Monatsbericht #11

Mein Liebstes,

in einem Monat wirst du schon ein Jahr alt und ich wundere mich, wohin die Zeit verschwunden ist. In diesem letzten Monat hat sich soviel bei dir getan!

Du futterst wie ein Scheunendrescher und schläfst weiterhin eher schlecht. Dein Wortschatz umfasst die Worte Mama, Papa, Tate/Tatz (Katze), Tarre (Gitarre) und nein. Woher du das nein hast, kann ich mir nicht erklären, das hörst du hier wirklich selten 😀

Du hast jetzt alle acht vorderen Schneidezähne und weißt auch gut, damit umzugehen. Leider beschränken sich deine Übungsfelder nicht nur aufs Essen, und so ist kein Zeh vor deinen scharfen Zähnen sicher. Auch Nasen, Hände, Oberschenkel und meine Brustwarzen sind gern Ziel deiner Knabbereien, die mal mehr, mal weniger schmerzhaft sind. Meistens willst du einfach raufen, dann lassen wir dich und geben dir eine Fläche, an der du deine Kräfte messen kannst und toben mit dir rum. Tust du uns allerdings ernsthaft weh, machen wir dir das natürlich auch klar. Wir erklären dann, dass beißen weh tut und geben dir eine Alternative, das klappt häufig ganz gut.

Du hast das Küsschen geben entdeckt, was wirklich äußerst niedlich ist. <3 Fragt man dich, ob man ein Küsschen bekommt, und du hast Lust dazu, dann kommst dud ganz nah, drückst den Mund auf und knutschst uns mit Hingabe. Hinterher strahlen deine Augen sehr 😀 Bei deinem Papa machst du jetzt auch immer öfter den Mund zu beim küssen, bei mir fasziniert dich mein Lippenpiercing wohl zu shr 😉

Generell verständigst du dich grade viel über Gesten. Babyzeichen machen wir nach wie vor, mittlerweile kannst du damit deine Grundbedürfnisse (Milch/stillen, frische Windel, schlafen, Hunger/festes Essen) sehr deutlich kommunizieren. Darüber hinaus kennst du die Zeichen für Musik, „alle alle“, Licht, baden, wo, beten, Jesus, bitte, Regen, Vogel, wendest sie aber nicht an. Da bin ich doch zu inkonsequent tagsüber und wende sie selbst nicht oft genug an – muss ich mal drauf achten 🙂 Du winkst zum Abschied, wenn dein Papa arbeiten geht, machst das aber nur, wenn dir danach ist. Manchmal erst, wenn die Tür schon zugefallen ist 😉

Du kletterst mit Hingabe und versuchst, dich hochzuziehen. Dein Papa unkt schon, dass du wohl vor dem Krabbeln noch das stehen lernen wirst. Ich bin gespannt 🙂 Gestern hast du dich ganz allein an deinem Kindersessel hochgezogen, standst davor und hattest schon das eine Knie erhoben – du möchstest hoch hinaus! Leider hab ich dich in dem Moment abgelenkt, und du hast es noch nicht wieder probiert. Dafür war dann die offene Waschmaschine spannend und gut zum Hochziehen. Auch die Balkontür ists nicht vor dir sicher, wobei ich da echt Angst habe – die Kante, an der du dich dort festhälst, ist grade mal einen Zentimeter schmal, was wirklich knapp ist… Zum Geburtstag sollst du einen Kletterbogen oder ein Kletterdreieck bekommen, wir werden den vielleicht doch jetzt schon kaufen, denn bis dahin sind es ja nochmal vier Wochen, und solange möchte ich eigentlich nicht mehr warten.

Mit dem Klettern und Hochziehen kam das auf den Knien hocken. Wir legen dir jetzt häufig eine halb aufgeklappte Gästefaltmatratze ins Wohnzimmer – die Kante hat genau die richtige Höhe zum erklettern und daran auf die Knie ziehen. Da hockst du dann, stützt dich mit den Händen an der Matratze ab und wippst auf und ab. Du freust dich so sehr, weil du das schaffst, es ist toll, dein Strahlen dabei zu sehen! Immer öfter richtest du dich dabei jetzt auch auf und lässt probehalber mal die Matratze los. Dann sitzt du für den Bruchteil einer Sekunde auf deinen Knien, bevor du das Gleichgewicht wieder verlierst. Am Freitag gab das leider einen bösen Knall beim Baden – du hast dich an deiner Badewanne aufgerichtet, auf den Knien gesessen, los gelassen und rumms, bist du rückwärts aufs Laminat gestürzt. Hat dir ganz schön weh getan, aber mit „heile heile Gänschen“, pusten und deinem Schnuller war das bald wieder okay. Das sind so Momente, da muss ich mich dann auf meine Finger setzen – klar stütze ich dich, wo ich kann, aber leider musst du ja auch die Erfahrung sammeln, dass so ein Sturz weh tut und üben, wie du dich abfangen kannst. Nur üben wir das beim nächsten Mal lieber auf dem Wohnzimmerteppich, okay? 🙂

Aporpos Sturz: vor ein paar Tagen hast du es geschafft, über die Türschwelle zum Balkon zu kommen. Das sah schon ziemlcih abenteuerlich aus, wie du da über die Decke gerobbt bist, die ich dort hingelegt hatte. (Ich lege jetzt manchmal etwas überdie Türschwelle, wenn die Tür offen ist – nicht, damit du leichter raus kannst, sondern um das Knabbern an der Leiste zu verhindern. Du schleckst nämlich grade mit Hingabe das Dichtungsgummi ab und knabberst an der Leiste darunter herum, und das finde ich dann doch doof, da ich Sorge habe, dass dir die Zähne dabei absplittern.) Halb hingst du noch auf der Türschwelle, als du dich fallen ließt und über den Kopf abgerollt hast. Getan hast du dir aber nichts, du lagst nur auf dem Balkon und sahst etwas überrascht aus 😉

Ach mein kleines großes schwarzes Glück, es macht soviel Spaß, dir dabei zuzusehen, wie du deine Welt entdeckst. Ich liebe dich!

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