Tag : frohlich

Umzug

Wir ziehen um. Ich freu mich da schon so sehr drauf, hachz! In 1,5 Monaten ziehen wir in ein Häuschen mit Garten und mehr Platz – insgesamt werden wir dann vier Zimmer und einen großen Hauswirtschaftsraum haben, dazu natürlich Wohnbereich, Bad und Küche. Das Ganze am Rande der Stadt einer reinen Wohnstraße mit vielen Kindern – perfekt für unsere Familienplanung <3

Der mangelnde Platz in unserer Wohnung ist jedoch leider nur ein Teilaspekt, warum wir umziehen wollen. Der andere, weit schlimmere Grund ist: wir haben Schimmel. Im Schlafzimmer, im Badezimmer, im Wohnzimmer. In der Küche zeigen sich auch schon erste Flecken. Im Schlafzimmer entdeckten wir es nur durch Zufall – wir stellten das Bett um und fanden hinter dem Kopfteil ein hübschhässliches Sprenkelmuster aus dunklen Flecken, die sich glücklicherweise mittels entsprechendem Reinigungsmittel entfernen ließen. In der Ecke an der Außenwand oben kommt der Schimmel jedoch immer wieder. Im Badezimmer haben wir die Reinigungsversuche aufgegeben – auch hier ist die Decke gesprenkelt und wir kommen einfach nicht dagegen an. Im Wohnzimmer an der Balkontür wird es immer schwärzer, über den Fenstern zeigen sich feuchte Flecken. Mit den Nachbarn über uns gesprochen, zeigte sich, dass auch sie ein Schimmelproblem haben. Hier ist es noch arger – steht man im Flur, kann man die schwarzen Flecken in unmittelbarer Nähe der Fenster nicht übersehen. Der Nachbar schüttelt resignierend den Kopf – er ist Dachdecker und weiß, das Feuchtigkeitsproblem im ganzen Haus hängt mit dem komplett ungedämmten Dachboden zusammen.

Das sieht der Hausmeister, dem wir den Schaden melden, natürlich anders. Wir lüften sicher falsch, sagt er mir belehrend, als er sich Ende November das Problem ansieht. Daraufhin entspinnt sich eine Diskussion, in der er mir immer wieder erklärt: „kurz und heftig, Frau H, kurz und heftig!“ Auf meine Antwort, dass ich ja schließlich mit dem Kind daheim sei, entsprechend lüften könne und hier sicher nicht den ganzen Tag die Fenster auf kipp stehen, erwidert er: dann heizen sie nicht genug. Drehen sie denn oft an den Reglern? Ich lache auf – die kleine F(l)edermaus robbte bis Mitte November ausschließlich, lag entsprechend immer bäuchlings auf dem kalten Laminat und auch ich bin die reinste Frotbeule – unsere Heizungen drehen wir meist im Oktober schon auf und dann wird da auch bis Ende der Saison nicht groß dran rumgedreht. Das Heizen ist sicher nicht das Problem, auch das Lüften nicht (ich verweise auf entsprechende Barometer, die wir extra gekauft haben, um der Luftfeuchtigkeit Herr zu werden), das Problem ist ja wohl eher der nicht gedämmte Dachboden. Darauf geht er jedoch nicht ein, nimmt aber wohl zur Kenntnis, dass ich nicht gewillt bin, die Schuld auf mich zu nehmen und verspricht, einen Maler zu schicken, welcher sich der Sache annehmen soll. „Es handelt sich hierbei ja doch eher um ein kosmetisches Problem, kein gesundheitliches“, so die Expertenmeinung des Hausmeisters. Dass uns in der Zwischenzeit bereits ein Teil vom Sofa weggeschimmelt ist und wir längst auf der Suche nach einer neuen Bleibe sind, verschweige ich ihm. Ich hab keine Lust, mich mehr mit ihm zu streiten, als nötig.

Die neue Bleibe ist ja wie gesagt nun gefunden und heute war der Hausmeister wieder hier, um eine Vorabbesichtigung durchzuführen und zu besprechen, was wir alles renovieren müssen. Ich bin entschlossen, diesmal ein gutes Gespräch zu führen und biete ihm erstmal einen Kaffee an. Bei nem Kaffee lässt es sich einfach besser verhandeln 😉 Leider ist das Kind jedoch ziemlich müde, es ist beste Mittagsschlafzeit, als der gute Mann klingelt. So bestreiten mein Mann (der sich extra frei genommen hat) und ich abwechselnd das Gespräch mit mehr oder weniger gut gelaunten kleinen F(l)edermaus auf der Hüfte. Alles läuft gut, bis wir im Schlafzimmer angekommen sind. Hier sind uns in der Zwischenzeit nämlich zwei Scharniere des großen Fensters gebrochen, als wir das Fenster schließen wollten. Jetzt hängt das große Fenster nur noch am oberen Scharnier und wir trauen uns nicht mehr, es zu öffnen, was das Lüften entsprechend schwierig macht. Ist natürlich super bei unserem Schimmelproblem… Als wir das ansprechen, kommt unser Gesprächspartner auch gleich wieder auf entsprechendes Thema – dass hier alles korridiert sei, zeige ja wohl, dass was mit dem Lüften und Heizen falsch laufe. Da ich keine Lust habe, das Ding wieder durchzukauen, schneide ich ihm freundlich bestimmt das Wort ab – darüber haben wir bereits Ende November gesprochen, erwidere ich. Er lässt das Thema ruhen und dann sind wir auch schnell durch mit der Besichtigung. Ein „Danke für den guten Kaffee“ später (Filterkaffee. Stinknormaler ehrlicher Filterkaffee *lach*) war er auch schon wieder verschwunden und wir wissen jetzt, was wir noch so erledigen müssen.

Ein Haus! HACH!

Categories: Immer dieselbe Leier

Kochplaner

Ich muss euch jetzt mal von meiner Entdeckung berichten – kennt ihr kochplaner.de? Ich bin soooo begeistert!

Die kleine F(l)edermaus stillt ja nur noch teilweise – nachts immer noch gern, tagsüber bevorzugt er aber mittlerweile festes Essen, wenn es welches gibt. Ich selbst esse aber einfach nicht regelmäßig genug und so snacken wir uns hier durch den Tag, wenn ich dran denke. Wenn nicht, stillt er halt 😉 Abends stellt sich mir dann allabendlich die Frage: was koch ich denn heute? So soll das aber ja nicht weiter gehen, das Kind braucht feste Mahlzeiten (im Sinne von Konsistenz, nicht von der Uhrzeit – hier wird gegessen, wann wir Hunger haben, nicht nach der Uhrzeit) und möglichst abwechslungsreich soll es auch sein. Eine Weile hatten wir die Ökokiste, da hab ich dann halt einmal die Woche nen Wochenplan aufgestellt, je nachdem, was in der Kiste war. Aber die Qualität der Lebensmittel hat stark nachgelassen, daher haben wir die wieder abbgestellt und jetzt fwhlt es mir oft an Ideen, was ich kochen soll. Dann dachte ich, gut, teilst du halt die Kohlenhydrate auf bestimmte Wochentage auf, also Montags Nudeltag, Dienstags Kartoffeln, Mittwochs Hirse und so weiter. Bei meiner Recherche, ob das denn überhaupt praktikabel sei, bin ich auf den Kochplaner gestoßen und habe mich quasi instant verliebt 😉

Kochplaner.de ist von der zweifachen Mutter Kirstin Kahlich entworfen worden, einer Frau, die weiß, was Stress beim Einkaufen und Kochen bedeutet 😉 Sie möchte damit Familien und überhaupt allen Menschen helfen, sich gesund zu ernähren, den Stress ums Einkaufen und Essen zu reduzieren und auf Fertiggerichte zu verzichten. Ich find das toll! <3 Kochplaner ist kostenlos und ganz einfach: Account erstellen, anmelden, losplanen. Man kann Lebensmittel bevorzugen oder komplett ausschließen (bei uns z. B. Garnelen – seit ich gesehen habe, dass Garnelen ein Auge ausgestochen wird, damit sie sich schneller fortpflanzen, mag ich keine Garnelen mehr essen), die Personenanzahl und verfügbare Zeit variieren. Auch kann man auswählen, ob die Gerichte zum Vorkochen und/oder Einfrieren geeignet sein sollen. Nachdem alles eingegeben ist, erstellt man sich einen Wochenplan und hat 7 leckere Gerichte, die zudem wirklich alltagstauglich sind. Mag man etwas nicht, kann man das Gericht einfach austauschen; ist man an einem bestimmten Tag nicht daheim, kann der Tag einfach ausgelassen werden. Der Knaller an der Sache: Kochplaner erstellt einem zusätzlich die passende Einkaufsliste, die dann nur noch bei Bedarf um Drogerieartikel etc ergänzt werden muss. In der Liste selbst ist alles aufgeführt, inklusive Gewürze etc – was man schon daheim hat, klickt man einfach vor dem Einkaufen an und markiert es so als "ist bereits im Vorratsschrank". Es steht sogar daneben, für welches Rezept man dieses oder jenes Lebensmittel braucht – ich bin begeistert!

So habe ich heute morgen mit nur wenigen Klicks einen kompletten Wochenplan erstellt und dem Mann vorgeschwärmt. Der widerrum schrieb: gibts dazu ne App? Woraufhin ich erstmal nachsehen musste. Meine Antwort war: ich glaub, ich muss die Frau heiraten 😀 Es gibt eine App, sie kostet rund 1,90 Euro, was absolut gerechtfertigt ist und sie braucht keinerlei Sonderberechtigungen! (Auf sowas steh ich ja, damit kann man mich sehr begeistern. Ich frag mich immer wieder, wozu ein simples Spiel meinen Standort etc wissen will…). Die App synchronisiert sich mit dem erstellten Account und schon hat man die Einkaufsliste auf dem Handy (in meinem Fall Android). So konnte ich heute ohne viel Stress einkaufen gehen und habe unseren Wochenplan und die Rezepte jederzeit griffbereit auaf dem Telefon. Also, falls ihr noch nicht wisst, was ihr kochen sollt: schaut doch mal vorbei: www.kochplaner.de

[Dieser Artikel ist nicht gesponsert, ich bekomme keinerlei Vergütung von Kochplaner – ich bin einfach nur so begeistert, dass ich euch unbedingt davon erzählen musste!]

Categories: Immer dieselbe Leier

wieder online

Hi! Vielleicht haben Sie sich gefragt, wo ich gesteckt habe – vielleicht auch nicht. Ein paar Anfragen kamen, was mit dem alten Blog sei – nun, kurz gesagt, ich war weg, jetzt bin ich wieder da. Treue Leser kennen das ja schon *hust* Diesmal habe ich allerdings vor, zu bleiben und mich nicht wieder vertreiben zu lassen. Ich hatte es zwischenzeitlich mit einer anderen Webseite, einem anderen Namen probiert, aber das war nicht ich, das war nicht Federschwarz. Also ließ ich es, denn heimlich bloggen liegt mir nicht. Ohne Blog geht es aber auch nicht, also bin ich wieder da – mit neuem Blog, fast neuer Adresse, neuem Umgangston und der klaren Ansage: wem meine Meinung nicht passt, der spare sich doch bitte Lästern hinter meinem Rücken und gehe einfach. Allen anderen sei gesagt: ich habe Sie vermisst. <3

Categories: Immer dieselbe Leier

Löffelstreik

Die kleine F(l)edermaus ist jetzt etwas über 6 Monate alt und da wir immer öfter gefragt wurden, wie es denn mit Brei aussähe („In der Nacht bis zu 7 mal stillen? Na, er wird bestimmt nicht mehr satt!“ „Fütterst du denn schon zu?“ „Kriegt er denn schon Brei?“), hier mal unsere Variante der Beikosteinführung. Schon während der Schwangerschaft war mir klar, dass ich BLW betreiben möchte. Was das nu wieder für ein neumodischer Jungmütterkram ist? :-p Ganz einfach – unser Kind wird nicht belöffelt und gefüttert. Er bekommt keinen Brei, weder als Gläschen noch selbstgekocht, sondern isst vom Tisch mit. Das, was wir auch essen. Wenn er etwas nicht mag, isst er es nicht. Ist okay. Die kleine F(l)edermaus entscheidet also selbst, was er isst. Neumodisch nennt man das „Baby led weaning“ (zu deutsch: babygesteuertes Abstillen), früher hieß das ganz profan Familienkost. 😀 Kein neues Konzept also, und tatsächlich mal was, dass ich genauso mache wie meine Mutter – auch wir bekamen keinen Brei, sondern wurden gestillt, bis wir vom Tisch mitessen konnten 🙂 Ich stille also weiterhin voll (und gelte damit kurioserweise schon als Langzeitstiller, dabei ist das Baby grad mal ein halbes Jahr alt) und nebenbei darf die kleine F(l)edermaus sich an allen Lebensmitteln ausprobieren, die wir ihm vorsetzen. Es gibt nur ein paar Regeln: 1) keine  ganzen Nüsse (gemahlen ist okay) 2) keinen Honig 3) keinen zusätzlichen Zucker 4) wenig Salz (max. 1 Gramm am Tag) Wir starteten ganz untypisch und eigentlich wenig geeignet mit Fleischwurst. Ähem. Wir hielten ihm einfach diverse Zutaten fürs Abendessen in die Hand, nur um zu sehen, wie er reagieren würde. Bei der Fleischwurst biss er rein, kaute und schluckte es runter. So schnell konnten wir gar nicht gucken und ich hätte im Leben nicht damit gerechnet, dass er wirklich was davon isst. 😯 Seitdem bekommt er jeden Tag die Gelegenheit, Essen im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. 🙂 Je nachdem, was wir essen, endet es in einem ziemlichen Chaos, aber er hat so wahnsinnig viel Spaß daran! Und so haben wir auch Freude dabei, ihn zu beobachten. Mit jedem Mal wird er geschickter, so nahm er anfangs Dinge, die zu klein zum Greifen waren, direkt mit dem Mund vom Tisch auf. Mittlerweile greift er aber auch diese. Es zeigt sich zunehmend, dass er glitschige Dinge wie Bananen oder Hirsebratling mit Joghurt (er verdrückt seit einer Woche morgens eine komplette Banane und stillt danach noch) lieber nicht so gern in der Hand hat. Da macht er es sich dann einfach und zieht stattdessen meine Hand zum Mund, statt mir das Lebensmittel aus der Hand zu nehmen. Reicht ja auch, wenn Muddi sich die Pfoten dreckig macht ne? :-p Abgesehen vom Stolz des Kleinen, wenn er es wieder geschafft hat, etwas zu essen (stärkt das Selbstbewusstsein ungemein!), hat BLW noch weitere Vorteile für uns: – die Allergieprävention ist nicht so wichtig bzw. fällt weg. Da es afangs noch winzige Mengen sind, die er zu sich nimmt, das alles unter dem Schutz der Muttermilch geschieht, und weder der Prophet noch ich unter Lebensmittelallergien leiden, dürfen wir der kleinen F(l)edermaus ohne Einschränkungen alles vorsetzen und müssen nicht Schritt für Schritt ein Gemüse nach dem anderen ausprobieren. – die Feinmotorik und Auge-Hand-Koordination werden trainiert – ich kann essen, während die kleine F(l)edermaus isst und muss nicht nach ihm essen – wenn wir unterwegs sind, kann er einfach das essen, was ich auch esse und ich muss mich nicht darum kümmern, wie ich sein Gläschen warm bekomme – wir essen (noch) gesünder und salzarmer – wir essen abwechslungsreicher – wie konnte ich bisher nur ohne Hirse leben? 🙂 BLW ist für uns der perfekte Weg. Ganz nach dem Motto: Food under one is just for fun!

Categories: Anderswelt

Die gute Hausfrau

„Halten Sie das Abendessen bereit. Planen Sie Vorausschauend, evtl. schon am Vorabend, damit die köstliche Mahlzeit rechtzeitig fertig ist, wenn er nach Hause kommt. So zeigen Sie ihm, dass Sie an ihn gedacht haben und dass Ihnen seine Bedürfnisse am Herzen liegen. […] Machen Sie sich schick. […] wenn er ankommt. Legen Sie Make-up nach, knüpfen Sie ein Band ins Haar, so dass Sie adrett aussehen. Er war ja schließlich mit einer Menge erschöpfter Leute zusammen. […] Hören Sie ihm zu. […] und vergessen Sie nicht dass seine Gesprächsthemen wichtiger sind als Ihre. […] Eine gute Ehefrau weiß stets, wo ihr Platz ist.“

So steht es im „Handbuch für die gute Ehefrau„, dass angeblich in den 60er Jahren in einer Zeitschrift erschienen sein soll. (Gilt übrigens scheinbar heute noch in Teilen – grad in den Nachrichten gehört, als Kommentar auf Kätes Schwangerschaft: Die Kunst ist es, gleichzeitig für das Kind und für den Ehemann da zu sein. 😯 ) Bislang musste ich ja immer wieder grinsen, wenn ich das las. Kochen, putzen, waschen und am Ende des Tages frische ich mein Make Up auf, knüpfe mir ein Band in die Dreads und empfange den Propheten lächelnd, ziehe ihm die Schuhe aus und bitte ihn mit sanfter, leiser Stimme an den Tisch, wo bereits sein Lieblingsessen auf ihn wartet. Ist klar oder? (Fragt sich, welche Farbe das Band haben darf? Und sind Strapse und Heels ok? Sieht das adrett genug aus?) Selbstverständlich muss er keinen Handschlag im Haushalt tun, sein Tag war ja auch so schwer genug, und jede Nacht erfülle ich ihm freudig und mit perfektem Make Up seine Wünsche. Soweit die Traumvorstellung der guten Ehefrau. :mrgreen: Und da ich weiß, dass der Prophet hier mitliest: vergiß es 😛

Die Realität sah (bisher) anders aus 😉 Wir stehen auf, meist macht er den Kaffee morgens, ich hetze auch sicher nicht sofort ins Bad, um mich „adrett“ herzurichten. Oft genug bin ich einfach auch den lieben langen Tag gar nicht geschminkt (Skandal!). Heels trage ich nur noch höchst selten und den Müll runter bringen ist hier ebenso Männersache wie das Fenster putzen. Den üblichen Haushalt teilen wir uns, während ich koche, füttert er (nach Feierabend, jawohl 😀 ) die Spülmaschine, und die Funktionsweise der Waschmaschine ist dem Propheten ebenso gut bewusst wie die des Staubsaugers (für mehr Genitive in Blogbeiträgen!). Gebügelt wird hier bis auf die Hemden des Propheten nüscht, da ich bügeln wirklich wirklich doof finde. Vor der Hochzeit gabs nicht mal gebügelte Hemden 😛

Ich weiß meine innere Hausfrau also gut zu zügeln. Bisher. Gestern erlitt meine emanzipierte Haltung leider einen herben Rückschlag. Da bot ich nämlich dem kranken Punk, meinem ehemaligen Mitbewohner, an, er könne ja abends zu uns kommen, ich kochte dann Hühnersuppe. Hühnersuppe ist bei uns ne recht schnelle Sache, da ich die meisten Sachen inklusive Huhn bereits geschnibbelt aus der Tiefkühl-Abteilung kaufe. Kein großer Aufwand, dachte ich also, da kannste dann ja auch noch Plätzchen backen. Also schnell einkaufen fahren. Dummerweise sah Minna, meine innere Hausfrau das ein bisschen anders. „Der Mann ist krank, da kochst du gefälligst echte Hühnersuppe aus ganzem Huhn!“ zischte sie. Ich gab mich geschlagen und so landete ein Suppenhuhn in meinem Einkaufskorb. Beim Gemüse konnte ich mich jedoch durchsetzen, und da Minna grade den Sitz ihrer Frisur überprüfte, schmuggelte ich neben dem TK-Gemüse auch gleich fertige Klösschen und Eierstich in den Wagen. Mehl, Eier, Milch… ohhhh, was ist das denn? Aus dem Kühlregal lachten mich diverse Fertigplätzchenteige an. „Was ist DAS denn“ mäkelte Minna. Ich ignorierte sie und griff zu. „Wag es ja nicht!“ motzte Minna weiter. Ich versuchte, sie zu besänftigen. Sieh mal, lockte ich, das macht viel weniger Dreck – nichts mehr anrühren, nur noch ausrollen, ausstechen, backen. Minna verschränkte die Arme. Und das schmeckt sicher toll. UND es gibt mehrere Sorten! Minna zog die Augenbraue hoch. „Wenn du das nicht sofort weglegst, dann…“ drohte sie. Ich zuckte die Schultern, wand ihr den Rücken zu, griff zum Plätzchenteig – und sah Sterne! Nicht die Zimtsterne auf der Verpackung vor mir, sondern kleine flimmernde Dinger. Minna, das Miststück, hatte mir ihr Nudelholz übergezogen und lächelte triumphierend, als ich vor Schreck die Teigpackungen fallen ließ. Also wankte ich heim, buk Blech um Blech Kekse, kochte nebenher Hühnersuppe und dekorierte die Wohnung weihnachtlich, immer mit der nudelholzschwingenden inneren Hausfrau im Nacken.

Als mein Mann heim kam, waren fünf Bleche Kekse gebacken, verziert und zum Essen bereit, die Hühnersuppe schmeckte und die Deko sah toll aus. Nur das dreckige Geschirr, dass stapelte sich ebenso in der Küche wie die Bügelwäsche im Bad 😛

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