Blue suede shoes

Gestern waren wir ganz spontan mit dem Kind Schuhe kaufen. Ursprünglich wollten wir ihn in Lederpuschen laufen lassen, solange das Wetter es zulässt, aber hier regnet es jetzt immer wieder und der Herbst ist greifbar. Also auf auf zum Schuhkauf 🙂

Abgesehen davon hat er sehr sensible Füße, befinden sich kleinere Partikel (Sand, Krümel, was sich eben so auf dem Boden in einem Haushalt mit Toddler findet) unter seinen Sohlen, sagt er schnell, dass es ihm weh tut. Es ist ihm sichtlich unangenehm, wenn das da so festklebt und auch in Puschen oder Socken bekundet das Kind in letzter Zeit häufig Schmerzen. Da er aber sonst gut läuft und sich nicht schont, vermute ich Wachstumsschmerzen und werde das bei der in Kürze anstehenden U7 ansprechen. (Und nein, ich brauche jetzt keine Ratschläge, dass ich damit schnell zum Arzt muss oder das Kind sich nicht so anstellen soll, danke schön.)

Im Laden ließen wir uns beraten, da ich unsicher bezüglich seiner Schuhgröße war. Er wurde vermessen und machte ganz toll mit – und siehe da, ich lag mit meiner Einschätzung völlig falsch. Leider gab es nicht mehr soviel Auswahl, wir hätten gerne welche mit Klettverschluss gehabt, wollten aber auch eine sehr weiche, biegsame Sohle. Modelle aus Leder mit Klett und entsprechender Sohle gab es in seiner Größe jedoch nur noch ein Paar, und die fielen derart reichlich aus, dass der Kleine beim Laufen ständig stolperte. Eine Nummer kleiner gab es sie jedoch nicht *möp*

Also sahen wir uns bei den Schnürschuhen um. Im Herbst, spätestens zum Geburtstag, gibt es neue Schuhe und diese dann eben mit Klett. Solange wird er es dulden müssen, dass ich beim Anziehen helfe 😉 Für die Modellauswahl ist es ziemlich ungünstig, dass MJ erst spät lief, Schuhe mit weichen Sohlen sind in Größe 22 Mangelware, scheint mir – jedenfalls fanden wir unter den Schnürschuhen nur zwei Modelle, die in Frage kamen. Sneaker in pink mit rosa Streifen und ein blau-brauner Schuh mit einem Flugzeug drauf. Ganz klassisch gegendert also. Es wurden dann diese hier:

image

image

Und ja, ich bin stolz darauf, dass er sich nicht abhalten ließ, seinem Geschmack zu folgen. Ich bin stolz, weil es mich so sehr auch an mich erinnert, die eben nicht gesellschaftskonform aussieht. (Und Himmel, ja, natürlich bin ich auch so stolz auf unser Kind.) Ich wurde schon mehrmals auf mein „süßes Mädchen“ angesprochen, er selbst wurde wegen einer Haarspange im Haar schon einmal mit einer höchst dämlichen weiblichen Version seines Namens angesprochen und ich fand das unsagbar scheiße. Er trägt eben gern lila oder rosa, mag den Haarreifen, den er sich beim letzten DM-Besuch aussuchte und den er nicht mehr losließ, und er besäße auch die pinke Sonnenbrille, die er zielsicher aus dem Ständer zog, hätte ich sie nicht für „zu teuer zum mal eben zwischendurch kaufen“ erachtet. Ich bin froh, dass er noch seinen eigenen Kopf hat, dessen Locken er gern höchstselbst ausgiebig bürstet, um sich dann den Bauarbeiterhelm aufzusetzen und ebenso begeistert BAGGA!!!! guckt. So.

(Ich gehe mir jetzt schlagfertige Antworten ausdenken für die nächste Person, die mich oder das Kind wegen so nem Blödsinn anspricht.)

Categories: Dein Anblick