Monatsbericht #7

Mein kleines großes schwarzes Glück,

mit sieben Monaten hast du gefühlt nun endgültig alles säuglingshafte verloren. Immer öfter sehen wir ein Kleinkind durchblitzen, und es fasziniert mich, wie sehr du dich schon wieder verändert hast.

Du schläfst weiterhin schlecht. Gefühlt im Moment sogar sehr viel schlechter als bisher. Ein Schub, die Zähne, ein Sack Reis in China – ich weiß keine Erklärung. Fakt ist, du schläfst nur zu Hause. Bzw nur in deiner Federwiege. In der Trage unterwegs hälst du allenfalls 20 minütige Nickerchen, allerdings nur, wenn ich in Bewegung bleibe. Stehen bleiben oder mich gar hinsetzen ist nicht drin. Zu Hause brauchst du die Enge und Abgeschiedenheit der Nonomo. Und die Bewegung. Zu abgeschieden darf es aber auch nicht sein, reinlegen und dich alleine einschlafen lassen geht nicht. Nachts machst du gern mal ab halb vier Party, weil du hellwach bist. Den Vorschlag, dich wach zu halten, verwerfe ich meist lächelnd – das tu ich uns nicht an. Wenn ich müde bin, bin ich unausstehlich, und bei dir ist das nicht anders. Du nörgelst, jammerst und wütest vor dich hin, wenn du müde bist, und da mag ich dich wirklich nicht wach halten. Schlafentzug ist Folter für uns beide 😉 Noch dazu bist du momentan furchtbar schnell überreizt, länger als 1,5 Stunden am Stück bleibst du selten wach. So bleiben wir im Moment viel zu Hause in deiner gewohnten Umgebung mit genügend Rückzugsmöglichkeiten für dich.

Zwei Zähne hast du jetzt und mit ihnen hast du mich bereits kräftig gebissen. Aber du machst das nicht extra, du musstest erst lernen, mit diesen Fremdkörpern in deinem Mund umzugehen. Jetzt zwickst du nur noch, wenn einer von uns beiden beim stillen unaufmerksam und abgelenkt ist.

Wir stillen trotz Beikost weiterhin voll und gerne. Überall, auch in der Öffentlichkeit. Ich verstecke das nicht, warum auch? Wenn du Hunger hast, packe ich aus und stille. Ein natürliches Bedürfnis sollte nicht schambehaftet sein. So lassen wir uns beide nicht stören und gar zu auffällige Blicke kamen auch noch nicht. Wenn doch mal jemand starrt würde ich vermutlich so etwas wie „sie können es ja gern versuchen, aber ich glaube, er teilt nicht“ antworten. 😉 Abgesehen davon ist es für alle besser, ich stille deinen Hunger – brüllende Babys mag ja schließlich auch niemand 😀 Du trinkst gut aus offenen Bechern und Gläsern, für unterwegs haben wir jetzt jedoch den Trinklernbecher von Avent angeschafft. So trinkst du wie vom Becherrand, aber mit kontrollierter Sauerei 😉

Was rein kommt muss auch wieder raus. Seit einer Woche wickeln wir nun mit Stoff und es gefällt uns allen drei sehr gut. Entgegen aller Unkenrufe, die man so hört, ist das Wickeln mit Stoff nicht unangenehmer oder komplizierter als mit Wegwerfwindeln und deine empfindliche Haut profitiert sehr von unserer Entscheidung. Aber auch das vor vier Wochen begonnene windelfrei klappt (für uns überraschend) gut.

Die Stoffwindeln behindern dich übrigens keineswegs in deiner Mobilität. Du drehst und kugelst durch die Gegend und versuchst jetzt immer öfter, die Knie unter den Bauch zu bekommen. Seit ein paar Tagen schiebst du dich dabei manchmal versehentlich ein paar Zentimeter rückwärts – bis daraus jedoch ein sichtbares Robben wird dauert es vermutlich zwar noch, aber wir haben die Wohnung trotzdem schon mal kindersicher gemacht 🙂

Du bist ein unheimlich empathisches, soziales kleines Wesen. Nahezu jeder Mensch, den du siehst, wird erstmal angelächelt, wobei deine rechte Wange ein entzückendes Grübchen freisetzt. Beim Delfi bist du oft viel interessierter an den anderen Babys als am Spielzeug oder daran, dich zu bewegen. Das fällt auch den anderen Mamis auf, und ich muss ihnen (und mir) oft klar machen, dass du durchaus mobil bist und dich völlig normal entwickelst. Die Welt ist nur einfach viel zu spannend!

Die Katze zu Hause wird kaum noch aus den Augen gelassen. Immer häufiger lässt sie sich nun auch von dir anfassen und wir sind guter Dinge, dass ihr doch noch Freunde werdet 😉 Und du spielst. Wenn du in deiner Wiege liegst, hebst du den Fuß und guckst mich auffordernd an. Drücke ich dir dann einen Kuss auf die Fußsohle, lachst du dich kaputt. Das kannst du minutenlang wiederholen und dir wird nie langweilig dabei. Ein weiteres Lieblingsspiel ist neben deinem Hampelmann „wo ist das Baby“. Dabei ziehst du dir dein Spucktuch über die Augen/dein Gesicht und klopfst ungeduldig auf den Boden, wenn wir nicht schnell genug reagieren. Fragen wir dann „wo ist denn mein Baby???“, ziehst du das Tuch weg und blitzt uns schelmisch grinsend an. Bei der Antwort „daaaaaaa ist mein Baby!!!“ kicherst du fröhlich in dich hinein und ziehst dir das Tuch erneut ins Gesicht.

Mein kleiner Schatz, die Zeit grade ist unheimlich anstrengend. Für dich, weil du soviel willst, aber es noch nicht schaffst, und für mich, weil ich dir gerne helfen möchte, aber das nur in einem bestimmten Ramen tun kann. Gleichzeitig ist die Zeit grade unheimlich schön. Du interagierst und kommunizierst wahnsinnig viel mit uns und es ist wundervoll, dir dabei zuzusehen, wie du deine Welt entdeckst. Wir lieben dich so sehr!

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