Wie wir einmal über zwei Monate auf einen DSL Anschluss warteten*

und noch immer warten müssen.

Der Grund, warum ich so lange nicht gebloggt habe, ist einfach: wir haben noch immer keinen funktionierenden DSL-Anschluss im Haus. Warum? Das widerum ist kompliziert.

Als wir das Haus ansahen, hing aus unserem Wohnzimmerfenster ein Klingeldraht. Dieser klemmte zwischen Fenster und Rahmen, führte in den Garten der Nachbarn links neben uns und sei, so unser Vermieter, der DSL-Anschluss unserer Vormieter. Und das kam so: wie in Reihenhäusern üblich, führen die Telefonkabel von Haus zu Haus weiter. Vor Jahren bekamen die Nachbarn rechts neben uns eine neue TAE Dose. Im Zuge dessen kappte der Telekom-Techniker unsere Leitung. Den Einwand der Nachbarin, er solle das besser nicht tun, da dies die Telefonleitung zu unseren Vormietern sei, wischte er mit einem „ach, sie haben ja keine Ahnung“ beiseite. Die Nachbarn links neben uns haben das Glück, einen Zweitverteiler im Garten zu haben, und so war nur unser armes kleines Häuschen von der Misere betroffen. Irgendwann kam dann ein weiterer Techniker, dieser legte von eben jenem Zweitverteiler einen Draht über die Terassenbrüstung durch unser Fenster und schloss das Ganze provisorisch an. Leider waren unsere Vormieter so dumm verzweifelt, dass sie dieses Provisorium per Unterschrift absegneten. Sie lebten noch etwa zwei Jahre damit.

Als wir nun bei dieser Hausbesichtigung das Kabel sahen, versicherte uns unser Vermieter, er sei an der Sache dran. War er auch, hatte verschiedene Hotlines damit beschäftigt (unter anderem die Bauherren- und die Vorstandsabteilung), von denen jedoch keiner die Sache ernst nahm, denn – wer hätte es gedacht – die Telekom zieht Endleitungen ausschließlich für eigene oder Vodafonekunden. Dummerweise waren wir jedoch bei 1&1. Wir sollten uns an unseren Provider wenden, die seien zuständig. 1&1 wälzte die Verantwortung auf den Vermieter ab, erwähnten bei den unzähligen Telefonaten, die wir führten, jedoch nicht einmal, was genau der Vermieter denn nun tun solle (nämlich einen Elektriker beauftragen, ein DSL Kabel vom Verteiler zu unserer Dose zu legen.) Der Vermieter widerum wandte sich ausdauernd an die Telekom in der irrigen Annahme, dass reiche.

Es kamen im Abstand von 4 Wochen zwei Techniker, einer frecher als der andere. Der erste hörte gar nicht richtig zu, der zweite eröffnete den Besuch mit den Worten „Ich sags gleich, ich leg hier keine Leitung, bin ich nicht für zuständig“ und ging mit den Worten „Is mir egal, ich mach das nur noch drei Jahre, dann bin ich in Rente.“ Wir hatten die Schnauze gestrichen voll und pochten auf Sonderkündigungsrecht bei 1&1. Immerhin gab der zweite Techniker nebenbei den Hinweis, dass Endleitungen nur noch für eigene Kunden gezogen werden – wir klammerten uns an diesen Strohhalm und schlossen mit ungutem Gefühl einen Vertrag beim großen T ab.

Wieder warteten wir auf den Techniker. Im Vorfeld führten wir mehrfache Telefonate mit der Hotline, und betonten bei jedem Gespräch mindestens 4x, dass hier aber noch eine Leitung gezogen werden müsse. Tja. Ratet. Der Mann nahm sich extra Urlaub, die Nachbarn, in dessen Garten der Hauptverteiler steht, blieben extra heute morgen daheim. Der Typ kam, sah, und machte NICHTS. Das heißt, doch – er tat etwas, er war unglaublich frech. Erwiderte das Guten Morgen des Mannes mit „Na, ob das ein guter Morgen wird, weiß ich nicht“, ließ uns nicht ausreden und bügelte jegliche Verantwortung auf uns als Kunden ab. (Mal im Ernst, liebe Telekom – haben eure Techniker von Haus aus kein Bock auf ihren Job oder werden die in der ersten Schulung auf unhöflich rotzfrech getrimmt? Je ätzender zum Kunden, desto höher die Prämie?) Erst auf meinen vehementen Hinweis, er solle mich bitte aussprechen lassen und er könne doch wohl nicht im Ernst den Fehler bei uns sehen, wenn die Hotline nicht in der Lage sei, ihre Leute entsprechend zu instruieren (und einem dezenten Ausraster des Mannes) lenkte er ein und legte persönlich einen neuen Termin für uns. Wohlweislich Leider hat der junge Mann sich nicht vorgestellt, sodass wir uns nun auf niemanden berufen können. Wir brauchen dann bitte am Dienstag zwischen 12 und 18 Uhr irgendwann eure Daumen.

*die Sache mit der SEO-konformen Überschrift, Keywords etc lern ich in diesem Leben nicht mehr. Sei’s drum.

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