Monatsbericht #4

Ich kann kaum fassen, dass du nun schon vier Monate bei uns sein sollst. Vier Monate? Wahnsinn! Du entwickelst dich so rasend schnell, dass ich kaum hinterherkomme, mir alles zu merken.

Mit vier Monaten greifst du jetzt ganz gezielt nach Dingen, die du haben willst. Heute hast du es erstmalig geschafft, dir den Nuckel richtig in den Mund zu stecken. Ganz zielstrebig hast du es immer wieder versucht und dabei wahlweise den Schild oder Schnullerring im Mund oder den Sauger fast in der Nase gehabt, bis du endlich getroffen hast. Dummerweise steckte dein Daumen noch im Schnullerring, und so hast du dir den Nuckel wieder aus dem Mund gezogen, als du den Arm ausgestreckt hast 😉 Das loslassen musst du noch ĂŒben *g* Es sieht unheimlich niedlich aus, wenn du ganz konzentriert das Objekt der Begierde anstarrst, dann langsam den Arm hebst, die Faust öffnest und strahlst, wenn du erwischt hast, was du haben wolltest <3 Teilweise bist du dabei so konzentriert, dass du deine Zungenspitze aus dem Mundwinkel steckst, zumindest erzĂ€hlte dein Papa mir das. 😀 Manchmal denke ich, dass du wohl RechtshĂ€nder wirst wie er, aber K., unsere Delfi-Leiterin, sagte, dass man in dem Alter noch keine Tendenzen erkennen kann.

K. ist zeitgleich auch deine Osteopathin und du magst sie gern. Das könnte an den dunklen Haaren liegen, du stehst einfach auf dunkelhaarige Frauen und strahlst hĂ€ufig wie die Sonne, wenn du eine siehst. Unsere Montags-Mama-Runde, mit der wir regelmĂ€ĂŸig spazieren gehen, ist auch ĂŒberwiegend duneklhaarig und auch dort bist du ein absoluter Charmeur. K. sorgt dafĂŒr, dass du dich entspannst – Blockaden hast du zwar keine, aber viele Verspannungen im RĂŒcken. Sie zeigt uns Übungen und Techniken, die dir helfen, diese Spannungen abzubauen – im Grunde genommen gehen wir also zum Babywellness, wenn wir zu ihr gehen 😉

Von ihr kam auch der Rat, eine Massage als Gute-Nacht-Ritual einzufĂŒhren. Wir haben das um ein warmes Bad erweitert und es zeigte sich, dass du eine echte Wasserratte bist. Solange du in der Wanne planschen kannst, ist alles super – geweint wurde nur, als wir dich aus dem warmen Wasser zogen. Aber seit du direkt im Anschluss trocken geföhnt wirst, kommen TrĂ€nen nur noch ganz selten vor. Seit etwa einer Woche ĂŒbernimmt dein Papa abends das Baden allein, es ist zu einer Zeit geworden, die ganz allein euch gehört. Das finde ich total schön – ich sitze dann auf dem Sofa und kann dich aus deinem Zimmer heraus quietschen und lachen hören, wĂ€hrend dein Papa dir euer Badelied (das hat er extra fĂŒr dich erfunden und du liebst es) vorsingt und Quatsch mit dir macht. Ich genieße das sehr – und es verschafft mir auch eine kleine Pause, was ebenfalls toll ist 😉 Danach wirst du noch einmal gestillt und in deine Nonomo gelegt – hĂ€ufig pennst du dann beim Beten schon ein und bekommst dein Gute-Nacht-Lied schon nicht mehr mit 😉 Wir singen es aber trotzdem, denn du brauchst diese festen Rituale.

Feste Strukturen helfen dir durch den Alltag – deshalb warst du letzte Woche auch so durcheinander, als dein Papa krank geschrieben war. Der geht ja normalerweise morgens zur Arbeit und wir sind tagsĂŒber allein. Es hat dich erstmal ganz schön verwirrt, dass er nun auch da war – und kaum hattest du dich daran gewöhnt, musste er wieder arbeiten gehen 😉 Unser Tag beginnt hĂ€ufig schon um sechs Uhr (dann bist du gnĂ€dig – es gibt auch Phasen, da bist du um vier oder spĂ€stens halb fĂŒnf der Meinung, dass du wach bist und wir jetzt bitte alle aufstehen mĂŒssten), dann bist du wach und brabbelst vor dich hin. Meist willst du da schon das erste mal wieder stillen. Um zwanzig vor sieben geht der Wecker von deinem Papa, wĂ€hrend er duscht nuckelst du hĂ€ufig nochmal und wir schlummern dabei wieder ein. Um halb acht stehen wir auch mal auf 😀 Eine frische Windel und wenn es gut lĂ€uft einen heißen Kaffee fĂŒr mich. Um acht verlĂ€ĂŸt dein Papa das Haus und du wirst du gewaschen und umgezogen. Wenn sich an diesem Start in den Morgen etwas verspĂ€tet, verschiebt oder sonstwie Ă€ndert, bist du den ganzen Vormittag durch den Wind. Da bist du ein ziemlicher Monk und ich muss immer an die eine Szene aus TBBT denken, wo Sheldon erklĂ€rt, er stehe aber doch jeden Samstag morgen zur selben Zeit auf! 😉

Du wirst immer mobiler und dein Bewegungsradius vergrĂ¶ĂŸert sich zusehends, obwohl du noch nicht krabbeln oder dich vom RĂŒcken auf den Bauch drehen kannst. Du schiebst dich einfach zentimeterweise vorwĂ€rts oder kreist um deine eigene Achse. Als wir dich bei der U4 auf den Bauch legten, wolltest du der Ärztin dieses KunststĂŒck wohl auch vorfĂŒhren. Jedenfalls zappeltest du ganz schön, weshalb sie der Meinung war, dass wir die Bauchlage mehr mit dir ĂŒben mĂŒssten. Aber schon ein paar Tage spĂ€ter hast du mir gezeigt, dass du sehr wohl ganz ruhig auf dem Bauch liegen kannst, wenn du denn Lust dazu hast. Bei unserer tĂ€glichen Delfi-/Turnstunde drehe ich dich gern auf den Bauch und lege dir einen Spiegel in. Du kannst minutenlang da reinstarren und dich fragen, wer denn das freundliche Baby da in dem glĂ€nzenden runden Ding ist 😀

Seit ich dich nicht mehr im Tuch, sondern im MySol trage, genießt du das Tragen wieder sehr. FĂŒr das Tuch warst du schlicht zu ungeduldig, du stemmtest dich von mir weg, konntest nicht genug sehen – das ist jetzt anders. Die Mei Tai ist in 30 Sekunden gebunden und so sind wir wieder vermehrt tragend unterwegs. Übrigens ist das eine der seltenen Zeiten, in denen du mit mir kuschelst. Sonst machst du das nur kurz nach dem Aufwachen oder beim Einschlafen – wenn du wach bist, ist die Welt nĂ€mlich viel zu spannend, um zu kuscheln, da könntest du ja was verpassen! Leider schlĂ€fst du momentan nur bei mir ein – und auch nur, wenn du Körperkontakt zu mir hast. Das ist wirklich ziemlich anstrengend – klar kann ich mich mit dir aufs Sofa legen und einschlafstillen, aber dann schlĂ€fst du eben auch nur maximal 45 Minuten. Lege ich dich in die Federwiege, schlĂ€fst du lĂ€nger – allerdings sitze ich dafĂŒr auch mit recht krummem RĂŒcken da und lege meine Hand an deine Wange, damit du einschlafen kannst. Was tut man nicht alles 🙂

Du hast jetzt deine erste wirklich lange Autofahrt hinter dir und hast dich wirklich gut gehalten. GlĂŒcklicherweise magst du deine Babyschale im Großen und Ganzen und es ist kein Problem, mit dir Auto zu fahren. So waren wir 7,5 Stunden unterwegs und hatten immer genĂŒgend Zeit, um Pause zu machen. Ich schreibe diesen Eintrag vom Sofa deines Onkels aus (den du btw auch schon angestrahlt hast). Morgen lernst du deine Großmutter und deine Tante kennen, ĂŒbermorgen deinen Großvater und deine Urgroßeltern, und wir sind sehr gespannt, wie du das finden wirst. Noch immer bezauberst du nahezu jeden, der dich sieht. Heute waren wir in der Moritzburg, wo der Film "3 HaselnĂŒsse fĂŒr Aschenbrödel" gedreht wurde. Die meiste Zeit hast du geschlafen oder die Leute angegrinst, und ich vermute, du hast ne Menge EisprĂŒnge bei den Besucherinnen "deiner" Burg ausgelöst 😉

Seit einigen Tagen vermuten wir, dass du schon ZĂ€hne bekommst. Du sabberst wie ein Wasserfall, steckst dir quasi ALLES in den Mund, was sich unvorsichtigerweise in deiner Reichweite befindet und deine Windeln sehen aus wie mit Ogerrotz gefĂŒllt 😉 Letzte Woche hast du es in drei Tagen geschafft, zehn Windeln zu sprengen und ich hab aus lauter Verzweifelung erstmal neue Bodys gekauft. Außerdem hab ich heute gesehen, dass die oberen Eckzahnstellen ganz rot und geschwollen sind – ich bin gespannt, ob da bald ein Zahn kommt. Das wĂŒrde erklĂ€ren, warum du in letzter Zeit so an mir klebst… Ausgerechnet die EckzĂ€hne, meine kleine Fledermaus 😀

Jetzt fĂŒhle ich mich auch endlich in meiner Rolle als deine Mama angekommen. Es hat ne Weile gedauert, aber je mobiler du wurdest, desto besser konnte ich dich verstehen. Wir funktionieren immer besser zusammen – jeder von uns hat seinen Platz in dieser dreier Konstellation gefunden und unsere kleine Familie harmonisiert. Ach mein kleines großes schwarzes GlĂŒck – wir lieben dich sehr und sind so gespannt auf die nĂ€chste Zeit!

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