Wir am Wochenende

Endlich komme ich dazu, unser Wochenende zu verbloggen 🙂

Der Samstag begann fĂŒr mich mit Kopfschmerzen, daher nahm der beste aller EhemĂ€nner seinen sohn mit und schenkte mir zwei Stunden ungestörten Schlaf. Als ich runter kam, war das FrĂŒhstĂŒck bereits fertig.

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Danach hieß es Sachen packen. Wir fuhren raus aufs Land zu einer Freundin.

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Der Patenonkel des LĂŒtten wartete bereits auf uns. Gemeinsam bauten wir ein großes Zeltlager auf.

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Probecampen fĂŒrs Freakstock! In 4 Wochen ist das Festival und wir probierten am Wochenende aus, wie gut es sich im Zelt schlĂ€ft. Sieht doch ganz gemĂŒtlich aus!

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Der Nachmittag vergeht ganz ruhig. Die Kinder spielen miteinander und es sind genĂŒgend Erwachsene anwesend, damit jeder mal verschnaufen kann.

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Ich habe sogar Zeit fĂŒr meine Handspindel!

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Am Abend wird erst gegrillt und dann ein Feuer gemacht.

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Der Sonntag beginnt um 5. FrĂŒh. Aber als wir aus dem Zelt kommen, werden wir mit einem grandiosen Sonnenaufgang belohnt.

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FrĂŒhstĂŒck unter Freunden. Das Kind isst sich an RĂŒhrei satt :mrgreen: Wir hatten um sechs ĂŒbrigens schon die erste Kanne Kaffee gekocht – wie schön, wenn man sich bei Freunden wie zu Hause fĂŒhlen und benehmen darf. Clanleben eben!

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Mittagsschlaf in fremden Betten. Der ZweijĂ€hrige unserer Freundin legt fĂŒrsorglich ein Kuscheltier zu unserem schlafenden Kind.

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Ich freue mich ĂŒber einen Berg geschenkter Klamotten – Kleidung fĂŒrs Kind wird langsam knapp, aus der 74 ist er definitiv rausgewachsen, in 80/86 fehlt uns noch so einiges.

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Den Nachmittag verbringen wir im Garten. Die Eltern faul in der Sonne, die Kinder in der MatschkĂŒche.

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Nach dem Spielen im Matsch ist ein Bad dringend nötig. Abends wird das Spiel ruhiger.

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Kumpels unter sich.

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Gegen 19 Uhr machen wir uns auf den Heimweg. Zu Hause wacht der Zwerg dann nochmal auf und stillt zwei Stunden durchgÀngig aber irgendwas ist ja immer.

Mehr Bilder seht ihr wie ĂŒblich bei Susanne 🙂

Categories: Trinklied

Der Handwerker

Als wir im MĂ€rz einzogen, waren noch diverse kleinere MĂ€ngel am Haus, die behoben werden sollten. Ein tropfender Wasserhahn hier, eine kaputte FalttĂŒr da.

Der grĂ¶ĂŸte – und skurrilste – Posten war wohl das fehlende Licht auf dem GĂ€ste-WC. Das stille Örtchen war irgendwann einmal nachtrĂ€glich eingebaut worden, indem entsprechende Rohre verlegt und ein Teil des Flures durch Regips abgetrennt wurde. Leider vergaß man wohl ganz und gar, Licht dorthin zu verlegen. Kein Problem, wir haben nen fĂ€higen Handwerker/Hausmeister an der Hand, der macht das schon, hieß es.

Seitdem eiern wir hin und her wegen Terminabsprachen. Mal rief der Handwerker mich an, er schaffe es heute nicht, mal rief ich ihn an und sagte den Termin wegen 40-Fieber-Kind oder „Kind stĂŒrzte sich vom Wickeltisch“ ab. Soweit ja kein Problem, es kann ja immer was dazwischen kommen. Die weitaus hĂ€ufigeren Situationen waren aber folgende: ich bleibe mit dem nach Bewegung lechzenden Kind heim, denn der Handwerker hatte sich angekĂŒndigt. Das gelangweilte Kind tut, was ein gelangweiltes Kind eben so tut, wenn es bei schönem Wetter im Haus bleiben muss. Ich warte und warte – und der Handwerker kommt nicht. Wenn ich GlĂŒck habe, kommt am Abend eine Nachricht: „Ich habe es nicht geschafft“. Wenn ich Pech habe, kommt gar keine Nachricht.

Irgendwann bin ich – nun, abgestumpft? Dran gewöhnt, um die im Flur liegende FalttĂŒr herumzugehen und abends beim Pinkeln die KlotĂŒr einen Spalt offen zu lassen, damit ich Licht habe? Wie auch immer, warum auch immer, es kommen keine weiteren Termine zu Stande. Meine Vermieterin schaltet sich ein, bittet mich, einen erneuten Termin auszumachen mit dem Handwerker, dieser habe bei ihr angerufen. Ich frage mich, warum bitte er nicht bei MIR anruft, aber gut, ich rufe ihn an. Und werde vertröstet: bis Ostern muss er unser Haus fertig haben, das klappe schon, danach habe er viel zu tun. Ich mache einen Termin, er lĂ€sst mich hĂ€ngen. Im Mai sind wir nur unterwegs, mein Mann bekommt eine Mail der Vermieterin, es wurde endlich ein Termin festgelegt, Dienstag oder Mittwoch, ob ich dann da sei? Ich sage fĂŒr Dienstag meine Termine ab, bespaße bei schönstem Wetter das frisch laufende Kind drinnen – und werde versetzt. Ich bleibe am Mittwoch daheim – und werde versetzt. Am Abend immerhin ein Anruf, er habe es nicht geschafft. Ich denke, dass ich das auch sehe, die blöde FalttĂŒr liegt schließlich imemr noch im Flur, schweige aber und weigere mich, am Donnerstag daheim zu bleiben. Nein, auch Freitag kann ich nicht – entweder nĂ€chste Woche oder Samstag vormittag. Sein Wochenende, ja, das versaue ich ihm damit, aber ich bin sauer. Samstag bleibt der Mann extra daheim, ich unterstĂŒtze eine Freundin – der Mann wird versetzt.

Sonntag vormittag bekomme ich via WhatsApp eine Nachricht: Ich habs nicht geschafft. Alternativtermin Montag, 16 Uhr. Da ich einfach viel zu gutmĂŒtig bin, sende ich ihm eine Antwort, in der ich den Termin annehme. Und ihn gleichzeitig darauf hinweise, dass es schön wĂ€re, wenn er absagen wĂŒrde, wenn abzusehen ist, dass er es nicht schafft, nicht erst Stunden spĂ€ter. Letzte Chance, wenn es heute nicht klappt, informiere ich die Vermieter.

Um 16:30 bekomme ich einen Anruf (!) – er werde sich verspĂ€ten, in einer halben Stunde ist er aber sicher da. Um 17:00 ist vom Handwerker noch nichts zu sehen. Gegen halb sechs taucht er auf – ich bringe gerade das mĂŒde Kind ins Bett. Der Mann bittet ihn, erst den Wanddurchbruch fĂŒr das Stromkabel zu machen, das sei ja sicher am lautesten? Der Handwerker guckt, wie vom Donner gerĂŒhrt. Wie, Wand aufbohren, Kabel ziehen, hĂ€h? Ihm geht ebensowenig ein Licht auf wie in unserem GĂ€ste-WC – ach du meine GĂŒte, nee, den Strom hat er ganz vergessen, dafĂŒr hat er jetzt auch gar nichts dabei! Der Mann empfiehlt ihm den nĂ€chsten Baumarkt, der Handwerker guckt wieder wie vom Donner gerĂŒhrt und macht sich an das Einfachste – den tropfenden Wasserhahn. Die TĂŒr stellt ihn vor ein RĂ€tsel – die muss ja gekĂŒrzt werden! (Wie jede FalttĂŒr, btw und genauso, wie meine Vermieterin ihm bei der Besichtigung gesagt hat.) Schlussendlich fĂ€hrt er doch noch zum Baumarkt, Werkzeug zum KĂŒrzen der TĂŒr besorgen.

Es ist jetzt halb zehn, wir haben ihn gerade verabschiedet. Ich kenne jetzt viele lustige FlĂŒche, die FalttĂŒr ist drin (extrem wackelig eingebaut, aber drin), der Wasserhahn tropft nicht mehr und wir haben jetzt ein hĂŒbsches Loch in der Wand im GĂ€ste-WC. Licht konnte er nĂ€mlich keines legen, ein Kabel zu wenig, von irgendwoher ziehen geht auch nicht, aber er ĂŒberlegt sich etwas.

Tut er sicherlich. In drei Monaten, wenn er dann wieder mal hier ist.

Categories: Immer dieselbe Leier

Zu wenig. Zu spÀt.

Mal angenommen – rein hypothetisch natĂŒrlich – ihr trefft auf jemanden, den ihr schon euer Leben lang (buchstĂ€blich) kennt und zu dem der Kontakt, nun, sagen wir mal, in der letzten Zeit ein wenig eingeschlafen ist. Ihr fragt euch, warum eigentlich, und ruft an, um die Sache zu klĂ€ren. Dieser Anruf bringt eine ganze Menge, und man trifft sich wieder öfter, die Sache wird einfacher, der Kontakt wieder leichter. Vorsichtig wird die Beziehung zueinander reaktiviert.

Mal angenommen – rein hypothetisch natĂŒrlich – ihr trefft Monate spĂ€ter aufeinander. Es ist spĂ€t, man hat sich lange nicht gesehen und dann flippt der Lebenspartner eures GegenĂŒber aus dem Nichts heraus aus, schlĂ€gt zu und stĂ¶ĂŸt Drohungen aus. Schlimme Drohungen. So schlimm, dass ihr Kind und Kegel einpackt und instant nach Hause fahrt. Unter Schock und mitten in der Nacht.

Mal angenommen – rein hypothetisch natĂŒrlich – ihr schreibt eine E-Mail, sobald ihr daheim seid. Einen reflektierten Text ohne VorwĂŒrfe, in dem ihr klar und sachlich beschreibt, was ihr gesehen habt und dem SchlĂ€ger Hausverbot erteilt. Ihr fĂŒhlt euch schlecht, trĂ€umt schlecht, es geht euch nicht gut. Und ihr wartet auf eine Reaktion der anderen Partei.

Mal angenommen – rein hypothetisch natĂŒrlich – diese Reaktion, sie kommt nicht. Ihr wartet eine Weile, in euch brodelt es, ihr werdet wĂŒtend. Vorbei die Reflektiertheit, was bleibt, ist Fassungslosigkeit, Wut, EnttĂ€uschung. All diese GefĂŒhle packt ihr mit vielen Ausrufezeichen in eine weitere E-Mail, die damit endet, dass ihr den Kontakt abbrecht. Auf eine Anzeige verzichtet ihr, auch wenn ihr durchaus das Recht dazu hĂ€ttet.

Mal angenommen – rein hypthetisch natĂŒrlich – nach drei Wochen erhaltet ihr eine E-Mail. In dieser E-Mail befindet sich weder ErklĂ€rung noch Entschuldigung. TatsĂ€chlich befindet sich in dieser E-Mail ĂŒberhaupt kein Text, sondern lediglich dieses Bild:

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Rein hypothtisch, natĂŒrlich.

Zu wenig.

Zu spÀt.

Categories: Zweite Seele

Laufkind

Zwei Wochen ist es her, seitdem das Kind die ersten freien Schritte von mir weg machte. Plötzlich stand er morgens von meinem Schoß auf und wackelte von mir fort, 5, 6 Schritte, bis er das Spielzeug erreicht hatte, was er haben wollte. Stolz und froh drehte er sich zu mir um, die ich fassungslos am Boden saß – mein Kind lĂ€uft!

Und ich stellte mir die Frage – ab wann kann man denn sagen, dass das Kind lĂ€uft? Die ersten wackeligen Schritte von mir zum Papa machte er schon vor drei Monaten. Immer mal wieder ĂŒbte er, lief, ließ sich vornĂŒber in unsere Arme fallen. SeitwĂ€rts an den Möbeln entlang sah ich ihn kaum laufen, obwohl man doch immer wieder liest, dass sei ja quasi der nĂ€chste Schritt nach dem freien Stehen zum Laufen. Auch besitzt das Kind weder Lauflernwagen noch nahmen wir ihn an die HĂ€nde zum Laufen. Manchmal frage ich mich, ob es dann schneller gegangen wĂ€re? So oder so stand er irgendwann auf dem Bett und lief. Wie immer ĂŒbte er auch diese motorische FĂ€higkeit erstmal dort, wo er weich fallen wĂŒrde, sollte er das Gleichgewicht passieren. Doch das geschah nicht. Er lief einfach. Auch jetzt fĂ€llt er kaum. Er lĂ€uft einfach, tapsig und immer noch im betrunkenen Seemannsgang, aber er stolpert nicht. Und wenn er keine Lust mehr hat, geht er gezielt (und teilweise sehr schwungvoll) auf die Knie und bewegt sich im Kniegang weiter.

Mein Kind lĂ€uft. Whaaa!! 😀

Categories: Dein Anblick

Wasserratte

Mit nichts kann man die kleine F(l)edermaus derzeit glĂŒcklicher machen, als mit SchĂŒttspielen. Oft verlangt er nach etwas zu trinken, um es dann 3 Sekunden spĂ€ter auszukippen. Oder in einen grĂ¶ĂŸeren Becher zu schĂŒtten. Oder in eine Schale. Aus Schalen trinken ist sehr beliebt, seit sein Papa einmal unbedacht die Milch aus einer MĂŒslischale trank und der Kleine das sah. GlĂ€ser, Becher, Schalen, GetrĂ€nke und ganze Mahlzeiten – alles wird aus- und umgeschĂŒttet, in andere GefĂ€ĂŸe, auf den Tisch, auf den Boden.

Und wie immer bei Kinder- und Erziehungsdingen gibt es Tage, an denen kann ich damit besser umgehen, und Tage, an denen kann ich damit schlechter umgehen. Tage, an denen ich morgens um halb neun schon dreimal zĂ€hneknirschend vergossene Milch aufgewischt habe (hat ja keinen Sinn, drĂŒber zu weinen, nicht wahr? Haha) und Tage, an denen kann ich es ganz gelassen nehmen, wenn er das Wasser aus der Badewanne im ganzen Bad verteilt. Oder wir so wie am Freitag ungeplant und ohne Wechselsachen auf einem Spielplatz mit Wasserpumpe landen und er danach mit klatschnasser Hose in Soldatenmanier durch den Sand krabbelt. TatsĂ€chlich stört mich das SchĂŒtten am Tisch am meisten. Nicht so sehr, weil sich das eben nicht gehört – wir geben hier ja selten etwas auf diese „das macht man nicht“ Regeln, sondern, weil es mir keine ruhige Mahlzeit ermöglicht. Und weil es einfach total nervig ist, nach jeder Mahlzeit das Wohnzimmer wischen zu mĂŒssen. Und fĂŒr das Laminat ist es auch nicht so gut.

Tatsche ist, wir haben es mit erklĂ€ren versucht, mit ruhigen Ansagen, mit vom Tisch wegsetzen, mit Alternativen und ja, ich habe mein Kind auch angebrĂŒllt, wenn mir die Nerven rissen. War nicht schön und ich habe mich dafĂŒr bei ihm entschuldigt. Tatsache ist aber auch, egal, was wir taten, das SchĂŒtten hörte nicht auf. Also mussten Alternativen her. SchĂŒttspiele mit Reis oder Suppennudeln fand er ganz witzig, aber SchĂŒtten am Tisch mit Milch ist einfach geiler. Findet er. Ziemlich einfache, aber unortodoxe Lösung – es liegt seit gestern eine Picknickdecke unter unserem Esstisch. Diese hat eine plastizierte RĂŒckseite und schĂŒtzt so das Laminat vor Überflutungen. Eigentlich liegt die nur hier, um erstmal den Schall zu dĂ€mmen (in unserer Essnische hallt es stark, wir mĂŒssen endlich mal Bilder aufhĂ€ngen etc), aber der wasserdichte Nebeneffekt ist nicht zu verachten 😉 Das allein reicht natĂŒrlich nicht, damit das SchĂŒtten aufhört. Und so sitzt das Kind teilweise zwei mal am Tag in der gefĂŒllten Duschwanne, umgeben von Stapelbechern, Löffeln, seiner Gießkanne und diversen SchĂŒsseln und Festivalbechern. Er schĂŒttet, schĂŒttet, schĂŒttet, bis das Wasser kalt ist und seine FĂŒĂŸe schrumpelig. Meist bleibt das Wasser in der Wanne, das Kind ist glĂŒcklich und wird ganz nebenbei sauber und ich sitze daneben und kann lesen oder bloggen. Das nennt man dann wohl eine win-win-Situation 😉

Categories: Dein Anblick