Kita, Tagesmutter, Spielkreis? Ja was denn nu?

Die kleine F(l)edermaus ist jetzt fast 15 Monate alt und vor einger Zeit flatterte uns der sogenannte „Kita-Pass“ ins Haus. Diesen Ausweis braucht man bei uns bei der Anmeldung in einer Kita oder Spielkreis oder für die Betreuung durch eine Tagesmutter. Er enthält unter anderem die ID-Nummer des Kindes, damit eine Mehrfachanmeldung verhindert wird.

Wir könnten uns nun also festlegen, wo das Kind betreut werden soll. Wir wurden auch schon danach gefragt, z.B. von den Frauen aus meinem ehemaligen Geburtsvorbereitungskurs. Auch Freunde und Bekannte fragen, wie wir das denn machen wollen? Um uns herum sehe ich viele verschiedene Modelle, die Erdnuss geht zur Tagesmutter, viele Kinder in meiner Timeline besuchen eine Kita. Der kleinen F(l)edermaus liebste Spielkameradin ist daheim.

Wir haben uns ebenfalls dafür entschieden, unser Kind nicht „fremdbetreuen“ zu lassen. In eine Kita, da waren wir uns ganz sicher, möchten wir ihn nicht geben – als diese Entscheidung fiel, war er noch sehr viel unausgeglichener als jetzt, aber wir haben unsere Meinung dennoch nicht geändert. Wenn schon woanders betreut, dann wäre eher eine Tagesmutter in Betracht gekommen. Eine kleine Gruppe mit nicht zuvielen Kindern, ein kleiner Betreuungsschlüssel und eben bindungsorientiert und gerne auch unerzogen. Eine Tagesmutter, die den Lütten trägt beim Spaziergang und sich über das Chaos bei BLW nicht aufregt :mrgreen: Erst dachten wir nicht großartig daran (hier ist es nicht so krass, dass man quasi mit positivem Test auch gleich einen Betreuungsplatz suchen muss), und als der Kleine alt genug war, und eben so war, wie er war, da stand die Entscheidung recht schnell: nee, wir verzichten lieber auf das zweite Gehalt und lassen das Kind zu Hause. Wir – das heißt, der Mann – hat sich also hingesetzt und durchgerechnet, ob das überhaupt machbar sei mit nur einem Gehalt. Nun muss man wissen, dass ich auch in der Schwangerschaft nicht mehr angestellt war, stattdessen hab ich so vor mich hingeschrieben, aber alles in allem war das noch nicht so groß ausgebaut und brachte jetzt nicht das bahnbrechende Gehalt, auf das man auf keinen Fall verzichten könne. 😉 (Ja, das ist gleichzeitig auch eine Entscheidung für ein klassisches Rollenmodell, bei der mein Mann Alleinverdiener ist, und ich als „Stay at home Mom“ (ich find den Begriff ja blöd, warum muss man denn bitte alles neumodisch englisch nennen, damit es „besser“ klingt? Was ist aus der guten alten Hausfrau und Mutter geworden?) für Haus und Kind sorge. Mir ist bewusst, dass ich abhängig bin vom Gehalt des Mannes, aber so what, es ist nunmal unsere Entscheidung. Gleichberechtigung beinhaltet für mich auch die Freiheit, mich für ein Leben als Hausfrau und Mutter zu entscheiden.)

Was? Wie wir das Kind daheim lassen können, es braucht doch schließlich frische Luft? Wie konnte ich das vergessen! Ich sag ja gern, für frische Luft mach ich das Fenster auf 😛

Hm? Bewegung? Kinder brauchen doch Bewegung? Haben Sie schonmal ein Kind gesehen, welches gerade das Stehen für sich entdeckt hat und wohl bald das Laufen lernt? Der Herr Sohn macht den lieben langen Tag nichts anders, als wie der Blitz durch die Wohnung zu krabbeln und sich an allem hochzuziehen, was ihm in die Finger kommt. Gerne auch eher locker sitzende Schlumperbüxen – da muss man aufpassen, dass man nicht ungeplant unten ohne dasteht!

Ach, soziale Kontakte braucht er auch. Ja. Na, da ist es ja gut, dass wir nahezu jeden Tag unterwegs sind und kleine Minimenschen in seiner Größe treffen. 😉 Montags Bücherei, zwei mal die Woche Krabbeltreffen, zwei mal die Woche Treffen mit Eltern der Gemeinde (gut, einmal ist es der Gottesdienst, aber das zählt, da sind Kinder! =p)… ich denke, soziale Kontakte zu Kindern hat die kleine F(l)edermaus wahrlich genug. Und so verwarfen wir auch schnell die Idee vom Spielkreis wieder, die zwischenzeitlich auf dem Tisch war. Eigentlich kommen wir nämlich auch ohne anderweitige Betreuung ganz gut zurecht.

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