Tag : skurril

Obstweitwurf

Wie gestern schon erwähnt, wohnen wir im dritten Stock. Also, eigentlich ist es der zweite, aber wenn man die Balkone zählt, gehört der dritte Balkon zu unserer Wohnung, was daraus resultiert, dass man ein halbes Stockwerk raufgehen muss, um zur ersten Wohnung im Haus zu kommen. Eine Tatsache, die mich immer wieder nachhaltig irritiert, denn auch wenn man die Wohnungen zählt, haben wir die dritte Wohnung, es ist aber eigentlich der zweite Stock, da ja die erste Wohnung als Erdgeschoss gilt. (Ich schätze, solche Überlegungen zeigen mein Verhältnis zu Zahlen sehr gut, weshalb ich auch lieber die deutsche Sprache statt Mathematik studiert habe.)

Anyway, der zweite oder dritte Balkon (je nachdem, ob man allgemeingültiges Zahlenverständnis oder meine eigene Mathematik anwendet) ist jedenfalls unserer. Von unserer Wohnung aus hat man einen schönen Blick auf den vor dem Haus befindlichen Park, es herrscht dort reger Laufverkehr, Menschen eilen dort zur Straßenbahn, tragen ihre Einkäufe aus dem nahen Discounter heim oder führen ihre Hunde spazieren. Die kleine F(l)edermaus liebt es, am Fenster zu stehen und das Treiben draußen zu beobachten. Oft werden Hunde dann mit „wu-wu-wu-wu!“ kommentiert oder er schlägt an das Fensterglas, in der Hoffnung, jemand bemerkt ihn und winkt ihm zu.

Ich stehe also nahezu jeden Tag mit ihm am Fenster und sichere ihn, damit er nicht die Fensterbank herunterfällt. Bei einer dieser Gelegenheiten bemerkte ich schon vor längerer Zeit lustige bunte Flecken auf dem Rasen vorm Haus. Als ich genauer hinsah, identifizierte ich eine illustre Ansammlung verschiedener Obst- und Gemüsearten. Zucchini lag neben Tomate, dazu gesellte sich eine Zitrone, eine Paprika und eine Gurke. Mitunter lassen sich auch Äpfel, Orangen oder Bananen dort finden. Raben und Tauben pickten daran herum und füllten ihren Vitaminhaushalt auf. Im Bezug auf den nahenden Winter vielleicht keine so dumme Idee 😉

Immer mal wieder kann man diese Szene in wechselnder Besetzung beobachten, die einzigen statischen Parameter dabei sind das Kind, welches begeistert an die Scheibe klopft, und ich, die ich hinter ihm stehe und ihn festhalte. Leider werde ich vor dem Umzug wohl nicht mehr herausbekommen, wer hier seinen Obst- und Gemüsevorrat so großzügig mit Flora und Fauna teilt.

Categories: Immer dieselbe Leier

Wie ich einmal den Götterboten zusammenstauchte

Ähm, ja. Halb neun, es klingelt. Der Mann und ich sehen uns erstaunt an. Mein Blick geht prüfend zur Wiege – puh, die kleine F(l)edermaus schläft noch. Glück gehabt. Der Mann drückt auf den Türöffner, es summt hörbar unten – doch keiner macht die Haustür auf. Hm. Klingelstreich, schlussfolgert der Mann. Wir setzen uns grade wieder, da klingelt es erneut.

Genervt ruf ich aus dem Fenster: „Hömma, wenn ihr jetzt noch mal klingelt, komm ich da runter und dann…“ – kommt der Götterbote mit erhobenen Händen unter dem Türsturz hervor und ruft „ich bin’s [nicht schießen!], Hermes, ich hab da ein Paket für euch!“

GAH! Wer rechnet denn auch mit sowas??? :rotwerd:

Hab mich wortreich entschuldigt, ihm erklärt, dass der Kleine (den er erst letzte Woche gesehen hat, da er uns ein Paket brachte) grade erst eingeschlafen ist und überhaupt. Der arme Kerl hatte ne Autopanne und fährt jetzt noch seine Tour. Der Mann flitzte runter, das Paket entgegennehmen, klärte den Götterboten auf, dass er uns da grade das lang ersehnte Geburtstagsgeschenk für die kleine F(l)edermaus brachte und ich suchte derweil ne Leiter, um wieder aus dem Fettnäpfchen zu klettern, in das ich mich kopfüber gestürzt habe…

Categories: Zweite Seele

Monk

Ihr kennt ihn alle, den Privatdetektiv Adrian Monk, oder? Etwas neurotisch, so umschreibt ihn Wikipedia. Ein wenig seltsam, so würde ich sagen. Nicht im „schlimmen“ Sinne, wohlgemerkt. Wir alle haben unsere Ticks und kleinen Neurosen. Ich hab mich gestern mit dem Propheten darüber unterhalten, als ich zufällig in die Serie reinzappte, und musste ein wenig in mich hineingrinsen. Ich hab durchaus auch „monk’sche Macken“ 😉

Zum Beispiel zähle ich Treppenstufen – aber nur, wenn ich die Treppen hinauflaufe. Runter geht ohne zählen. Und auch nicht alle Treppen – die bei mir daheim nicht, die auf der Arbeit dagegen IMMER.

Ich kann nicht schlafen, wenn meine Schultern nicht von der Bettdecke bedeckt sind – selbst im heißesten Hochsommer werde ich da liegen und mir eine Ecke der Decke über die Schulter ziehen.

Und wehe, meine Füße ragen über der Matratze hervor – geht gar nicht. Ob das so eine „Urangst“ aus Kindertagen ist? Die Angst vorm Monster unterm Bett?

Ich setze mich nicht auf Stühle, von denen kurz vorher ein Fremder aufgestanden ist, dessen Körperwärme ich noch spüren könnte. Das finde ich eklig. Wenn ich dagegen die Person kenne, ist es okay.

Und bei euch – was habt ihr für Macken und Neurosen? :mrgreen:

(Nur um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich möchte mich hier keineswegs über die Menschen lustig machen, die wirklich unter Zwangsneurosen leiden. Es ist schlimm, wenn man so unter den Dingen leidet, dass das eigene Leben erschwert wird. Neurosen sind nicht lustig, wenn man sie nicht steuern kann.)

Categories: Immer dieselbe Leier