Tag : motorik

Laufkind

Zwei Wochen ist es her, seitdem das Kind die ersten freien Schritte von mir weg machte. Plötzlich stand er morgens von meinem Schoß auf und wackelte von mir fort, 5, 6 Schritte, bis er das Spielzeug erreicht hatte, was er haben wollte. Stolz und froh drehte er sich zu mir um, die ich fassungslos am Boden saß – mein Kind läuft!

Und ich stellte mir die Frage – ab wann kann man denn sagen, dass das Kind läuft? Die ersten wackeligen Schritte von mir zum Papa machte er schon vor drei Monaten. Immer mal wieder übte er, lief, ließ sich vornüber in unsere Arme fallen. Seitwärts an den Möbeln entlang sah ich ihn kaum laufen, obwohl man doch immer wieder liest, dass sei ja quasi der nächste Schritt nach dem freien Stehen zum Laufen. Auch besitzt das Kind weder Lauflernwagen noch nahmen wir ihn an die Hände zum Laufen. Manchmal frage ich mich, ob es dann schneller gegangen wäre? So oder so stand er irgendwann auf dem Bett und lief. Wie immer übte er auch diese motorische Fähigkeit erstmal dort, wo er weich fallen würde, sollte er das Gleichgewicht passieren. Doch das geschah nicht. Er lief einfach. Auch jetzt fällt er kaum. Er läuft einfach, tapsig und immer noch im betrunkenen Seemannsgang, aber er stolpert nicht. Und wenn er keine Lust mehr hat, geht er gezielt (und teilweise sehr schwungvoll) auf die Knie und bewegt sich im Kniegang weiter.

Mein Kind läuft. Whaaa!! 😀

Categories: Dein Anblick

Löffelstreik

Die kleine F(l)edermaus ist jetzt etwas über 6 Monate alt und da wir immer öfter gefragt wurden, wie es denn mit Brei aussähe („In der Nacht bis zu 7 mal stillen? Na, er wird bestimmt nicht mehr satt!“ „Fütterst du denn schon zu?“ „Kriegt er denn schon Brei?“), hier mal unsere Variante der Beikosteinführung. Schon während der Schwangerschaft war mir klar, dass ich BLW betreiben möchte. Was das nu wieder für ein neumodischer Jungmütterkram ist? :-p Ganz einfach – unser Kind wird nicht belöffelt und gefüttert. Er bekommt keinen Brei, weder als Gläschen noch selbstgekocht, sondern isst vom Tisch mit. Das, was wir auch essen. Wenn er etwas nicht mag, isst er es nicht. Ist okay. Die kleine F(l)edermaus entscheidet also selbst, was er isst. Neumodisch nennt man das „Baby led weaning“ (zu deutsch: babygesteuertes Abstillen), früher hieß das ganz profan Familienkost. 😀 Kein neues Konzept also, und tatsächlich mal was, dass ich genauso mache wie meine Mutter – auch wir bekamen keinen Brei, sondern wurden gestillt, bis wir vom Tisch mitessen konnten 🙂 Ich stille also weiterhin voll (und gelte damit kurioserweise schon als Langzeitstiller, dabei ist das Baby grad mal ein halbes Jahr alt) und nebenbei darf die kleine F(l)edermaus sich an allen Lebensmitteln ausprobieren, die wir ihm vorsetzen. Es gibt nur ein paar Regeln: 1) keine  ganzen Nüsse (gemahlen ist okay) 2) keinen Honig 3) keinen zusätzlichen Zucker 4) wenig Salz (max. 1 Gramm am Tag) Wir starteten ganz untypisch und eigentlich wenig geeignet mit Fleischwurst. Ähem. Wir hielten ihm einfach diverse Zutaten fürs Abendessen in die Hand, nur um zu sehen, wie er reagieren würde. Bei der Fleischwurst biss er rein, kaute und schluckte es runter. So schnell konnten wir gar nicht gucken und ich hätte im Leben nicht damit gerechnet, dass er wirklich was davon isst. 😯 Seitdem bekommt er jeden Tag die Gelegenheit, Essen im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. 🙂 Je nachdem, was wir essen, endet es in einem ziemlichen Chaos, aber er hat so wahnsinnig viel Spaß daran! Und so haben wir auch Freude dabei, ihn zu beobachten. Mit jedem Mal wird er geschickter, so nahm er anfangs Dinge, die zu klein zum Greifen waren, direkt mit dem Mund vom Tisch auf. Mittlerweile greift er aber auch diese. Es zeigt sich zunehmend, dass er glitschige Dinge wie Bananen oder Hirsebratling mit Joghurt (er verdrückt seit einer Woche morgens eine komplette Banane und stillt danach noch) lieber nicht so gern in der Hand hat. Da macht er es sich dann einfach und zieht stattdessen meine Hand zum Mund, statt mir das Lebensmittel aus der Hand zu nehmen. Reicht ja auch, wenn Muddi sich die Pfoten dreckig macht ne? :-p Abgesehen vom Stolz des Kleinen, wenn er es wieder geschafft hat, etwas zu essen (stärkt das Selbstbewusstsein ungemein!), hat BLW noch weitere Vorteile für uns: – die Allergieprävention ist nicht so wichtig bzw. fällt weg. Da es afangs noch winzige Mengen sind, die er zu sich nimmt, das alles unter dem Schutz der Muttermilch geschieht, und weder der Prophet noch ich unter Lebensmittelallergien leiden, dürfen wir der kleinen F(l)edermaus ohne Einschränkungen alles vorsetzen und müssen nicht Schritt für Schritt ein Gemüse nach dem anderen ausprobieren. – die Feinmotorik und Auge-Hand-Koordination werden trainiert – ich kann essen, während die kleine F(l)edermaus isst und muss nicht nach ihm essen – wenn wir unterwegs sind, kann er einfach das essen, was ich auch esse und ich muss mich nicht darum kümmern, wie ich sein Gläschen warm bekomme – wir essen (noch) gesünder und salzarmer – wir essen abwechslungsreicher – wie konnte ich bisher nur ohne Hirse leben? 🙂 BLW ist für uns der perfekte Weg. Ganz nach dem Motto: Food under one is just for fun!

Categories: Anderswelt

Ikea Hackers: wir basteln uns einen Laufstall!

Ursprünglich wollte ich ja gar keinen „Babyknast“. Aber der junge Mann braucht nun mal Platz, um seine motorischen Fähigkeiten zu schulen und auf unserem Fußboden ist es leider recht zugig. Zudem verliert unsere Katze viel Fell und so dachten wir, ein Laufstall sei vielleicht doch praktisch. Ich wollte nun aber keinen 0815 Laufstall. Möglichst groß sollte er sein, und bitte in weiß, passend zum Rest der Möbel. Fürs erste stellten wir das Hensvik Babybett ins Wohnzimmer – da die kleine F(l)edermaus bei uns im Familienbett schläft, stand das Babybett nur in seinem Zimmer rum und nahm Platz weg. Die Grundfläche 60×120 ist aber für einen Laufstall einfach nicht ausreichend. Also dachte ich mir,  so schwer kann das doch nicht sein, aus zwei Betten einen Laufstall zu machen? Der Prophet war von der Idee begeistert und so fuhren wir einkaufen 😀 Wir kauften ein Babybett der Marke Gulliver und ich nahm das Hensvik Bettchen auseinander. Die Einzelteile baute ich dann so zusammen, dass die geschlossenen Kopf- und Fußenden des Hensvik Bettes je eine Stirnseite der neuen Betten bildete. Eine Gitterseite wurde dabei weggelassen – diese haben wir an unserem Ehebett befestigt, wo sie einen prima Rausfallschutz für die kleine F(l)edermaus ergeben. Die Betten wurden aneinander geschoben und ganz fachmännisch mit Kabelbindern befestigt 😉 Zur Sicherheit wurde das Brett, dass bei der Jugendbettvariante beim Gulliver als Rausfallschutz dient, quer zwischen beiden Betten verschraubt. (Wir haben das getestet, das hält.) Die Lücke in der „Besucherritze“ machte mir Kopfzerbrechen – ich wollte unbedingt vermeiden, dass MJ beim drauftreten da durchbricht. Letzten Endes haben wir aber nur starke Pappe drüber gelegt und darüber Puzzlematten – bis die kleine F(l)edermaus in dem Ding steht, vergeht ja noch eine ganze Weile und dann müssen wir die Ebenen eh nach unten stellen. Gepolstert mit Puzzlematten,  einer Wolldecke, einer Krabbeldecke und einer Babybettdecke, welche die kleine F(l)edermaus dann später auch wirklich als Bettdecke nutzen kann. Etwa 1,5 Quadratmeter katzenhaarfreier Raum zum Spielen 🙂 Die kleine F(l)edermaus fühlt sich sichtlich wohl und wenn wir den Laufstall nicht mehr benötigen, ergibt das eine Babybett ein super XXL-Beistellbett und das andere wird zum Sofa für das Kinderzimmer der kleinen F(l)edermaus Zimmer umgebaut. (Ich steh ja auf Multifunktionsmöbel 😉 )

Categories: Dein Anblick

Das zufriedene Kind

In letzter Zeit häufen sich in meinem Umfeld die Meilensteine diverser Babys. Ich hab ja durch Rückbildung, Delfi und WhatsApp-Gruppen jetzt recht viel Kontakt zu Mamas mit Kindern im Alter der kleinen F(l)edermaus und wo anfangs noch nur ein kleines Mädchen fröhlich durch die Gegend kugelte und damit meine Aufmerksamkeit fesselte, sehe ich nun mobile Kinder, wo immer mein Blick hinfällt.

Das eine Baby kullert quer durch den Raum, das nächste robbt und schiebt sich durch die Gegend, der dritte dreht sich jetzt auf den Bauch und erfüllt das Mamaherz mit Stolz. (Wenn sie nicht kugeln, dann bekommen sie so nebenbei ihren ersten Zahn. Ohne Ningeln, ohne Nörgeln. Die kleine F(l)edermaus zeigt zwar schon Zähne, aber sie brechen nicht durch.)

Und unser Kind? Er dreht sich nur noch selten selbst vom Bauch auf den Rücken. Eher dozt er trüffelschweingleich mit der Nase auf den Boden und versucht, die Knie unter den Bauch zu kriegen. Wenn er genug hat, jammert und beschwert er sich solang, bis ich ihn wieder umdrehe. Er dreht sich nicht auf die Seite, geschweige denn auf den Bauch. Ich weiß ja, dass man nicht vergleichen sollte, schließlich hat jedes Baby sein eigenes Tempo und ich möchte der kleinen F(l)edermaus dieses Tempo auch lassen, aber ich gebe zu, ich war zwischenzeitlich doch etwas demotiviert. Und ich finde das total blöd. Beim Delfi verwandeln sich die Kids reihenweise in kleine Kullerkekse und mein Baby liegt dazwischen und brabbelt vor sich hin.

Heute morgen kam mir dann der Gedanke, dass er wohl einfach zufrieden ist, so wie es ist. Er kann sich durchaus auf die Seite drehen – zu Hause stillen wir vorzugsweise im Liegen, und wenn der Hunger groß genug ist, wirft das Kind sich blitzschnell in eine wunderbare stabile Seitenlage. Von der Seite auf den Bauch geht auch ohne Hilfe – wenn er denn Lust hat. Wenn das Ziel sich in seinen Augen also lohnt, dann ist unser kleines Zähnchen durchaus bereit, sich zu bewegen. Wir haben also kein unmobiles, sondern ein sehr energieeffizientes Kind hier 😉 Und wenn er zufrieden ist, so wie es ist, sollte ich das wohl auch sein. Also durchatmen und nicht vergleichen. Sagt mir das bei Gelegenheit mal, wenn ich es wieder vergesse, ja? 😉

Categories: Dein Anblick