Telekom Hölle Teil 2

Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden

So sagt eine japanische alte Weisheit. Nun denn. Ich bin mittlerweile sehr wütend. Sehr sehr wütend. Tatsächlich denke ich scharf über eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur nach.

Der Telekomiker kam am Dienstag – es war btw jener, welcher mir vor Wochen so nonchalant erklärte, er werde hier jetzt keine Leitung ziehen und überhaupt gehe er ja eh in drei Jahren in Rente – zeigte sich überraschend freundlich und zückte seine Bohrmaschine. Noch bevor er sie ansetzte, entspann sich folgender Dialog:

Ich: „Ähm…ich weiß nicht, wie hier im Haus die Leitungen liegen…“

Er: „Ach, immer senkrecht von der  Dose weg, immer senkrecht!“

Er zückt nun also die Maschine, setzt an, es gibt Krach und Staub und dann einen hellen Funkenflug. Danach Stille, welche jäh unterbrochen wird:

Er: „WER ZIEHT DENN SO LEITUNGEN!“

Ich (süß): „Haben Sie sich was getan?“

Nein, er habe sich nichts getan, ach was, höhö. „Tja, da muss ein Elektriker kommen und das reparieren“ – und, nach einem Blick auf die von ihm hingerichtete Steckdose: „aber, ach, die konnten sie ja eh nicht nutzen, da hält ja kein Stecker drin.“ (Anm.d.R.: es handelt sich um eine Steckdose ohne Vertiefung, wir wohnen halt in einem alten Haus). Dann endlich bohrt er ein Loch, zieht das fehlende Kabel, verkabelt alles, geht zum Hauptschalter und zum Verteiler nebenan und bevor er sich  verabschiedet, wird es doch noch fast nett. Auf meine Frage, wer denn die Kosten für den Elektriker übernehme, lässt er mir seine Daten da. Als Selbständiger sei er natürlich gegen so etwas versichert! Ich schlucke die Frage, ob ihm „so etwas“ öfter passiere, herunter und verabschiede mich freundlich.

Das Kind ist müde, also später Mittagsschlaf. Als er schläft, verbinde ich den Telekom-Receiver (wir haben das Entertain-Paket) mit Fernseher, Router und Strom. Und dann warte ich – darauf, dass die FritzBox DSL empfängt. Tut sie aber nicht, auch Stunden später mit dem eigens neu gekauften Kabel nicht. Ein Anruf des Mannes bei der Hotline (mal wieder!) ergibt: „das kann schon mal 24 Stunden dauern, bis das DSL nach einem Technikertermin läuft.“ Aha.

Wir warten also weiter. Notgedrungen. Gehen ins Bett, stehen heute auf und hey, haben immer noch kein Internet. Telefon geht auch nicht, vom TV ganz zu schweigen. Ein erneuter Anruf bei der Hotline ergibt für mich die Erkenntnis, mein Mann besitzt eine Engelsgeduld. Während  ich vom brennenden magentafarbenen T tagträume (ja, ich bin wirklich richtig sauer), spricht er mit diversen Agents, erklärt, lässt diagnostizieren, steckt Kabel um.

Ende vom Lied: der Techniker hat irgendein Kabel falsch eingesteckt. Am Montag ein neuer Technikertermin. Das wäre dann insgesamt der sechste „Fachmann“, der hier aufläuft. Bin gespannt, ob wir dann denn bereits Ende April abgeschlossenen Vertrag bei der Telekom endlich nutzen können.

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Wie wir einmal über zwei Monate auf einen DSL Anschluss warteten*

und noch immer warten müssen.

Der Grund, warum ich so lange nicht gebloggt habe, ist einfach: wir haben noch immer keinen funktionierenden DSL-Anschluss im Haus. Warum? Das widerum ist kompliziert.

Als wir das Haus ansahen, hing aus unserem Wohnzimmerfenster ein Klingeldraht. Dieser klemmte zwischen Fenster und Rahmen, führte in den Garten der Nachbarn links neben uns und sei, so unser Vermieter, der DSL-Anschluss unserer Vormieter. Und das kam so: wie in Reihenhäusern üblich, führen die Telefonkabel von Haus zu Haus weiter. Vor Jahren bekamen die Nachbarn rechts neben uns eine neue TAE Dose. Im Zuge dessen kappte der Telekom-Techniker unsere Leitung. Den Einwand der Nachbarin, er solle das besser nicht tun, da dies die Telefonleitung zu unseren Vormietern sei, wischte er mit einem „ach, sie haben ja keine Ahnung“ beiseite. Die Nachbarn links neben uns haben das Glück, einen Zweitverteiler im Garten zu haben, und so war nur unser armes kleines Häuschen von der Misere betroffen. Irgendwann kam dann ein weiterer Techniker, dieser legte von eben jenem Zweitverteiler einen Draht über die Terassenbrüstung durch unser Fenster und schloss das Ganze provisorisch an. Leider waren unsere Vormieter so dumm verzweifelt, dass sie dieses Provisorium per Unterschrift absegneten. Sie lebten noch etwa zwei Jahre damit.

Als wir nun bei dieser Hausbesichtigung das Kabel sahen, versicherte uns unser Vermieter, er sei an der Sache dran. War er auch, hatte verschiedene Hotlines damit beschäftigt (unter anderem die Bauherren- und die Vorstandsabteilung), von denen jedoch keiner die Sache ernst nahm, denn – wer hätte es gedacht – die Telekom zieht Endleitungen ausschließlich für eigene oder Vodafonekunden. Dummerweise waren wir jedoch bei 1&1. Wir sollten uns an unseren Provider wenden, die seien zuständig. 1&1 wälzte die Verantwortung auf den Vermieter ab, erwähnten bei den unzähligen Telefonaten, die wir führten, jedoch nicht einmal, was genau der Vermieter denn nun tun solle (nämlich einen Elektriker beauftragen, ein DSL Kabel vom Verteiler zu unserer Dose zu legen.) Der Vermieter widerum wandte sich ausdauernd an die Telekom in der irrigen Annahme, dass reiche.

Es kamen im Abstand von 4 Wochen zwei Techniker, einer frecher als der andere. Der erste hörte gar nicht richtig zu, der zweite eröffnete den Besuch mit den Worten „Ich sags gleich, ich leg hier keine Leitung, bin ich nicht für zuständig“ und ging mit den Worten „Is mir egal, ich mach das nur noch drei Jahre, dann bin ich in Rente.“ Wir hatten die Schnauze gestrichen voll und pochten auf Sonderkündigungsrecht bei 1&1. Immerhin gab der zweite Techniker nebenbei den Hinweis, dass Endleitungen nur noch für eigene Kunden gezogen werden – wir klammerten uns an diesen Strohhalm und schlossen mit ungutem Gefühl einen Vertrag beim großen T ab.

Wieder warteten wir auf den Techniker. Im Vorfeld führten wir mehrfache Telefonate mit der Hotline, und betonten bei jedem Gespräch mindestens 4x, dass hier aber noch eine Leitung gezogen werden müsse. Tja. Ratet. Der Mann nahm sich extra Urlaub, die Nachbarn, in dessen Garten der Hauptverteiler steht, blieben extra heute morgen daheim. Der Typ kam, sah, und machte NICHTS. Das heißt, doch – er tat etwas, er war unglaublich frech. Erwiderte das Guten Morgen des Mannes mit „Na, ob das ein guter Morgen wird, weiß ich nicht“, ließ uns nicht ausreden und bügelte jegliche Verantwortung auf uns als Kunden ab. (Mal im Ernst, liebe Telekom – haben eure Techniker von Haus aus kein Bock auf ihren Job oder werden die in der ersten Schulung auf unhöflich rotzfrech getrimmt? Je ätzender zum Kunden, desto höher die Prämie?) Erst auf meinen vehementen Hinweis, er solle mich bitte aussprechen lassen und er könne doch wohl nicht im Ernst den Fehler bei uns sehen, wenn die Hotline nicht in der Lage sei, ihre Leute entsprechend zu instruieren (und einem dezenten Ausraster des Mannes) lenkte er ein und legte persönlich einen neuen Termin für uns. Wohlweislich Leider hat der junge Mann sich nicht vorgestellt, sodass wir uns nun auf niemanden berufen können. Wir brauchen dann bitte am Dienstag zwischen 12 und 18 Uhr irgendwann eure Daumen.

*die Sache mit der SEO-konformen Überschrift, Keywords etc lern ich in diesem Leben nicht mehr. Sei’s drum.

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