Tag : schwangerschaft

Der Gipsabdruck

Ich schulde euch ja noch Bilder vom Gipsabdruck! Nachdem ich beim ersten Versuch bühnenreif in Ohnmacht fiel, wussten wir es am nächsten Tag besser. Wir hatten quasi alles falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte 😉 Das Wohnzimmer war zu warm, die Fenster geschlossen, ich hatte vorher nicht genug getrunken und atmete zu flach. Noch dazu stand ich die ganze Zeit regungslos rum – nun, irgendwann wurde das meinem Kreislauf zuviel und ich klappte zusammen…

Beim zweiten Mal wussten wir es also besser und versuchten es im Halbsitzen. Mit Cola und Duplo in direkter Reichweite 😉

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Ich saß recht gemütlich, atmete normal und der Prophet arbeitete zügig – nach einer Stunde war die Rohform fertig. Sie wurde mit einer speziellen Modelliermasse geglättet und gleichzeitig verstärkt. Nach in Form schneiden und schleifen sah das ganze so aus:

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Ich wollte unbedingt ein Design, das ich mir später auch in den Flur oder ins Wohnzimmer hängen würde. Hübsch und praktisch sollte es sein, also bestellte ich eine Lichterkette und ein Uhrwerk und machte mich ans Werk:

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Zifferblatt aufmalen und Löcher bohren,

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grundieren und blau anmalen (Kosmetikschwämme eignen sich perfekt dafür!) und ein paar hübsche Details:

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Ganz ohne Fledermäuse ging es nun doch nicht 😉 Fertig und beleuchtet sieht der Bauch so aus:

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Wenn der kleine Geist da ist, werde ich noch den Namen und das Datum sowie die Uhrzeit nachtragen. 🙂

Categories: Frei

„Ich will dir ja keine Angst machen, aber…“

Heute beginnt die 40. Schwangerschaftswoche und quasi seit Beginn meiner Schwangerschaft verfolgt mich dieser Satz. Mal direkt ausgesprochen, mal indirekt impliziert.

Es war in der 12. Woche, als wir uns bei Facebook outeten und instant ploppte ein Chatfenster beim Propheten auf: „so süß, aber lasst es nicht impfen!“ → Ich will dir keine Angst machen, aber [die Nebenwirkungen für das Kind sind unabsehbar]

Eine Weile später twitterte ich was von Feta und nomnomnom und schwupp, hieß es „ich dachte, Schwangere dürfen keinen Feta essen!“ → Ich will dir keine Angst machen, aber [du bringst dich in Gefahr]

Auf der Taufe meines jüngsten Neffen erzählte mir eine Bekannte aus dem Nichts heraus von ihrem Scheidenriss dritten Grades und beim Essen gehen erwähnte die uns wildfremde Kellnerin plötzlich ihre wunden, rissigen Brustwarzen beim Stillen. → Ich will dir keine Angst machen, aber [du wirst Schmerzen haben ohne Ende]

Meine Entscheidung, ins Geburtshaus zu gehen und dort zu entbinden, wurde oft kommentiert. Von absolut unverständlichem „wie kannst du nur???“ bis hin zu kopfschüttelndem „wie mutig du bist“ war alles dabei. Dicht gefolgt von „Ich will dir keine Angst machen, aber…“ und dann folgt eine Horrorstory von der Schwester/Bekannten/Freundin/sonstiger weiblicher Person mit wahlweise Frühgeburt wegen Schwangerschaftsvergiftung/starker Blutung nach Geburt/Notkaiserschnitt/sonstiges Szenario, dass ausschließlich im Krankenhaus gelöst werden konnte. Halte ich dagegen und erwähne die 9 völlig unkomplizierten (!!!) Geburten meiner beiden Schwestern (oder auch alle Geburten im Geburtshaus oder sogar zu Hause, von denen ich so weiß), kommt ein Schulternzucken, eine wegwerfende Handbewegung und ein „Ja, ABER…“

Liebe bald-Mamis und erfahrene Mütter: WAS ZUR HÖLLE SOLL DAS??? Schließt man beim Pinkeln auf das Teststäbchen womöglich einen geheimen Pakt ab, dessen Ziel es ist, andere Schwangere in Angst und Schrecken zu versetzen und ich hab das einfach nicht mitbekommen? Was bitte macht es für einen Sinn, mir alle möglichen Horrorgeschichten aufzutischen oder mir sonstwie Angst machen zu wollen?

Gerade im Bezug auf das Geburtshaus kommt dann oft noch großzügig der Satz „aber das muss ja jeder für sich selbst entscheiden“ – schließlich will man ja keinen Mommy War anfangen, wir haben uns ja alle lieb, nech? Ich weiß nicht, was nerviger ist: „Ich will dir keine Angst machen, aber“ oder das „musst du ja selbst wissen“, wenn ich mich nicht von der gegenteiligen Meinung überzeugen lasse. Bitte Mädels, echt mal – wie wäre es mit leben und leben lassen?* Ich lass euch euren Wunschkaiserschnitt im Krankenhaus und ihr lasst mir meine Wunschentbindung im Geburtshaus. Deal? Kk, Deal.

(7 Tage his zum errechneten Termin, kann jetzt also jederzeit losgehen theoretisch. Wenn ich es vorher noch schaffe, zeig ich euch noch den fertigen Gipsabdruck, den Bettdrachenlindwurm und das fertige Zimmer – falls der kleine Geist es nicht zu eilig hat, heißt das *g*)
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*das gleiche gilt bittedanke auch für Themen wie Stillen, Tragen, Familienbett und ungefragt Bauch anfassen – hier gilt nämlich „Finger weg, ich bin kein Streichelzoo“ 😉

Categories: Zweite Seele

Geburtsvorbereitungskurs

Morgen findet er schon zum letzten Mal statt, der Geburtsvorbereitungskurs. Zwei Wochen vor Beginn saßen wir einen Nachmittag lang in einem Säuglingspflegekurs, in dem vom grenzdebil grinsenden Hebammenfangirl über einem hysterischen Ehepaar („was machen wir, wenn das Baby aufhört zu atmen, wenn wir zu Hause sind???“) bis hin zum blonden modisch durchgestyltem Püppchen alles dabei war und ich betete, dass das im Geburtsvorbereitungskurs anders sein würde.

Wir wurden sehr lieb von einer Hebamme aus „meinem“ Team begrüßt und fanden uns zusammen mit vier anderen Paaren gemütlich auf dem Boden hockend wieder. Für alle ist es das erste Kind, die Konstellation war recht gemischt. Von Selbständigen über Angestellten bis zu Arbeitsuchenden war alles dabei, quer durch alle Schichten und Religionen – unter uns befindet sich auch ein sehr sympathisches muslimisches Pärchen und später kam noch ein Paar aus Afrika dazu. Eine bunt gemischte, sehr lustige Truppe, die sich durchaus auf einer Wellenlänge befindet. So fragte unsere Hebamme, was man denn bitte gar nicht im Kurs machen wolle, und durch die Bank waren die Antworten „singen/tanzen/esoterische Lebenshilfe“ 😉

Beim zweiten Termin wurden wir geschlechtergetrennt aufgeteilt und ich war ein wenig enttäuscht – während die Männer praktisch arbeiten durften (wie stellt ihr euch einen Tag mit Neugeborenem vor?) unternahm unsere Hebamme mit uns Frauen eine „Phantasiereise“ – wer mich kennt, weiß, dass ich mit sowas recht wenig anfangen kann. Ins Innere meiner Selbst reisen, mit dem ‚dritten Auge‘ zu meinem Baby in die Gebärmutter, es dort an die Hand nehmen und ihm den ‚Ausgang‘ zeigen – das war zuviel für mich, ich versuchte die ganze Zeit, nicht in hysterisches Kichern auszubrechen 😀

Glücklicherweise blieben die Termine nicht so und es wurde praktisch. Wir sahen uns die verschiedenen Phasen einer Geburt an, lernten verschiedene körperliche Übungen und probierten das sogenannte Tönen aus. Verschiedene Wehen- und Geburtsstellungen und der unvermeidbare Film rundeten den Kurs ab.

Vor allem das Tönen gab mir das Gefühl, etwas Handfestes gelernt zu haben. Und auch der Prophet ist jetzt viel ruhiger und selbstsicherer – er kennt jetzt verschiedene Massagetechniken und Stellungen, mit denen er mir in den Wehen helfen kann und hat nicht mehr das Gefühl, hilflos zusehen zu müssen, während ich Schmerzen habe.

Morgen ist der letzte Termin und ich muss zugeben, ich bin wehmütig. Der regelmäßige Austausch mit anderen Schwangeren wird mir ziemlich fehlen und eine erhoffte Bekanntschaft oder gar Freundschaft zu anderen Paaren hat sich bisher leider nicht ergeben. Mal sehen, wie es den anderen morgen so geht.

Categories: Dein Anblick

30 Tage to go – auf zum heiteren ET-Raten

Ursprünglich wollten wir den errechneten Geburtstermin nicht öffentlich machen, um Nachfragen wie „isser schon da, hast du schon Wehen, bist du grad im Krankenhaus?“ zu entgehen. Andererseits werden wir so vielleicht nicht ab Mitte Oktober mit täglichen Anrufen bombadiert 😉 Und außerdem macht es ja auch irgendwie Spaß, anhand der Wochenangaben in den letzten Posts könntet ihr euch den Termin ja eh errechnen und es ist ne gute Möglichkeit zu sehen, wer hier eigentlich alles so mitliest *gg* :-p

Also gibt es dann jetzt auch im Hause Federschwarz das allseits beliebte heitere Termine raten 🙂

Hier sind die Hintergrundinfos:

♡ der errechnete Termin (laut FA/Geburtshaus und NFP) ist der 22.10.2013
♡ es ist mein erstes Kind, geplant ist eine natürliche Geburt im Geburtshaus
♡ ich selbst kam 10 Tage zu früh auf die Welt und es war eine natürliche Entbindung
♡ beim Propheten wissen wir nicht, ob er pünktlich war
♡ beim letzten Ultraschall wurde der kleine Poltergeist auf etwa 2500 Gramm und 42 cm Länge geschätzt, allerdings war das Freitag vor einer Woche und aktuellere Daten wird es wohl nicht geben, da ich jetzt nur noch Vorsorgen bei der Hebamme habe
♡ das geschriebene CTG war völlig unauffällig und der kleine Poltergeist lag bisher immer innerhalb jeder Statistik
♡ der Kleine liegt schon seit Wochen brav mit dem Kopf nach unten und zeigt keine Tendenzen, dass wieder zu ändern
♡ ich habe seit ein paar Tagen bei jedem Schritt ein fieses Stechen im Schambereich, dass wohl nicht von der Symphyse herrührt (Senkwehen?)
♡ Vorwehen treten hier spürbar auf und häufen sich die letzten Tage
♡ bis auf sehr nervige Herzrythmusstörungen habe ich keinerlei Probleme
♡ der Bauch ist immer noch sehr kugelig und hoch, aber manchmal fühlt es sich an, als ob ich den Kopf deutlich im Becken spüre
♡ ich hätte nichts dagegen zu übertragen, ich fände ein Halloweenbaby auch ganz schön 😉
♡ So ich ihn vertrage, fange ich morgen mit Himbeerblättertee an

Die Regeln:

– Ich werde mir eine Kleinigkeit überlegen, die es zu gewinnen gibt – seht es mir nach, falls ich es vergesse 😉
– getippt werden darf bis zum 15. Oktober 2013
– jeder nur ein Kreuz 😉
– gewonnen hat der, der am dichtesten dran ist
– mehrere Tips für einen Termin sind selbstverständlich möglich

Viel Spaß beim Rätseln wünschen wir 🙂

Die Tipps:

12.10. Maus
18.10. Evilente
19.10. Frau PN
21.10. Herzchaosmama
22.10. Janine
24.10. Madame Mim und ihr Ritter, Akascha
25.10. Annie, Tinkerbells
27.10. Blumenpost
28.10. Frau Muemmel
30.10. Jukefrosch
31.10. Frau Perle
01.11. Nian

Categories: Dein Anblick

Von eigener Wahrnehmung (34+4)

Vor 15 Wochen, bei exakt 19+4, da sah mein Bauch so aus:

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Heute, 15 Wochen später, hat sich viel getan. Die Rundung ist größer geworden, der Bauch schwerer, der Nabel nicht mehr so tief. Und noch etwas ist passiert: ich verwandelte mich in ein Zebra 😉 Ein oftmals schnaufendes, unter Atemnot leidendes, nach dem Aufstehen erstmal nur winzige Trippelschritte könnendes Zebra.

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Ja, ich zeige hier ganz ungeniert meinen Bauch, der mittlerweile mehr als nur den einen Riss aufweist, den mir meine große Schwester neckischerweise gewünscht hat 😉 Mag sein, dass sich jetzt einige von euch peinlich berührt abwenden (hah! Wartet ab, bald blogge ich womöglich über schlimmere Dinge wie Schleimpropf, Wochenfluss und rissige Brustwarzen :-p ), mag sein, dass mich jetzt ein paar von euch für mutig befinden.

Tatsächlich hat es mich aber keinen Mut gekostet, diese Bilder zu zeigen. Um genau zu sein – mögen mich einige von euch ruhig dafür steinigen – fand ich mich noch nie in meinem Leben so schön wie jetzt grade. Das liegt zum Teil am Propheten, der jeden neuen Schwangerschaftsstreifen mit einem verträumten Lächeln begrüßte, zum anderen aber auch einfach an der Tatsache, dass ich mit deutlichem Übergewicht in die Schwangerschaft startete und es ungemein genieße, enge Sachen tragen zu können, ohne dafür blöde Blicke zu kassieren. Früher kamen mir die Blicke so vor: „seht euch die Dicke in den zu engen Sachen an“. Heute ist es eher „aaaaaw, seht euch die strahlende Schwangere an!“ 🙂 Mit jedem zugenommenen Kilo stieg auch mein Selbstwertgefühl,  und ebenso, wie die Zahl auf der Waage nach oben kletterte, kletterte auch mein Selbstbewusstsein in die Höhe.

Ich genieße die Schwangerschaft ungemein und ich bin sehr sehr gern schwanger. Mein Körpergefühl änderte sich extrem – klar nervt der Bauch, er ist riesig und groß und schwer und hinderlich und sorgt dafür, dass mein Herz regelmäßig aus dem Takt gerät (Memo an mich: über Wehwehchen bloggen), aber gleichzeitig sorgt er dafür, dass ich mich unglaublich wohl fühle. Rund, prall, mit Formen, die pures Leben ausstrahlen. Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll, ohne großartig esoterisch-spirituell-abgedreht zu klingen, aber im Grunde genommen ist es genau das: Weiblichkeit, Mutterschaft, Leben. Um mich auch später an dieses Gefühl zu erinnern, haben wir heute einen Gipsabdruck vom Bauch gemacht. (Die Geschichte, wie ich beim ersten Versuch bühnenreif in Ohnmacht fiel und dem Propheten damit einen Mordsschrecken einjagte, erzähl ich dann, wenn ich den Abdruck hier fertig zeige, ja?) Der zweite Versuch glückte dann aber:

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Je näher der Zeitpunkt der Entbindung rückt, desto nervöser sollte ich sein, könnte man meinen. Bisher habe ich keine Angst vor der Geburt. Ich weiß, dass das in mir steckt, dass ich dazu gemacht bin, Leben zu schenken. Momentan freue ich mich auf diesen Akt, der mir zeigen wird, zu was mein Körper in der Lage ist. Deshalb möchte ich so gerne auf natürlichem Weg entbinden. Ich vertraue darauf, dass mein Körper weiß, was er tut. Einige finden das vielleicht bekloppt, die Mehrfachmütter unter euch werden vielleicht lächelnd so etwas wie „gesegnet seien die Unwissenden“ murmeln und wieder andere stimmen mir zu. Hachjanun – muss ja jede(r) für sich selbst wissen, was und wie, ob Fotoshooting oder Gipsabdruck, PDA oder nicht, *setze hier ein, was immer du magst* Ich erzähl hier meine ganz subjektive Wahrnehmung, ohne Wertung für andere Wege. 🙂

Categories: Dein Anblick