Spätgebloggt

Liebes Tagebuch, heute war durchwachsen. Gestern spät ins Bett gekommen, um 2 war ich wach, um 3 der Kleine, um 4 wir alle. Und das zog sich so nahtlos durch den Tag.

Dienstags ist es immer etwas schwierig, da steht außer Einkaufen nichts weiter an und so ohne Auto (das ist weiterhin wegen Geldmangel defekt) ist das auch nicht ganz einfach. Das Kind in die Trage, den Einkaufstrolley in die Hand und dann bei Regen – ich kann mir was schöneres vorstellen! Zumal der Lütte sich mal wieder nen Spaß daraus gemacht hat, mir im Gesicht zu kratzen und zu kneifen. Ich weiß ja, dass er das nicht tut, um mich zu ärgern und mir weh zu tun, er findet es nur so urkomisch, dass ich dann Nein! sagend (zähneknirschend/fauchend/brummend/wütend zischend/…) wie Rumpelstilzchen an die Decke gehe. Wenn ich eines hasse, dann das. Das macht mich von jetzt ahf gleich unheimlich aggressiv und ich fürchte mich vor meinen eigenen Reaktionen. Ich muss in letzter Zeit häufig nein gesagt haben, er integrierte das für sich heute voll ins Spiel. Das macht mich traurig, so möchte ich nicht sein, so möchte ich unser Kind nicht aufziehen. Ich arbeite also an meiner Gelassenheit und Ruhe. Puh.

Der Einkauf war dann dank Bestechungsessen (Brioche, Wiener, Quetschie – ja ich mache sowas, verklagt mich doch) nur mittelschlimm. 15 Monate sein muss schlimm sein. Backenzähne my ass ey. 🙁 Als es dann darum ging, den Einkauf in den Trolley zu packen, lenkte ich ihn mit einem Kakao ab. Tjoar, wat soll ich sagen – Trinkpäckchen nicht ohne Aufsicht geben, ne? Er schaffte es irgendwie, sich vom Kragen bis zum Knie einzusauen. Immerhin kann ich somit sagen, so viel Kakao hatte er gar nicht! :p Da ich keine Wechselklamotten dabei hatte, aber auch keine Lust, mein Shirt ebenfalls mit Kakao zu tränken, zog ich mich kurzerhand im Wickelraum bis auf den BH aus, packte das nasse Kind in den MySol und zog den Mantel wieder an. Auf dem Rückweg verpasste ich eine Bahn, hievte den vollen Einkaufstrolley in die nächste (zwischen die beiden Kerle, die dort in der Tür standen und natürlich nicht halfen, warum auch) und fuhr heim. Kind, Trolley und mich zeitgleich 2 1/2 Stockwerke hoch schleppen, dem Kind die nasse Hose ausziehen, den Einkauf wegräumen, das Gejammere des Kindes überhören, der sich unter Nölen, Jammern und Jaulen in den Stand zieht (er kann das durchaus klaglos, heute war irgendwie der Wurm drin) und schnelle Hühnersuppe kochen. Zum Glück kamen Freunde zu Besuch und sorgten für einen emotional zwar anstrengenden, aber geistig erfolgreichen und entspannten Abend. Morgen wird besser. So.

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