.

Langsam lässt der Schock nach. Wir finden uns zurecht, suchen uns, warten. Hantieren wieder mit Kondomen und überlegen, ob ein hormonelles Verhütungsmittel nicht die bessere Wahl ist. Da jedoch die Wirkung durch das AB in Frage gestellt wird, bleibt uns nur die Verhütung durch das ungeliebte Kondom.

Bei den Nebenwirkungen, die im Beipackzettel auftauchen, bin ich ganz froh, unserem Kind das nicht anzutun. Bei dem Gedanken daran, dass es etwas Ernsteres als eine chronische Blasenentzündung sein könnte, dass es unter Umständen Krebs sein könnte, befällt mich Unruhe. Ich fürchte nicht um mein Leben, aber um das Leben unseres Kindes. Was ist, wenn es tatsächlich Krebs ist? Was ist, wenn dieser Krebs mich daran hindert, schwanger zu werden? Was ist, wenn man mich operieren muss, mich „ausräumen“? Und ich niemals Kinder kriegen kann? Wie bekloppt ist es, sich darum Gedanken zu machen?

Ein unerfüllter Kinderwunsch, so las ich kürzlich auf Twitter, muss die Hölle sein. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist die Hölle. Ich lebe seit 10 Jahren damit. Und auch eine chronische BE wäre schon schlimm genug – ich gehöre eh schon zum Risikobereich bei Schwangeren, die Blasenentzündung macht es nicht besser.

Warten.

Warten.

Categories: Dein Anblick

chronisch #2

(Das verkommt ja zum Jammerblog hier – aber momentan hab ich keinen andren Content, Advents- und Weihnachtsdeko gibts erst zum Wochenende, gebacken habe ich auch nicht und auch sonst ist ziemlich wenig los grad.)

Sagte der Arzt was von „mildem Antibiotikum“, „quasi die Kinderdosis“? Sagte er. Stimmt aber nicht. Fakt ist: laut Beipackzettel darf das AB „nur verabreicht werden, wenn effektivere und risikoärmere AB oder Chemotherapeutika nicht einsetzbar sind.“ (Ja, ich weiß, im Beipackzettel steht alles mögliche, weil die Hersteller sich absichern wollen, aber das Wörtchen Chemotherapeutika kam lustigerweise nicht mal ansatzweise in den Zetteln der andren AB vorher vor. Auch Langzeitnebenwirkungen wie Asthma, Lungenfibrose etc sind nur beim aktuellen Mittel zu verzeichnen – möchte ich wissen, was ich da genau schlucke?) Seit knapp einer Woche nehme ich das Zeug jetzt. Die ersten zwei Tage ging es gut, dann kamen migräneartige Kopfschmerzen, Müdigkeit, leichte Desorientiertheit. Die Migräne wich leichtem Kopfschmerz, dafür habe ich heute nacht nur 4 Stunden geschlafen, weil mir nach der Einnahme der Tabletten schlecht geworden ist. Heute morgen gehts einigermaßen – mal abwarten, wie sich das den Tag über so entwickelt. Glücklicherweise darf ich ab Samstag drastisch reduzieren und nehme dann nur noch eine Tablette am Tag. *yay*

(Und immer wieder kommt mir das Gespräch in den Sinn, in dem der Arzt sagte,  „das sei kein Krebs, aber“. Ein „aber“ nach „das ist kein Krebs“ will ich aber nicht, denn ein „aber “ nach „das ist kein Krebs“ ist grundsätzlich nicht gut. Sind sechs Wochen lang ohne Kontrolle nicht zuviel Zeit? Was, wenn sich da tatsächlich grad was bösartiges entwickelt? Schweig, Dramaqueen!)

Categories: Dein Anblick

Verbot

Es lähmt mich, darüber zu schreiben. Darüber nachzudenken. Offizielles Babyverbot bis zur nächsten Untersuchung. Was dann kommt, keine Ahnung, kommt darauf an, ob ich gesund bin.

In meinem Kopf hallt es immer wieder dubistkaputtdubistkaputtdubistkaputt

Ich bin enttäuscht. So sehr. Fühl mich von meinem Körper im Stich gelassen. Stehe neben mir und fühl mich…stumpf. Betäubt. Wir wollten doch so sehr ein Sommerbaby 2013. Wollten so schnell wie möglich ein Baby.

dubistkaputtdubistkaputtdubistkaputt

Ich weiß, dass es nichts Schlimmes ist (waswenndoch), weiß auch, dass es nur sechs Wochen sind, die wir jetzt warten müssen. Sechs Wochen. Eigentlich sollte es mir nach 10 Jahren doch leicht vorkommen. Gemessen an den letzten zehn Jahren sind sechs Wochen nur ein Augenblick. Nur. Es ist die Hölle.

Categories: Dein Anblick

chronisch

Du weisst du bist zu oft beim Arzt, wenn du perfekt und ohne einen Tropfen daneben gehen zu lassen in einen Plastikbecher pullern kannst. Heute dann also die Nachkontrolle beim Urologen. Und – Surprise, Surprise – mit der Probe war es nicht getan. Zehn Minuten später fand ich mich sehr zu meiner eigenen Überraschung mit einem schmalen Handtuch nur notdürftig bedeckt auf einer gynäkologischen Liege wieder, darauf wartend, dass die Betäubung meiner Harnröhre wirkt. In fünf bis zehn Minuten kommt der Arzt für die Blasenspiegelung, zwitscherte die durchaus nette Assistentin und liess mich allein. Links von mir ein Fenster, rechts von mir mehrere metallische Stäbe (gute 30 cm lang und für meinen Geschmack definitiv zu dick für meine Harnröhre) und über mir ein Mobile mit Flugzeugen. Mein Telefon lag dummerweise in der Umkleidekabine, sonst hätte ich jetzt hübsche Bilder von diversen Untersuchungsgegenständen bloggen können – allein, ich traute mich nicht, aufzustehen und es zu holen. Vor mir die Tür, die glücklicherweise geschlossen war. Nein, wohl fühlen ist irgendwie anders. Das wurde auch nicht besser durch die Tatsache, dass der Arzt das kleinste Untersuchungsinstrument (2mm) nahm und mich überschwenglich lobte, wie gut ich mitmachte.

Ende vom Lied: eine rötlich aussehende, gereizte und fett entzündete linke Blasenwand, 100 Tabletten Antibiotika (ich freu mich schon auf den Pilz. Nicht.)* und eine chronische Entzündung der Blase, die aber grade abklingt. Und eine weitere Spiegelung im Januar, wobei mir eventuell Gewebeproben entnommen werden müssen, sollte das bis dahin noch nicht abgeklungen sein. Dann besteht nämlich die reelle Gefahr, dass es sich um (eine Vorstufe zu) Blasenkrebs handelt.

Versteht mich nicht falsch, ich glaube wirklich nicht daran, dass es Krebs sein könnte und ich hab auch keine Angst, dass es dazu kommen könnte. Aber es ist ne Vorstufe oder kann dazu werden. Und auch wenns nix wirklich Schlimmes ist, auch eine chronische Entzündung wäre nicht gut, stünde sie doch der Erfüllung des Herzenswunsches sehr entgegen. Und das macht mich grad fertig irgendwie.

*zu deutlich? Pech gehabt, ich bin grad echt nicht in der Stimmung, hier auf irgendwen Rücksicht zu nehmen. Sorry for that!

Categories: Dein Anblick

Präventivmaßnahmen

Was man nicht alles tun kann, um schwanger zu werden… Ich wundere mich über mich selbst. Habe ich früher nicht heimlich den Kopf geschüttelt bei all den Maßnahmen, die manche Frauen so ergreifen, um schwanger zu werden? Rechnen und Vitamine schlucken und auf Stäbchen pinkeln um den Eisprung zu ermitteln und Temperatur messen und den Zervixschleim beobachten und…

Wenn man sich so durch Foren liest, kriegt man die unglaublichsten Dinger mit – da werden Temperaturkurven öffentlich gemacht, Eisprungkalender inklusive Fleißbienchen (die Tage, an denen man Sex hatte) sind einsehbar und es wird mit Ovulationstests orakelt, ob man schon schwanger sei.

Auf Webseiten liest man Unmengen an Tips, wie man schwanger wird: von Gewicht reduzieren ist die Rede, vom Sport treiben und von guter Ernährung. Sicher alles gute Vorschläge, aber auf einer Seite wird zum Beispiel erst an fünfter Stelle auch mal der Mann erwähnt O_o Die fruchtbaren Tage zu kennen ist natürlich ebenso wichtig wie die Stellung, und das Frau nach dem Sex bittedanke ruhig liegen bleiben müsse.

Ich dachte immer, schwanger wird man, weil man eben miteinander schläft. Ganz ohne große Wissenschaft drumherum. Wo bliebe denn sonst der Spaß? Und was mach ich jetzt? Lasse ein App für mich rechnen, benutze Ovulationstests und schlucke sowohl Folsäure als auch Vitamin E, zusätzlich noch B-Vitamine (der Prophet nimmt btw ebenso die Vitamine) und reduziere mein Gewicht.

Bekloppt, wie Ansichten sich ändern. Echt jetzt :mrgreen:

Categories: Dein Anblick