Puppenliebe

Irgendwann diesen Monat beschloss ich, dass ich dem Baby eine Puppe würde nähen wollen. Ich finde die Waldorfpuppen nämlich unheimlich anziehend, sehe es aber nicht ein, einrn dreistelligen Betrag für etwas auszugeben, für das nan kostenlose Anleitungen im Web finden kann 😉

Für den Anfang habe ich mir ein Bastelset in der Ideenschmiede gekauft. Diese Sets haben den Vorteil, dass man nicht mühsam alles zusammen suchen muss, bis auf die Füllung ist alles dabei.

Zusätzlich zur Schafwolle (die ich eigentlich nicht gebraucht hätte, hab ich doch genügend Kammzug hier) bestellte ich feines Puppengranulat, da ich wollte, dass die Puppe ein gewisses Gewicht hat.

Zunächst wurde der Kopf geformt – dank der beiliegenden Anleitung ganz einfach. Ein kleiner Dickschädel mit 60 Gramm 😉 Beim Anziehen des Puppentrikots fühlte ich mich ein wenig wie Frau Dr. Frankenstein 😉 Die Haare hab ich aus Mohairwolle gehäkelt, was wirklich kein Spaß war. Zum einen, weil wir 25º Außentemperatur hatten, zum anderen, weil ich Häkeln ziemlich blöd finde. Aber ich wollte unbedingt ein hellblondes Püppchen für unsere kleine F(l)edermaus 🙂 Alles zuschneiden und zusammennähen. Ich geb gern zu, ich war echt skeptisch, ob das überhaupt funktionieren würde, da ich von Hand genäht habe. Insgesamt habe ich nicht so lange gebraucht, wie ich befürchtet habe 🙂 Ein paar Details wie Schuhe waren ursprünglich gar nicht eingeplant, mussten aber sein, um Schönheitsfehler zu kaschieren 😉 Ein aufgesticktes Flickenherz lädt zum Befühlen ein ♡

Fast 400 Gramm wiegt sie, der Kopf sitzt etwas zu sehr versetzt, die Nähte sind krumm und schief, und auch die Proportionen passen nicht so recht – aber es steckt ganz viel Herzblut drin und die kleine F(l)edermaus liebt die Puppe 🙂

Categories: Immer dieselbe Leier

Monatsbericht #9

Mein Liebling,

neun Monate bist du jetzt schon alt und damit ziemlich genau so lange auf dieser Welt, wie ich dich in meinem Bauch getragen habe. Wie sehr du dich schon verändert hast, ist kaum zu fassen!

Sieht man dir ins Gesicht, ist kaum mehr das Baby zu erkennen, dass ich entbunden habe. Ein fröhlicher kleiner Junge grinst mich an, der den Schalk in den Augen hat. Vor einer Woche hast du (endlich) das Robben für dich entdeckt und bist seitdem ein ganzes Stück zufriedener. (Du ahnst nicht, welche Sorgen ich mir gemacht hatte deshalb.) Wir waren erneut bei einer Osteopathin und seitdem robbst du nochmal schneller und rockst die Bude. Gestern grinstest du mich an und hast dich zum ersten Mal allein in die Küche gewagt, um dich dort über das Katzenfutter herzumachen. Ich musste so lachen, als ich dich vor dem Napf liegen  sah, genüsslich am Trockenfutter lutschend und einladend mit der Hand auf den Boden klopfend, um die Katze zu locken, die sich das Ganze eher missmutig ansah. Kichernd holte ich mein Nähzeug, setzte mich zu dir und hab dich weiter machen lassen. Generell sehe ich schwarze Zeiten auf die Katze zukommen – wenn du nicht grad mit ihrem Kratzbaum schmust oder das Trockenfutter isst, spielt sich nämlich auch gern mal folgende Szene ab:

Du siehst die Katze, robbst zu ihr und packst sie am Schwanz. Die Katze macht nen grimmigen Schulterblick, sieht dich, steht auf, geht 10 cm, setzt sich wieder hin. Du siehst die Katze, robbst zu ihr und packst sie am Schwanz. Katze macht erneuten Blick, guvkt genervt, geht 10 cm und setzt sich wieder. Das ging drei mal so, dann versuchte sie, sich ausgerechnet in deinem Spielzeugregal in Sicherheit zu bringen 😀 😀 😀

Motorisch bist du also fit, wenn auch viele Kinder in deinem Alter weiter entwickelt sind. Motorisch genüsslich, sagte mal jemand, den Ausdruck fand ich schön ♡.

Der Besuch bei der Osteopathin bestätigte meinen Verdacht, du könntest die Hochsensibilität deiner Eltern geerbt haben. Dein Nervensystem steht ständig unter Hochspannung und du kannst nur schwer abschalten. Wir versuchen also, möglichst ruhig zu leben. Kein TV, kein Radio, nur sehr wenig Action, nur ein Event am Tag. Also nicht vormittags einkaufen, nachmittags noch jemanden besuchen. Noch immer bist du sehr schnell reizüberflutet, unheimlich schnell müde und brauchst deine Ruhepausen am Tag. Trotzdem kommst du abends nicht zur Ruhe und schläfst sehr schlecht. In der letzten Zeit bist du grundsätzlich zwischen 22:00 und Mitternacht wach, robbst nachts im Halbschlaf quer durchs Bett, weinst und seufzt im Schlaf und bis ab fünf Uhr wieder hellwach. Häufig steht Papa dann mit dir auf und ich darf noch eine Stunde schlafen.

Du reagierst sehr temperaturempfindlich, ab 22/23 Grad bekommst du am ganzen Körper hartnäckige Hitzepickel. Du bist also grundsätzlich sehr dünn angezogen im Moment und schläfst ohne Decke oder Schlafsack. Und du trinkst viel. Neben dem Stillen (noch immer stillen wir nahezu voll, feste Nahrung bekommst du nur abends und daran isst du dich nicht satt) trinkst du unheimlich gern Wasser. Manchmal sogar lieber als Stillen – ich vertrau dir da, du weißt schon, was dir gut tut.

Zwei Zähne sind jetzt da, der dritte kommt grade – das Zahnfleisch ist ganz geschwollen und du beißt wieder heftig auf allem rum. Ich hoffe, die Nächte werden wieder ruhiger, wenn der Zahn durch ist. Aber so richtig dran glauben tu ich nicht, denn nach dem Zahn ist vor dem Schub 😉

Mein kleines großes schwarzes Glück, wir haben soviel Spaß mit dir! Wir lieben dich so sehr! ♡♥♡

Categories: Dein Anblick