Ikea Hackers: wir basteln uns einen Laufstall!

Ursprünglich wollte ich ja gar keinen „Babyknast“. Aber der junge Mann braucht nun mal Platz, um seine motorischen Fähigkeiten zu schulen und auf unserem Fußboden ist es leider recht zugig. Zudem verliert unsere Katze viel Fell und so dachten wir, ein Laufstall sei vielleicht doch praktisch. Ich wollte nun aber keinen 0815 Laufstall. Möglichst groß sollte er sein, und bitte in weiß, passend zum Rest der Möbel. Fürs erste stellten wir das Hensvik Babybett ins Wohnzimmer – da die kleine F(l)edermaus bei uns im Familienbett schläft, stand das Babybett nur in seinem Zimmer rum und nahm Platz weg. Die Grundfläche 60×120 ist aber für einen Laufstall einfach nicht ausreichend. Also dachte ich mir,  so schwer kann das doch nicht sein, aus zwei Betten einen Laufstall zu machen? Der Prophet war von der Idee begeistert und so fuhren wir einkaufen 😀 Wir kauften ein Babybett der Marke Gulliver und ich nahm das Hensvik Bettchen auseinander. Die Einzelteile baute ich dann so zusammen, dass die geschlossenen Kopf- und Fußenden des Hensvik Bettes je eine Stirnseite der neuen Betten bildete. Eine Gitterseite wurde dabei weggelassen – diese haben wir an unserem Ehebett befestigt, wo sie einen prima Rausfallschutz für die kleine F(l)edermaus ergeben. Die Betten wurden aneinander geschoben und ganz fachmännisch mit Kabelbindern befestigt 😉 Zur Sicherheit wurde das Brett, dass bei der Jugendbettvariante beim Gulliver als Rausfallschutz dient, quer zwischen beiden Betten verschraubt. (Wir haben das getestet, das hält.) Die Lücke in der „Besucherritze“ machte mir Kopfzerbrechen – ich wollte unbedingt vermeiden, dass MJ beim drauftreten da durchbricht. Letzten Endes haben wir aber nur starke Pappe drüber gelegt und darüber Puzzlematten – bis die kleine F(l)edermaus in dem Ding steht, vergeht ja noch eine ganze Weile und dann müssen wir die Ebenen eh nach unten stellen. Gepolstert mit Puzzlematten,  einer Wolldecke, einer Krabbeldecke und einer Babybettdecke, welche die kleine F(l)edermaus dann später auch wirklich als Bettdecke nutzen kann. Etwa 1,5 Quadratmeter katzenhaarfreier Raum zum Spielen 🙂 Die kleine F(l)edermaus fühlt sich sichtlich wohl und wenn wir den Laufstall nicht mehr benötigen, ergibt das eine Babybett ein super XXL-Beistellbett und das andere wird zum Sofa für das Kinderzimmer der kleinen F(l)edermaus Zimmer umgebaut. (Ich steh ja auf Multifunktionsmöbel 😉 )

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Monatsbericht #5

Schon wieder einen Tag zu spät.  Fuuuuuuuuck. Hachjanun 😉

Mein kleines großes schwarzes Glück, mit fünf Monaten (und einem Tag):

♥ bist du blonder denn je und strafst deiner Namensbedeutung damit ganz schön Lügen 😀 Dein anfangs rötliches Haar fällt immer mehr aus und es wächst ein hellblonder Flaum nach, der an Michel von Lönneberger erinnert

♥ hast du riesige blaue Augen, die aufmerksam durch die Gegend gucken und jedem sofort auffallen. (Das ich gefühlt den lieben langen Tag damit beschäftigt bin, dir Haare, Fussel, Flusen oder Schmodder aus den Augen zu pulen, erwähnen wir hier nicht *g*)

♥ zahnst du ganz schön. Schon das Einschießen der Zähne machte dir zu schaffen, jetzt aber sieht man die unteren beiden Schneidezähne ganz deutlich im Zahnfleisch. Wir hoffen, sie brechen bald durch und du machst dann nicht mehr die Nacht zum Tag.

♥ greifst du gezielt nach Dingen und wechselst diese von einer in die andere Hand. Das ist immer wieder faszinierend anzusehen, du machst das mittlerweile ganz lässig wie nebenbei.

♥ kannst du dich vom Rücken auf den Bauch drehen – wenn du der Meinung bist, dass sich das Ziel lohnt. Meistens bist du nicht der Meinung 😉

♥ hast du die Katze entdeckt und versuchst immer wieder, dir eine Handvoll Fell zu packen. Wenn es dir gelingt, sterbe ich tausend Tode aus Angst, unsere zickige Diva hackt dir gleich ihre Krallen in die Hand. Angst vor Tieren hast du nicht, der riesige schwarze Hund einer Freundin lässt sich von dir nur zu gern ins Fell patschen und passt auf dich auf. (Der schaut mich auch gern vorwurfsvoll an, wenn du in seiner Nähe weinst.)

♥ murmeln alle Frauen zwischen 10 und 90 ein „meine Güte, ist der niedlich“, wenn sie dich sehen – und nicht nur Frauen verzauberst du im Handumdrehen.

♥ steckst du dir den Schnuller selbst in den Mund – und in der Hälfte der Fälle tatsächlich mit dem Sauger zuerst 😉

♥ hast du die Darmumstellung endlich geschafft und sprengst nicht mehr jede zweite Windel

♥ liebst du das tägliche Baden
mit deinem Papa immer noch sehr und bist auch im Planschbecken im Delfikurs ein echter Badeprofi

♥ wirst du noch immer voll gestillt und bekommst noch keine Beikost

♥ bist du ein unheimlich soziales Baby – wann immer du einen Menschen in deiner Größe triffst, wird er angestrahlt und zugetextet 😀 Du blühst in der Nähe von anderen Babys richtig auf.

♥ hast du deine Knie entdeckt und betastest sie nun immer öfter ganz ausführlich.

♥ liebst du es, „Kuckuck“ mit deinem Papa zu spielen und kannst dein Mobile sehr ausdauernd beobachten

Ich freue mich so sehr, dass du nun mobiler bist. Du scheinst soviel zufriedener zu sein. Ich bin gespannt, was der nächste Monat mit sich bringt!

Categories: Dein Anblick

Alltag

„Uuuh? Uuumpf! Uuuhhh? Uuuuäää!“ erklingt es neben mir und ich richte mich schlaftrunken auf. Das Baby guckt mich im Dämmerlicht des Morgengrauens an und verzieht quäkend den Mund. Er wirft suchend den Kopf hin und her und mein müdes Hirn signalisiert: Hunger. Das Kind hat Hunger. Ich versuche, halbwegs wach zu werden und unseren Sohn zu stillen. Wir sind beide zu müde, um es auf Anhieb richtig hinzukriegen – er liegt nicht richtig, kann nicht gut andocken, quakt weiter rum. Wenn er so zappelt, kann ich ihn nicht richtig hinlegen. Ich schimpfe, dass er halt auch vernünftig trinken soll. Anfangs habe ich versucht, leise zu sein und verständnisvoll und lieb – wie man sich eine Mama halt so vorstellt. Ich wollte ja auch meinen Mann nicht wecken, der muss ja schließlich am nächsten Tag arbeiten gehen. Ich bin drüber weg – wenn mir nach Schimpfen ist, dann tu ich das nachts auch und sowohl der Prophet als auch die kleine F(l)edermaus müssen damit klar kommen. Ich bin einfach nicht geduldig, wenn ich müde bin und es hat keinen Zweck, mir da was vorzumachen. Der Prophet überhört das meistens und mein Sohn liebt mich deswegen nicht weniger. Der Kleine schafft es endlich, richtig anzudocken und ich angel nebenbei nach meinem eReader, um einen Blick auf die Uhr zu werfen. Es ist halb fünf. Wir schlafen wohl beide wieder ein und ich überhöre den Wecker. Als ich wieder wach werde, ist es viertel nach sieben. Immer noch müde stille ich das schon wieder hungrige Baby, während der Prophet frisch geduscht Nachrichten guckt. Kaffee. Ich brauche Kaffee. Das morgendliche Wickeln übernimmt der Mann, ich krame Währenddessen die größte Tasse raus, die unser Schrank zu bieten hat. (Eigentlich ziemlich dämlich – kleine Tassen schaffe ich wenigstens im heißen Zustand.) Während ich langsam wach werde, erzählt der Liebste mir, dass die kleine F(l)edermaus schon wieder wach war, als er um sechs aufgestanden ist. Er lag wohl zwischen uns und starrte fasziniert aus dem Fenster 😉 Als die Katze sich zu uns gesellt, klaube ich kurze Zeit später geistesabwesend eine Handvoll Fell aus der Hand der kleinen F(l)edermaus. Er hat die Katze als potentielles Kuscheltier entdeckt und versuchte heute, ihr in den Schwanz zu beißen. Ich übe mich in Gelassenheit, während ich innerlich auf meinen Nägeln kaue – unsere Katze ist eine ziemliche Diva, die nicht davor zurückschreckt, nach uns zu schlagen, wenn sie genug hat und ich verlasse mich nicht darauf, dass sie bei de Baby eine Ausnahme macht. Aber bisher ist sie beim Baby erstaunlich gelassen. Um halb 8 verlässt der Prophet das Haus und ich lege die kleine F(l)edermaus in seine Wiege. Da ich ihn nach seinem Nickerchen eh waschen und umziehen werde, übersehe ich den Schwall Milchkotze, den er mir dabei entgegen spuckt, geflissentlich. Achselzuckend wische ich ihm den Mund ab und schuckel ihn in den Schlaf. Mit einem Baby wird man nach einer Zeit ziemlich gelassen, was vollgespuckte Klamotten angeht – es gibt Tage, da habe ich das Kind bereits fünf mal und mich drei mal umgezogen, ehe es halb vier am Nachmittag ist. Als der Lütte schläft, hole ich mir noch einen Kaffee und gehe dann duschen. Frühstück ist auch noch drin, ehe das Kind gegen 9 wieder wach wird und Hunger anmeldet. Um halb zehn hat auch der Kleine fertig gegessen. Kuschelzeit! Aber schon kurze Zeit später ist die Welt viel zu spannend, um zu kuscheln. Nach einem kurzen Stop im „www“ (waschen, wickeln, wechseln der Klamotten) lege ich das Baby aufs zwischenzeitlich tatsächlich gemachte Bett und starte mit den 5 Körben Wäsche, die darauf warten, zusammengelegt zu werden. Das Baby kaut auf seiner Stoffgiraffe herum und schimpft, weil das Ding nicht so will wie er 😉 Stirnrunzelnd registriere ich, dass das Bett eigentlich schon seit Tagen dringend neu bezogen gehört. Schaffe ich das heute noch? Sonst halt morgen. Morgen ist auch noch ein Tag, jetzt erstmal den Wäscheberg bezwingen, der vor mir liegt. Es ist halb elf, als die kleine F(l)edermaus wieder müde wird. Einfach so einschlafen ist nicht, also unterbreche ich meine Hausarbeit und nehme das Baby mit ins Wohnzimmer, wo er noch einmal gestillt und dann in die Wiege gelegt wird. Da ich Händchen halten muss, bin ich an das Sofa gebunden, bis er fest eingeschlafen ist. Diese Zeit nutze ich meist, um etwas zu lesen. Im Moment einen Fantasy-Roman und ein Sachbuch über breifreie Säuglingsernährung. Ich entscheide mich für das Sachbuch und erfahre etwas über die immer wieder wechselnden offiziellen Empfehlungen, ab wann Beikost für Babys okay ist. Um 11 schläft die kleine F(l)edermaus fest. Ich überlege – noch in Ruhe einen Cappuccino trinken und noch ein Kapitel lesen? Oder lieber doch gleich die Wäsche… Der Schlafmangel gewinnt und ich fülle meinen Koffeinpegel. (Generell ist es eh so, dass ich eine Schlafphase am Tag dazu nutze, zu lesen und damit etwas für mich zu tun. Das entspannt mich sehr und eine entspannte Mama führt zu einem glücklichen Kind.) 20 Minuten später zeigt sich, dass meine Entscheidung richtig war – die kleine F(l)edermaus fängt an zu zappeln und wird unruhig. Mit sanftem Schaukeln und Shhhht Lauten begleite ich ihm wieder in den Schlaf, bevor ich mich wegschleiche – die Wäsche legt sich ja leider nicht von allein zusammen. Um halb eins wird das Baby wieder wach – Jackpot! Bis dahin habe ich die Wäsche weggeräumt, etwas gegessen und Klamotten aussortiert, die ihm zu klein geworden sind. Bis um eins liegt er in seinem Zimmer auf dem Teppich umd sieht mir zu, dann ist es höchste Zeit für eine frische Windel und einen Stillstopp! Danach lege ich die kleine F(l)edermaus in seinen Laufstall (wollte ich erst gar nicht haben, jetzt finde ich ihn total praktisch) und ziehe mir etwas straßentaugliches an. Um 15 Uhr ist Delfi, eigentlich noch reichlich Zeit, aber da der Prophet dummerweise mein Straßenbahnticket mitgenommen hat,  muss ich noch zur Bank laufen und Geld holen. Ich binde mir die Tragehilfe um und als ich den Kleinen holen will, staune ich nicht schlecht, denn das Kind liegt in der Zwischenzeit auf dem Bauch. Hat er zwar vor zwei Wochen schon einmal gemacht, aber es seither nicht wiederholt. Ich lobe ihn überschwänglich und schieße schnell ein Beweisfoto für den Papa 😉 Mit Baby vergeht die Zeit irgendwie schneller, es ist bereits 14 Uhr, als wir das Haus verlassen. Bis ich bei der Bank bin, sind wir schon ziemlich durchgeschwitzt – es sind 16º und die kleine 6,5 Kilo schwere Heizung vor meinem Bauch besorgt den Rest. In der Bahn werde ich von einer Oma mit riesiger Sonnenbrille streng beäugt, als ich dem Kind die Mütze abnehme. Hachjanun,  was soll’s 😉 Es ist zwanzig vor drei, als die kleine F(l)edermaus nochmal einschläft. Hoffentlich ist er nicht schlecht drauf, wenn er wach wird. Im Kurs erzähle ich von meinem Plan, nachts jetzt nicht mehr auf die Uhr zu sehen, wenn das Baby mich weckt. Wenn ich nicht weiß, wie spät es ist, kann ich mich auch nicht darüber aufregen. Nützt ja eh nix, er zahnt und ist nachts eben unruhig. Wenn er Hunger hat, was soll ich machen? Ihm erklären, dass es mir grad nicht passt? 😉 Mein Baby genießt die Zeit im Delfi sichtlich, wir singen, lassen die Kinder in warmen Wasser planschen und tauschen uns aus. Eine Mama erzählt von Milchstau und Entzündung und bricht in Tränen aus, als sie offen darüber nachdenkt, abzustillen. Sie wohnt etwas weiter draußen, hat keine Familie vor Ort, der Mann arbeitet und studiert nebenher. Ich glaube, sie fühlt sich ziemlich einsam. Spontan biete ich ihr an, regelmäßig zu ihr zu fahren und mit ihr spazieren zu gehen oder sie sonstwie zu unterstützen. Wir wollen morgen telefonieren. Ich kenne das Gefühl – die Freunde arbeiten alle oder haben keine oder ältere Kinder, da ist man froh um jeden Kontakt zu Eltern mit Kindern im gleichen Alter. Ich freue mich darauf, sie jetzt regelmäßig zu sehen. Nach dem Delfi laufe ich zum Bahnhof, wo wir den Propheten abholen. Das Baby strahlt, als er seinen Papa sieht, wird dann aber doch von Müdigkeit überwältigt und schläft ein. Es ist halb sechs, als wir zu Hause ankommen und er wieder aufwacht. Spielzeit mit Papa! 🙂 Heute läuft der Abend etwas anders ab als sonst – in letzter Zeit haben wir erst gegessen, als die kleine F(l)edermaus schon schlief. Das wollen wir jetzt ändern, denn wie soll das Baby Interesse an Lebensmitteln entwickeln, wenn er nie sieht, was man damit anstellen kann? Glücklicherweise habe ich gestern für zwei Tage gekocht und so brauchen wir nicht lange, bis das Essen auf dem Tisch steht. Nach dem Essen macht der Prophet das Badewasser für den Kleinen fertig. Jeden Abend badet und massiert er den Lütten und leitet damit das Abendritual ein. Um 19:30 Uhr bringt er mir ein sehr sauberes und sehr müdes Baby. Zu müde, um noch etwas zu essen. Ich versuche mein Bestes, aber sobald er einen Schluck getrunken hat, fängt er an zu schreien. Wir geben Osanit (kann ja sein, dass er Schmerzen durchs Zahnen hat) und ich versuche es erneut, aber da ist nix zu machen. Da er sich auch auf meinem Arm nicht beruhigt, lege ich ihn in seine Wiege und wir machen mit dem gewohnten Ritual weiter. Beten, Einschlaflied singen und hoffen, dass er bald schläft. Das Lullaby wirkt zumindest bei uns, denn wir Eltern gähnen heftig. 😉 Die kleine F(l)edermaus dagegen beruhigt sich zwar, schließt aber mitnichten die Augen und schläft, sondern fängt an zu kichern und zu glucksen. Nach müde kommt blöd, kann man an unserem Kind bestens sehen. Um 20 Uhr schläft er dann endlich. Ich widerstehe dem Impuls, dem Nachbarn jetzt noch sein Paket zu bringen, dass der nette UPS-Fahrer heute mittag bei mir abgegeben hat. Dann müsste ich dem nämlich erklären, dass HipHop in der Lautstärke wirklich nicht mein Fall ist und ich habe keine Energie mehr, mich jetzt noch mit merkwürdigen Menschen zu streiten.  Also ignoriere ich den Lärm von nebenan und widme mich diesem Artikel. Des Kindchens Fotoalbum ruft danach, weiter gestaltet zu werden, meine Dreads bräuchten dringend frische Farbe und intensive Pflege und auch die Rennmäuse könnten neues Streu vertragen. Zu wenig Energie. Stattdessen kuschel ich mich an meinen Mann – so eine Paarbeziehung will neben Kind, Haushalt, Job und Hobby ja schließlich auch gepflegt werden. Bis der Kleine wieder wach wird, haben wir rund 2,5 Stunden. Heute eher weniger, ich vermute, Die kleine F(l)edermaus wird gegen spätestens 22 Uhr wach werden, weil er Hunger hat. Dann wickelt der Prophet ihn nochmal und räumt die Küche auf, während ich mit dem Baby schon im Bett bin und ihn stille. Mit Glück schläft er dabei zuverlässig wieder ein und wir haben Feierabend – bis er mich zum nächsten Stillen wieder weckt. (Aus der Reihe: „Wenn ich es schon nie pünktlich zum Tagebuchbloggen am 5. schaffe, langweile ich euch eben jetzt mit banalem Alltagskram“)

Categories: Immer dieselbe Leier

Das zufriedene Kind

In letzter Zeit häufen sich in meinem Umfeld die Meilensteine diverser Babys. Ich hab ja durch Rückbildung, Delfi und WhatsApp-Gruppen jetzt recht viel Kontakt zu Mamas mit Kindern im Alter der kleinen F(l)edermaus und wo anfangs noch nur ein kleines Mädchen fröhlich durch die Gegend kugelte und damit meine Aufmerksamkeit fesselte, sehe ich nun mobile Kinder, wo immer mein Blick hinfällt.

Das eine Baby kullert quer durch den Raum, das nächste robbt und schiebt sich durch die Gegend, der dritte dreht sich jetzt auf den Bauch und erfüllt das Mamaherz mit Stolz. (Wenn sie nicht kugeln, dann bekommen sie so nebenbei ihren ersten Zahn. Ohne Ningeln, ohne Nörgeln. Die kleine F(l)edermaus zeigt zwar schon Zähne, aber sie brechen nicht durch.)

Und unser Kind? Er dreht sich nur noch selten selbst vom Bauch auf den Rücken. Eher dozt er trüffelschweingleich mit der Nase auf den Boden und versucht, die Knie unter den Bauch zu kriegen. Wenn er genug hat, jammert und beschwert er sich solang, bis ich ihn wieder umdrehe. Er dreht sich nicht auf die Seite, geschweige denn auf den Bauch. Ich weiß ja, dass man nicht vergleichen sollte, schließlich hat jedes Baby sein eigenes Tempo und ich möchte der kleinen F(l)edermaus dieses Tempo auch lassen, aber ich gebe zu, ich war zwischenzeitlich doch etwas demotiviert. Und ich finde das total blöd. Beim Delfi verwandeln sich die Kids reihenweise in kleine Kullerkekse und mein Baby liegt dazwischen und brabbelt vor sich hin.

Heute morgen kam mir dann der Gedanke, dass er wohl einfach zufrieden ist, so wie es ist. Er kann sich durchaus auf die Seite drehen – zu Hause stillen wir vorzugsweise im Liegen, und wenn der Hunger groß genug ist, wirft das Kind sich blitzschnell in eine wunderbare stabile Seitenlage. Von der Seite auf den Bauch geht auch ohne Hilfe – wenn er denn Lust hat. Wenn das Ziel sich in seinen Augen also lohnt, dann ist unser kleines Zähnchen durchaus bereit, sich zu bewegen. Wir haben also kein unmobiles, sondern ein sehr energieeffizientes Kind hier 😉 Und wenn er zufrieden ist, so wie es ist, sollte ich das wohl auch sein. Also durchatmen und nicht vergleichen. Sagt mir das bei Gelegenheit mal, wenn ich es wieder vergesse, ja? 😉

Categories: Dein Anblick

Hebammenprotest

Heute fand in vielen Städten eine Demo statt, die mir sehr am Herzen lag. Menschen gingen auf die Straße, um gegen die schlechte Situation der Hebammen zu protestieren. (Schon jetzt zahlen sie 5000 Euro Versicherungsprämie am Jahresanfang, um überhaupt arbeiten zu dürfen, sind dabei extrem unterbezahlt und nun steigen die letzten Versicherungen ab 2015 aus – dies bedeutet das Berufsaus für freiberufliche Hebammen, denn ohne Haftpflichversicherung dürfen sie nicht arbeiten. Dadurch fällt das Recht der Frau auf freie Wahl des Geburtsortes aber weg, denn Gebären im Geburtshaus oder zu Hause wäre damit nicht mehr möglich.) Da sowohl der Prophet als auch ich wahnsinnig dankbar für die Betreuung durch unsere Hebamme – und zwar vor, während und vor allem NACH der Geburt! – sind, war sehr schnell klar: das lassen wir uns nicht entgehen. Wohin mit dem Baby? Na, der kommt mit, keine Frage! Die kleine F(l)edermaus ist jetzt vier Monate alt und echt entspannt geworden. In der Trage sollte eine Demo kein Problem werden, immerhin ging es um Hebammen und ich befand mich nicht im schwarzen Block oder so 😉 Also flugs die Lärmschutzkopfhörer aus der Gemeinde geholt (Peltor Kid, kann ich jedem nur empfehlen, der auf ein Festival oder eben eine Demo möchte – das Baby war dem Lärm nicht so ausgesetzt und die Kopfhörer haben ihn absolut nicht gestört), den demo-erfahrenen Patenonkel des Kleinen eingesackt und los ging’s 🙂 Ich hatte die vorherigen Wachphasen so abgestimmt, dass die kleine F(l)edermaus noch in der Bahn zum Treffpunkt einschlief. Er bekam also die erste Hälfte der Demo gar nicht mit 😉 Als er wach wurde, sah er sich neugierig um und scannte seine Umgebung. Nölig wurde er erst, als er Hunger bekam – aber, hachjanun, wir sind ja nun quasi Meister im Kamikazestillen 😀 Ich stille im Stehen, im Gehen, im Liegen, auf dem Parkplatz während das Baby im MaxiCosi sitzt, im Einkaufscenter – Freiluftstillen ist nu wirklich nicht das Problem *lach* Ein ruhiges Plätzchen gesucht, Kind und Brust ausgepackt, die Pressefotografin nett angelächelt und los 😉 Schön, dass ich meine erste Demo gemeinsam mit meinem Kind erleben durfte ♥ Ich hoffe, die Proteste bringen etwas, denn ohne Hebamme kann ich mir kein zweites Kind vorstellen!

Categories: Trinklied