WMDEDGT – Januar 2016

Heute ist der 5. des Monats, und in diesem Jahr möchte ich versuchen, regelmäßig beim Tagebuchbloggen von Frau Brüllen mitzumachen.

Um 5:00 werden wir wach. Alle drei. Der Mann guckt auf die Uhr, das Kind zieht es vor, sich statt mit der Uhrzeit lieber mit meiner Brust zu beschäftigen. Mann und Kind dösen noch mal weg. Ich scheinbar auch, denn eine halbe Stunde später werde ich davon wach, dass der Liebste den Raum verlässt. Das Kind zieht es vor, weiter zu schlafen – glücklicherweise, denn das kommt nicht oft vor. Ich stehe auf. Als ich um 6:00 auf die Uhr sehe, ist die Spülmaschine eingeräumt, der erste Kaffee getrunken, die ersten paar Seiten sind gelesen. Guter Start in den Tag 🙂 Der Kleine schläft noch immer, meldet sich aber gegen halb 7. Ich streiche mir den Tag rot im Kalender an – in dieser Nacht hat er 13 Stunden am tück geschlafen und ich möchte hiermit Frau Jukefrosch zurufen: ES WIRD BESSER!!! Das mit dem Schlafen. (Also, nicht, dass das jetzt öfter vorkommt, vermutlich wird er nie wieder so lange am Stück schlafen, aber hey, was solls – einmal war es so und das muss festgehalten werden 😉 ) Um viertel nach 7 verlässt der Mann gestresst das Haus, er muss um 8 in der Firma sein und nimmt heute das Auto. Keine so besonders gute Idee, wie sich im Nachhinein herausstellt, bei uns ist der Winter angekommen und die Autofahrer… Nun, sagen wir es mit seinen Worten, als ich ihn fragte, wie sein Tag war: „Ich hatte Verkehrsteilnehmer.“ 😉 Ich nutze den Motivationsschub und fege und wische noch fix mit dem Dampfbesen durch die untere Ebene. Interessanterweise hat der Zwerg vorm Staubsauger immer noch Angst, den zischenden, dampfenden, fauchenden Kärcher findet er aber spannend. Irgendwann gegen 9 haben das Kind und ich gefrühstückt – aus einer Eingebung heraus wanderten beim Wocheneinkauf am Montag eine Packung Smacks mit in den Einkaufswagen, und eben diese gibt es heute zum Frühstück. Auch eher keine besonders gute Idee, denn das Kind lässt die Gelegenheit nicht ungenutzt, seine bandagierte Hand in die Schüssel zu tunken. Ich hab die Plastiktüte vergessen, shame on me. Muss also neu verbunden werden – ich hole Bandagen, Kompressen und Pflaster und versuche dann, dem kichernden 2-jährigen einen neuen Verband anzulegen. Geht nicht ohne Gebrüll von mir und am Ende fühle ich mich mies deswegen. Aber immerhin hat das Kind nen neuen Verband. Ab zehn wird es leichter, denn da kommt eine Freundin zu Besuch. Kinder zum Spielen, yeah! Später kommt auch ihr Mann dazu, wir haben eine gute Zeit und tolle Gespräche. Unser Kind geht um halb 1 ins Bett, nachdem er nur noch knatschig ist und das Bett laustark einfordert. (Wieder: Feizao! Es wird besser!!! :*) Wir essen also ohne ihn. Um 14 Uhr wecke ich den Lütten aber wieder – die Kinder spielen noch bis halb vier, bis unsere Freunde gehen. Ich gucke kurz bei Twitter rein, sehe, lese Lästereien über Attachement Parenting und ärgere mich. Kurz, dann mach ich Twitter wieder dicht. Mir geht es gar nicht so sehr um „jeder muss AP betreiben“ – nee, da soll mal jeder schön seinen Weg finden, der zu seiner Familie passt, aber muss man denn lästern? Noch dazu in fiesem Unterton? Mag ich nicht, kann ich nicht, muss ich aber ja auch nicht weiter verfolgen, also Twitter wieder dicht und gut. Herr Sohn fordert mich mittels Gesten auf, ihm das Ritter-Pixi-Buch vorzulesen. Dumm nur, dass wir eben dieses auf seine Bitten hin vor ein paar Tagen weggelegt haben, weil er nachts davon Albträume bekam. Einige der Ritter tragen Helme mit Sehschlitz, und er ist fest davon überzeugt, dass die Ritter nichts sehen können. Als das Buch ganz neu war, träumte er dann nachts davon, dass sein Papa nichts mehr sehen könne und wachte schreiend auf. Tja. Heute aber sagt er, er wolle ein Ritter sein und auf einem Pferd reiten. Da fällt mir die Smacks-Packung wieder ein – aus dieser bastel ich mit 7,8 Scherenschnitten schnell einen Ritterhelm. Ein Pferd kann ich leider nicht so schnell auftreiben 😉 Dann darf er noch ein wenig Bob der Baumeister schauen, während ich nach neuen Stiefeln suche. Seit ich nämlich mit dem Mann zusammen bin, scheint ein Fluch auf mir zu liegen: immer, wenn ich nach neuen Schuhen für mich suche, finde ich perfekte Schuhe für ihn und nichts für mich. Ist zwar geldsparend, aber auch nervig, so bei -7 Grad und 20cm hohem Schnee in dünnen Wildleder-Knöchelstiefelchen 😉 Also gehen die bereits eingetroffenen wieder zurück. Abendessen und dann geht das müde Kind auch schon wieder schlafen (ja, es wird besser. Wirklich!). Und jetzt habe ich mir nochmal 2 Stunden Zeit genommen und einen wirklich schönen Stiefel für mich gefunden. Gleich werde ich mich an den Liebsten kuscheln und noch etwas lesen und dann ist der Tag auch schon wieder rum, denn morgen müssen wir zeitig aufstehen, um rechtzeitig beim Verbandswechsel zu sein. Gute Nacht!

Categories: Immer dieselbe Leier, Trinklied