Night Creatures 2 – Wolfsgesang

Der zweite Band der Night Creatures Reihe von Lori Handeland. Dachte ich beim ersten Buch noch „gut geschrieben, toller Sex, gut beschriebene Werwölfe, WTF, Hitler wollte eine Wehrwolfarmee? Oh nö, bitte keine Nazi-Verschwörung!“ musste ich bei diesem Buch zwischendurch fast schön gähnen und wünschte mir ein paar Verschwörungstheorien um Mengele und sein Geheimlabor im Schwarzwald. Das hätte dem Plot hoffentlich wieder auf die Sprüge geholfen.

Zweiter Band, die Story ähnlich wie im ersten: taffe, junge Frau wird Wehrwolfjäger, trifft auf unheimlich heißen, natürlich unglaublich mysteriösen Mann und verliert den Verstand beim puren Anblick ebenjenes. Soweit, so gut. Die Charaktäre wirken im zweiten Band jedoch ziemlich stereotypisch (ich hoffe nur, dass der dritte Band nicht auch so ist!) und klischeehaft. Bitte, man gebe den Männern doch endlich mal ein paar Klamotten! Gefühlt immerzu rennt da ein nackter Typ durch die Gegend. Wenn er denn mal eine Hose trägt, vergißt er unter Garantie, den obersten Knopf zu schließen, was die großen starken untervögelten Wehrwolfjägerinnen derart aus dem Konzept bringt, dass sie sich nur mit Mühe beherrschen können, nicht hierjetztsofort vor ihm auf die Knie zu sinken und ihm den besten Blowjob aller Zeiten zu geben. Immer mit der Frage im Hinterkopf, ob er sich gleich verwandeln wird und ihm ein zweiter Schwanz wächst, versteht sich. Am Ende sieht es so aus, als bekäme das Mädchen den Typen. Aber nicht ohne zuvor noch mal kräftig in Gefahr zu raten, sich selbst – dann doch wieder taffe Wehrwolfjägerin – auf mystische Art und Weise zu befreien und – suprise surprise – den Typen behalten zu können. Und sie lebten glücklich und zufrieden, bis ans Ende ihrer Tage. Eigentlich ziemlich vorhersehbar, auch wenn mir nicht in den Kopf will, warum die Mädels reihenweise den Verstand verlieren, wenn da mal ein Streifen nackter Männerhaut zu sehen ist oder was an Kaffee mit Zimt so geheimnisvoll und phänomenal sein soll.

Zwischenzeitlich war ich wirklich soweit, dass ich es langweilig fand. Glücklichweise nimmt die Story aber im letzten Drittel nochmal Fahrt auf und wird durch eine überraschende Wendung wieder etwas besser (auch wenn das Ende: Gefahr, mysteriöse Rettung, Happy End) gleich bleibt. Ich werde die Reihe also wohl doch zu Ende lesen und hoffe sehr, dass Band drei – erzählt aus Wehrwolfsicht – nicht wieder so ein vorhersehbarer „Schöne und das Biest“ Plot wird.

Categories: Der Poet