Von eigener Wahrnehmung (34+4)

Vor 15 Wochen, bei exakt 19+4, da sah mein Bauch so aus:

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Heute, 15 Wochen später, hat sich viel getan. Die Rundung ist größer geworden, der Bauch schwerer, der Nabel nicht mehr so tief. Und noch etwas ist passiert: ich verwandelte mich in ein Zebra 😉 Ein oftmals schnaufendes, unter Atemnot leidendes, nach dem Aufstehen erstmal nur winzige Trippelschritte könnendes Zebra.

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Ja, ich zeige hier ganz ungeniert meinen Bauch, der mittlerweile mehr als nur den einen Riss aufweist, den mir meine große Schwester neckischerweise gewünscht hat 😉 Mag sein, dass sich jetzt einige von euch peinlich berührt abwenden (hah! Wartet ab, bald blogge ich womöglich über schlimmere Dinge wie Schleimpropf, Wochenfluss und rissige Brustwarzen :-p ), mag sein, dass mich jetzt ein paar von euch für mutig befinden.

Tatsächlich hat es mich aber keinen Mut gekostet, diese Bilder zu zeigen. Um genau zu sein – mögen mich einige von euch ruhig dafür steinigen – fand ich mich noch nie in meinem Leben so schön wie jetzt grade. Das liegt zum Teil am Propheten, der jeden neuen Schwangerschaftsstreifen mit einem verträumten Lächeln begrüßte, zum anderen aber auch einfach an der Tatsache, dass ich mit deutlichem Übergewicht in die Schwangerschaft startete und es ungemein genieße, enge Sachen tragen zu können, ohne dafür blöde Blicke zu kassieren. Früher kamen mir die Blicke so vor: „seht euch die Dicke in den zu engen Sachen an“. Heute ist es eher „aaaaaw, seht euch die strahlende Schwangere an!“ 🙂 Mit jedem zugenommenen Kilo stieg auch mein Selbstwertgefühl,  und ebenso, wie die Zahl auf der Waage nach oben kletterte, kletterte auch mein Selbstbewusstsein in die Höhe.

Ich genieße die Schwangerschaft ungemein und ich bin sehr sehr gern schwanger. Mein Körpergefühl änderte sich extrem – klar nervt der Bauch, er ist riesig und groß und schwer und hinderlich und sorgt dafür, dass mein Herz regelmäßig aus dem Takt gerät (Memo an mich: über Wehwehchen bloggen), aber gleichzeitig sorgt er dafür, dass ich mich unglaublich wohl fühle. Rund, prall, mit Formen, die pures Leben ausstrahlen. Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll, ohne großartig esoterisch-spirituell-abgedreht zu klingen, aber im Grunde genommen ist es genau das: Weiblichkeit, Mutterschaft, Leben. Um mich auch später an dieses Gefühl zu erinnern, haben wir heute einen Gipsabdruck vom Bauch gemacht. (Die Geschichte, wie ich beim ersten Versuch bühnenreif in Ohnmacht fiel und dem Propheten damit einen Mordsschrecken einjagte, erzähl ich dann, wenn ich den Abdruck hier fertig zeige, ja?) Der zweite Versuch glückte dann aber:

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Je näher der Zeitpunkt der Entbindung rückt, desto nervöser sollte ich sein, könnte man meinen. Bisher habe ich keine Angst vor der Geburt. Ich weiß, dass das in mir steckt, dass ich dazu gemacht bin, Leben zu schenken. Momentan freue ich mich auf diesen Akt, der mir zeigen wird, zu was mein Körper in der Lage ist. Deshalb möchte ich so gerne auf natürlichem Weg entbinden. Ich vertraue darauf, dass mein Körper weiß, was er tut. Einige finden das vielleicht bekloppt, die Mehrfachmütter unter euch werden vielleicht lächelnd so etwas wie „gesegnet seien die Unwissenden“ murmeln und wieder andere stimmen mir zu. Hachjanun – muss ja jede(r) für sich selbst wissen, was und wie, ob Fotoshooting oder Gipsabdruck, PDA oder nicht, *setze hier ein, was immer du magst* Ich erzähl hier meine ganz subjektive Wahrnehmung, ohne Wertung für andere Wege. 🙂

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