Neulich im Ghetto

Seit unserem Umzug wohnen wir im Randbezirk des Ghettostadtteils. Wir haben einen Supermarkt direkt vor der Tür, der dem Ghettonetto der Frau Nessy verblüffend ähnelt. Dieser Süpermarket ist des nächtens vollständig beleuchtet, ab 20 Uhr spätestens steht ein grimmig guggender Security-Mensch an der Kasse und ab und an kann man auch unsere Freunde und Helfer dort beobachten. Nicht immer sind sie dort, um sich mit Lebensmitteln einzudecken.

Der Prophet und ich wollten nur fix ein paar Kleinigkeiten besorgen, da sahen wir sie. Eine Gruppe erwachsener Männer umringte eine relativ müde wirkende Frau, die Haare unter einem Kopftuch verborgen, ein Kleinkind im Kinderwagen verstaut, das andere versteckt sich hinter Mutters Rockzipfel. Der Polizist (ebenfalls türkischstämmig, jaja, hier in Klein Istanbul wird eben Wert auf Integration gelegt 😉 ) versucht gerade, sich Gehör zu verschaffen, da keift die Frau ihn an:

„Aber er hast mich suerst angeschrien, kannstu jeden fragen!“

Der Polizist so: „Das mag ja sein.“ *kunstvolle Pause* „Aber er war schlauer – er war still, als wir reinkamen.“

Aufgepasst, liebe Kinder – hier im Ghetto kann man wegen Ruhestörung des Süpermarkets verwiesen werden.

Categories: Immer dieselbe Leier