da tagte es

Achweh, –
Wird mich denn je
Ihr Körper, so vollkommen,
Weißer noch als Schnee
Durch die Nacht geleiten?
Er trügte meine Augen
Und machte mich glauben
Es sei das Mondlicht.
Da wurd es hell.

Die erste Strophe von Heinrich von Morungens „Owê, sol aber mir iemer mê„, das wohl schönste aller Tagelieder des Mittelalters und Teil meiner Bachelorarbeit. Ich untersuche Lieder der Gegenwart (um genau zu sein, untersuche ich Songs von Schandmaul, In Extremo, Faun und ASP) und versuche, Bezüge zum mittelhochdeutschen Tagelied herzustellen.

Das Tagelied singt von der Trennung der Geliebten am Morgen, singt von Heimlichkeiten in der Nacht und von verbotenem Tun. Eine Beziehung, die verheimlicht werden muss, eine Liebe, die nur gelebt werden kann, weil beide ihr Leben dafür aufs Spiel setzen, für ein paar flüchtige, aber so unendlich kostbare Stunden. Man findet das Konzept überall in der Lyrik, und spätestens durch Shakespeares Romeo & Juliet („es war die Nachtigall, und nicht die Lerche“) ist es allseits bekannt.

Ich bin fasziniert von diesen Liedern. Tatsächlich schwelge ich geradezu in der Sprache des Mittelhochdeutschen. Und so saß ich also am Wochenende bei schönstem Sonnenschein hier, las in meinen Texten und hatte Spaß dabei. Muss wohl das richtige Thema sein, hm? 😀

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