fieber, den Schnupfen und den Durchfall des zahnenden Kindes, das lassen wir bitte nächstes Jahr einfach weg, ja?)

Ich hoffe, ihr hattet alle ein schönes Fest, wie ihr es haben wolltet, egal ob nun Jesus Geburtstag, Chanukka, Weihnachten, Jul oder was auch immer. Macht es euch schön!

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Traditionsbloggen: das Zauberhemd

Und auch dieses Jahr wieder, in guter alter federschwarzer Tradition, die Geschichte vom Zauberhemd – diejenigen unter euch, die schon länger hier mitlesen, kennen die Geschichte schon, aber es hindert euch ja nix daran, den Artikel einfach zuzumachen 🙂

Es ist nämlich so, das ich auf Silvester Namenstag habe. Mein Name ist Melanie, das bedeutet die Dunkle, oder die Schwarze. Und hier starten wir einen kurzen Ausflug in die Geschichte. Der Name Melanie geht zurück auf eine Frau namens “Melania”, welche im 4/5 Jahrhundert lebte. Diese Dame war der Abkömmling eines reichen Senators, der mitten in Rom einen herrlichen Palast besaß. Geheiratet hat sie auch, und zwar auf Druck der Familie im Alter von 13 Jahren, ihr Mann Pinianus war 17 Jahre alt. Den beiden sollte es nicht vergönnt sein, eine Familie zu haben, beide Kinder starben bei oder kurz nach der Geburt. Als Melania ihr zweites Kind nur knapp überlebte entschloss sich das junge Paar zur Enthaltsamkeit. Die Eheleute verkauften all ihr Hab und Gut und schenkten den Erlös den Armen, den Kirchen und Klöstern. 431 starb Pinianus im gelobten Land, wohin sie inzwischeng ezogen waren. Melania zog sich zurück und wurde eine Einsiedlerin auf einem Ölberg – diese Stätte wurde nach und nach selbst zu einem Kloster. Als die ehemals reichste Frau des römischen Imperiums 439 starb, besaß sie noch 50 Goldstücke, welche sie dem Ortsbischof Jerusalems schenkte. Ihr Attribut ist ein Totenschädel – und da sag noch mal wer was gegen mich als Gothic *hust*Zurück zum Zauberhemd. Als Kind dachte ich immer, die ganze Welt feiert meinen Namenstag mit bunten Lichtern, Böllern und Raketen. Ich hatte herrliche Namenstage, vor allem, weil mein Papa ein Zauberhemd besaß. Dieses Hemd hatte er natürlich auch während der anderen 364 Tage im Jahr an, aber nur an Silvester entwickelte es seine eigene, ganz spezielle Magie. Dieses Hemd konnte nämlich Geld wechseln. Tat man am Anfang des Abends ein paar Münzen rein, konnte man während des Abends immer mal wieder nachsehen, und jedesmal, wenn ich nachsah, war ein anderer Geldbetrag drin. Mal etwas mehr, mal etwas weniger. Und das, was Punkt Mitternacht in der Tasche des Zauberhemds meines Papas war, das durfte ich behalten.

Dieses Jahr werde ich keine Rakete für Papa haben, denn wir haben um des kleinen Mannes willen auf Sprengstoff verzichtet. Kaufen wir sonst eh nur noch leuchtenden Kram, erfreuen wir uns dieses Jahr am Feuerwerk der Nachbarn. Stattdessen werde ich eine Wunderkerze für Papa abfackeln. Rutscht gut rein ihr Lieben!

Categories: Immer dieselbe Leier

Das Zauberhemd

Und auch dieses Jahr wieder, in guter alter federschwarzer Tradition, die Geschichte vom Zauberhemd – diejenigen unter euch, die schon länger hier mitlesen, kennen die Geschichte schon, aber es hindert euch ja nix daran, den Artikel einfach zuzumachen 😉

Es ist nämlich so, das ich auf Silvester Namenstag habe. Mein Name ist Melanie, das bedeutet die Dunkle, oder die Schwarze. Und hier starten wir einen kurzen Ausflug in die Geschichte. Der Name Melanie geht zurück auf eine Frau namens “Melania”, welche im 4/5 Jahrhundert lebte. Diese Dame war der Abkömmling eines reichen Senators, der mitten in Rom einen herrlichen Palast besaß. Geheiratet hat sie auch, und zwar auf Druck der Familie im Alter von 13 Jahren, ihr Mann Pinianus war 17 Jahre alt. Den beiden sollte es nicht vergönnt sein, eine Familie zu haben, beide Kinder starben bei oder kurz nach der Geburt. Als Melania ihr zweites Kind nur knapp überlebte entschloss sich das junge Paar zur Enthaltsamkeit. Die Eheleute verkauften all ihr Hab und Gut und schenkten den Erlös den Armen, den Kirchen und Klöstern. 431 starb Pinianus im gelobten Land, wohin sie inzwischeng ezogen waren. Melania zog sich zurück und wurde eine Einsiedlerin auf einem Ölberg – diese Stätte wurde nach und nach selbst zu einem Kloster. Als die ehemals reichste Frau des römischen Imperiums 439 starb, besaß sie noch 50 Goldstücke, welche sie dem Ortsbischof Jerusalems schenkte. Ihr Attribut ist ein Totenschädel – und da sag noch mal wer was gegen mich als Gothic *hust*

Zurück zum Zauberhemd. Als Kind dachte ich immer, die ganze Welt feiert meinen Namenstag mit bunten Lichtern, Böllern und Raketen. Ich hatte herrliche Namenstage, vor allem, weil mein Papa ein Zauberhemd besaß. Dieses Hemd hatte er natürlich auch während der anderen 364 Tage im Jahr an, aber nur an Silvester entwickelte es seine eigene, ganz spezielle Magie. Dieses Hemd konnte nämlich Geld wechseln. Tat man am Anfang des Abends ein paar Münzen rein, konnte man während des Abends immer mal wieder nachsehen, und jedesmal, wenn ich nachsah, war ein anderer Geldbetrag drin. Mal etwas mehr, mal etwas weniger. Und das, was Punkt Mitternacht in der Tasche des Zauberhemds meines Papas war, das durfte ich behalten.

Und genau wie in den Jahren 2010 und 2011 werde ich auch dieses Jahr eine Rakete mit dem Namen meines Papas drauf gen Himmel schießen.

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Von Traditionen – Hochzeits-ToDo #2

Immer wieder werde ich gefragt, wie die Hochzeitsvorbereitungen laufen. Und immer wieder kann ich nicht mehr tun, als die Schultern zu zucken und zu sagen: och, läuft. Wir müssen fast gar nichts mehr organisieren – das Essen für Freitag mit MudderSeemann absprechen und Bierzeltgarnituren organisieren. Der Liebste besorgt den Brautstrauss. Das alles hat aber noch Zeit. Für die kirchliche Trauung ist es ungleich weniger: der Trauvers war relativ schnell klar. Der Gottesdienst muss noch besprochen werden, ein Termin auf der Burg fehlt noch, um die Technik zu sehen, die vor Ort gegeben ist. Bei der Gelegenheit nehmen wir dann wohl auch den Fotografen mit. Musik fehlt noch, da haben wir aber (hoffentlich) jemanden, der spielt. Eigentlich bleibt nur noch, auf eventuelle Absagen zu warten, damit wir die Sitzordnung erstellen können. Und genau das Warten ist es, was die Sache so unwirklich macht. Das lässt viel Zeit, darüber nachzudenken, was von uns so erwartet wird. Es gibt da ja doch die eine oder andere Tradition:

Wir werden keine Blumenkinder haben. Es werden zwar viele Kinder bei der Trauung dabei sein, und sie dürfen dann auch von mir aus gern überall rumwuseln, aber spezielle Blumenkinder haben wir nicht ausgesucht. Ebenfalls werden wir auf Blechdosen am Auto verzichten. Vom Standesamt aus fahren wir über die Autobahn zur Trauzeugin, und da machen sich Blechdosen eher schlecht 😀 Eine neuere Tradition ist die der Gastgeschenke. Eine hübsche Idee eigentlich, mal sehen, was ich davon machen kann. Vielleicht lässt es sich mit der Tischordnung verbinden… Die Burg hatte da nette Ideen. Die „gehört dazu“ Traditionen wie das Brautstraußwerfen und die vier Sachen, die die Frau bei sich haben sollte, etwas AltesNeuesGeliehenesBlaues, wird es sicherlich geben. Zum einen habe ich auf den letzten drei Hochzeiten, auf denen ich war, den Brautstrauß selbst gefangen (und jedesmal flog das Ding zielsicher in meine Richtung, ich habe mich da eher nicht so drum gerissen) und zum anderen finde ich die Symbolik hinter der Tradition ganz hübsch. Etwas Altes für das bisherige Leben, etwas Neues für das beginnende Eheleben, etwas Geliehenes für die Freundschaft und etwas Blaues für die Treue.

Viele Traditionen dienen dazu, böse Geister zu vertreiben. Das Braut über die Schwelle tragen gehört ebenso dazu wie die Brautjungfern und der Polterabend. Scheinbar lauern überall am Anfang einer Ehe böse Geister – unter der Türschwelle (weshalb die Braut hinüber getragen wird) und auf dem Weg zum Altar (daher die gleichen Kleider der Brautjungfern, die die Geister damit verwirren.) Da sie sich mit Krach vertreiben lassen, poltern viele Paare vorher. Ich weiß, dass das manche unserer Freunde enttäuscht, aber wir wollen es einfach nicht, weil wir nicht daran glauben, dass wir böse Geister in unserer Ehe vertreiben müssen. Wir haben den Segen Gottes, warum bitte da Angst vor irgendwelchen Geistern haben? Bitte bitte bitte – lasst uns in Frieden damit und respektiert, dass wir es nicht wollen. (Mal abgesehen davon, dass der Liebste sich vermutlich einen Bruch heben würde, trüge er mich über die Schwelle.)

Mehr oder weniger gehört der Brautführer auch in diese Reihe – allerdings diente er dazu, die Braut vor irdischen Gefahren wie Überfällen zu schützen und hatte nichts mit der Abwehr böser Geister zu tun. Er schützte die Frau bis zur Eheschließung und übergab sie dann dem Schutz des Mannes, der sie heiratete. Ich mag diese Tradition und bin sehr sehr froh, einen Brautführer zu haben. Vor allem, da er mir sehr wichtig ist – er hat mich getauft und die ersten Jahre meines Glaubens begleitet, war quasi mein Mentor. Er hatte es nicht immer leicht mit mir *grins* Umso schöner finde ich den Gedanken daran, dass er mich aus „seinem Schutz“ quasi dem Schutz meines Mannes unterstellt <3

Ob es eine Versteigerung des Strumpfbandes gibt oder einen Junggesellinnenabschied, weiß ich noch nicht. Mal sehen, was unsere Freunde sich da so ausdenken 😉

Categories: Kein Weg zu weit