Zukunftsweisend

Da ich bei Twitter im Moment so oft gefragt werde, was denn um Himmels willen bei uns nur los sei, meine Tweets klängen momentan „nicht so gut“ – ich kann nicht alles öffentlich machen. Es passiert viel hier grade, unser Sohn entwickelt sich ganz toll, mein Mann tritt im neuen Jahr eine neue Stelle an, alles super. Eigentlich. Dann entdeckten wir Schimmel in unserer Wohnung, schlimm diesmal, die Badezimmerdecke sieht gesprenkelt aus, im Schlafzimmer an der Außenwand ließ es sich mit Mühe abwischen, die Wohnzimmeraußenwand weist feuchte Flecken auf. Als wir das Sofa umstellen wollten, mussten wir schockiert feststellen,dass die Recamiere großflächig angeschimmelt war. Unser Sofa. Wo wir jeden Tag drauf sitzen, wo unser Kind drauf spielt und sich abends eine Kissenschlacht mit seinem Vater liefert. Ich bekam einen Heulkrampf, wir schmissen das verschimmelte Teil weg und machten uns sofort auf die Suche nach einem neuen Domizil.

Wir wollten nächstes Jahr eh umziehen, wir wünschten uns etwas mit eigenem Garten, vielleicht ohne Nachbarn, jedenfalls mit weniger Nachbarn und vor allem – ohne unsere Nachbarn nebenan, die sich in dieser Zeit beinahe täglich so agressiv stritten, dass ich auf dem Sofa regelmäßig zusammenzuckte. Wir wälzten Anzeigen, eine Freundin half uns, wir beratschlagten, in welchen Stadtteil wir ziehen wollten bzw. welche Stadtteile gar nicht in Frage kämen. Wir fanden unser Wunschobjekt (Garten, 4 Zimmer, Eckbadewanne, das ganze im Wunschstadtteil!), aber der Makler meldete sich nicht und so suchten wir weiter. Und dann tauchte da dieses kleine Reihenhaus auf, in einem Stadtteil, den wir zunächst gar nicht in Betracht gezogen hatten. Aber je mehr wir darüber nachdachten, desto besser gefiel uns die Idee, Freunde würden dort ums Eck wohnen, die Wunschschule wäre nicht mehr so weit entfernt und hey, es war bezahlbar und hatte einen Garten. Also machte ich einen Termin aus. Die Besichtigung kam und wir fanden es toll. Mussten zwar Abstriche machen (leider keine Badewanne und wieder kein Fenster im Bad), aber das Objekt war es wert. Eine Küche mit Einbauküche, ein großzügiges Wohnzimmer mit Platz für eine Essecke, ein Hauswirtschaftsraum und drei weitere, bislang noch völlig im Rohzustand sich befindende Zimmer, die der Eigentümer in Absprache mit dem neuen Mieter würde renovieren lassen. Dazu ein kleiner Garten mit Gemüsebeet und eine Terasse, auf der man sitzen kann. Das alles in einer ruhigen Gegend, ein Wohnviertel mit vielen Kindern. Heute abend lernen wir den Eigentümer kennen und wir hoffen sehr, dass wir ihn überzeugen können. Daumen sind dafür auf jeden Fall erwünscht!

Mehr noch brauchen wir jedoch Glück in einer Angelegenheit, zu der ich leider nicht öffentlich Stellung beziehen kann, wenn ich uns schützen möchte. Nur soviel sei gesagt: die Vergangenheit kam mit ein paaar sehr hässlichen Lügen um die Ecke, die uns unter Umständen das Genick brechen und unsere Existenz, so wie wir sie aufgebaut und weiter planen, kosten könnte. Tatsächlich schwebt diese Bedrohung schon seit mehreren Jahren über uns, aber es zog sich und zog sich und geriet in den Hintergrund. Wie eine Katze, die eine Maus belauert und auf den perfekten Moment zum Zuschlagen wartet, so schwebte es damoklesschwertgleich über uns. Wir konnten nichts weiter tun, als warten. Und auch jetzt können wir nur warten und hoffen und beten, dass das Gericht die Sache zu unseren Gunsten entscheidet. Das belastet und zermürbt mich grade sehr, denn wir sind darauf angewiesen, dass die Geschichte als das wahrgenommen wird, was sie ist – eine Lüge. Einzig und allein dazu erzählt, um uns zu schaden. Ich hoffe, dass die Wahrheit ans Licht kommt, wir einen Schlussstrich ziehen und endlich wieder befreit atmen können. Ich brenne darauf, das ganze zu verbloggen, ohne die Kryptik, die ich jetzt aufbringen muss. Aber bis dahin warten wir weiter – und hoffen und beten.

Categories: Zweite Seele

Wenn einer eine Reise tut

dann kann er was erleben.

Diese Woche verbringen wir bei meiner Schwiegerfamilie in der Nähe von Dresden. Der Plan war, so zu fahren, dass die kleine F(l)edermaus im Auto schlafen würde. Den ersten Zwischenstopp verbrachten wir im Ikea in Braunschweig. Wir aßen eine Kleinigkeit, der Lütte spielte und bewegte sich und wir kauften noch ein paar Kleinigkeiten ein, ehe wir uns wieder auf den Weg machten. Der zweite Halt war in Leipzig bei den dortigen Jesus Freaks geplant.

Leider wurde nichts daraus, denn irgendwo auf halber Strecke mitten in der Pampa hörten wir ein „kläng kläng kläng“ – wir fuhren auf den Seitenstreifen, hielten und sahen,dass der Auspuff nur noch am seidenen Faden hing. Um genauer zu sein,  schleifte er über den Boden. Weiterfahren war keine Option, also raus aus dem Auto, die MySol umgebunden und das vor  15 Minuten grade eingeschlafene Kind eingebunden. Klar, dass er wach wurde, nicht? Tief unter den Unmengen von Sachen,  die wir mithatten, lagen die Warnwesten. So standen wir an der A2, die LKW rauschten an uns vorbei und es war einfach extrem laut. Als HSP kam ich damit nicht so wirklich klar, aber es nutzte ja nix, der Kleine war noch viel überforderter als ich. Dem Mann ging es  ähnlich, aber er rief erstmal den Pannendienst an. Eine Stunde später bekam er einen Anruf von einem extrem angepissten Fahrer, der ihn fragte: „Sie stehen gar nicht da, wo Sie gesagt haben, dass Sie stehen!“ Da erst fiel meinem Mann auf, dass er der Leitstelle wohl die falsche Autobahn genannt hatte. Der Fahrer versprach, das an den Pannendienst weiterzuleiten – diese würden uns dann zurück rufen. Als nach 10 Minuten noch kein Rückruf erfolgt war, rief mein Mann erneut an. Doch jetzt konnte kein Auftrag auf das Kennzeichen unseres Wagens gefunden werden. Ähm, bitte was? Es war laut, es war kalt, das Kind war überfordert und ich musste dringend mal pinkeln – und jetzt finden die unseren Auftrag nicht? Na super. Weitere 10 Minuten später war die Sache jedoch geklärt und irgendwann tauchte dann der Abschleppdienst bei uns auf.

Ich war so erleichtert! Da der Motor nicht mehr ansprang (in unserer Nervosität vergaßen wir, das Licht auszumachen und die Batterie hatte darunter gelitten) sollte das Auto per Haken auf den Schlepper gezogen werden. Also wieder in die Untiefen des Kofferraums getaucht, die Öse rausgekramt, die ans Auto geschraubt werden muss für diesen Fall und dann kam der Mechaniker auch schon wieder zurück und gab uns die Öse wieder. Das Gewinde ist vollständig durchgerostet und so können wir nur noch mit besonderen Tricks abgeschleppt werden, was jedoch widerum eine Kostenerhöhung bedeutet hätte. Ich muss wohl sehr verzweifelt geguckt haben, jedenfalls sah uns der gute Mann an, legte sich auf den Asphalt und warf einen prüfenden Blick unter unser Auto. Dann trat er einmal beherzt zu, sodass der Endschalldämpfer polternd zu Boden fiel. Wir machen das jetzt unkompliziert, verkündete er, ihr gebt mir XY € und ich stell die Anfahrt nicht in Rechnung. Der Wagen ist zwar jetzt lauter, aber ihr kommt sicher bis an euer Ziel, fahrt morgen in ne Werkstatt und lasst das reparieren und könnt jetzt schnell weiterfahren. Ich war so erleichtert!! Habe ich uns doch schon mitten in einem kleinen Kaff in der Werkstatt festsitzen sehen, ohne Ersatzwagen oder mit einem Ersatzwagen ohne Isofix (was bedeutet hätte, wir haben keinen Ersatzwagen, denn unser Reboarder lässt sich ausschließlich via Isofix befestigen), mit einem völlig überreizten und müden Kind und ohne Plan, wie das jetzt weiter gehen soll. Der Haken an der Geschichte: wir hatten kein Bargeld dabei. Und das Auto sprang nicht an. Also fuhr der nette Abschleppmensch seinen LKW ein gutes Stück vor (nicht weglaufen, sprach er dabei und ich kicherte ein wenig, denn wo sollten wir schon hin, auf der Autobahn, mit einem einjährigen und ohne funktionierendes Fahrzeug?), hieß den Mann das Auto anschieben und startete erfolgreich den Wagen. So folgten wir dem Abschlepper bis zum nahe gelegenen Parkplatz, mein Mann holte den abgemachten Betrag (und legte noch was drauf, da wir definitiv unter den Abschleppkosten gelegen haben und einfach so dankbar waren) und wir fuhren weiter.

Die Weiterfahrt war geprägt von einem überreiztem Kind und often Stopps, da der Zwerg weinte und sich nicht beruhigte. Irgendwann tat ich das, was ich niemals tun wollte – ich kniete mich über den Reboarder und stillte das Kind während der Fahrt, denn es war das Einzige, was half. Zwanzig Minuten, bevor wir bei meinem Schwager ankamen, fiel das kind erschöpft in einen Schlaf, der so tief war, dass ich ihn tatsächlich aus dem Autositz in den MySol setzen, in der Wohnung die Freundin meines Schwagers samt Kind begrüßen, die kleine F(l)edermaus aus dem MySol aufs Sofa, wickeln und in die inzwischen aufgebaute Nonomo legen konnte, ohne dass er nennenswert wach wurde. Jetzt schläft er und ich hoffe, die Nacht wird erträglich, denn schließlich waren wir 11 Stunden unterwegs, in denen er keine größeren Pausen hatte, um gesammelte Eindrücke zu verarbeiten. Morgen müssen wir uns dann eine Werkstatt suchen, die den Wagen schnell repariert, denn Mittwoch ist hier Feiertag und Freitag müssen wir schon wieder fahren. Puh.

Categories: Immer dieselbe Leier

Wochenende in Bildern 15/16 November

Wieder Wochenende, und wieder sammelt Susanne Bilder! Nachdem ich letzte Woche nicht dabei war (Schimmel hatte mir spontan die Laune verdorben), mache ich dieses Mal wieder mit. (Ich habe keine Ahnung, warum die Bilder ni richtig gedreht sind, ändern lässt es sich gerade nicht, sorry!)

Müde und immer noch mit einer Erkältung kämpfend. Ich muss dieses Wochenende dringend Haare färben, ich schiebe das schon seit Monaten vor mir her. Dreadlocks färben ist im Grunde genommen einfach, braucht aber deutlich mehr Zeit wie mit unverfilzten Haaren.

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Beim Frühstück bemerken wir, dass das Kind deutlich gewachsen sein muss. Gleich mal den Imbus rauskramen!

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Um Mittag rum sortiere ich Kleidung der kleinen F(l)edermaus. Wir wollen Montag meine Schwiegereltern besuchen, also fang ich schon mal an, zu packen.

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Da der Kleine jedoch müde wird, unterbreche ich die Packerei zugunsten des Mittagsschlafes. Die Zeit vertreibe ich mir mit Stricken.

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Der Nachmittag vergeht mit Packen, Wäsche waschen und spielen. Nach dem Abendbrot ist Badezeit – der Zwerg genießt es jetzt sehr, dass er selbst in der Wanne sitzen kann.

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Noch ein Buch vorgelesen, eine Runde getobt und dann ist es Zeit fürs Bett.

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Der Sonntag beginnt für mich um 5:irgendwas. Dabei habe ich es noch gut, denn das Kind wurde um Mitternacht wach und schlief erst um 3 wieder. Diese Zeit übernahm jedoch der Mann, sodass ich schlafen konnte ♥ Dennoch bin ich müde – im Gegensatz zum Kind, der schon um halb sechs fröhlich mit Walnüssen spielt.

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Frühstück gibt es bei uns am Wochenende so gegen zehn. Diesmal wecke ich den Mann nicht, doch wenig später gesellt er sich eh dazu. Während die Brötchen im Ofen sind, hilft das Kind mir im Haushalt. Ausräumen ist grad der große Hit!

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So sieht unser Wohnzimmer übrigens im bespielten Zustand aus. 😉20141116_122000

Den Nachmittag verbringen wir wieder bei der Gemeinde. Heute findet eine Kindersegnung statt – während alle anderen beten, hat das Kind das Bällebad komplett für sich allein und hat sichtlich Spaß daran.

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Abends fallen wir fast um vor Müdigkeit. Aber es hilft nix, die Farbe kommt ja nicht durch Zauberhand auf meinen Kopf. Spontan entschließe ich mich dazu, meine Dreads um etwa die Hälfte zu kürzen. Warum ist mir das nicht vor dem Färben eingefallen?

Wie war denn euer Wochenende so?

Categories: Immer dieselbe Leier