heim

Übermorgen ist es soweit, der Prophet und ich ziehen in die gemeinsame Wohnung. In der letzten Zeit habe ich mich ziemlich rar gemacht, hier, bei anderen Blogs. Twitter und Facebook waren das Kommunikationsmittel der Wahl, das geht schnell und „zwichendurch“, das kann man auch nebenher.

Mitten in der Prüfungszeit umziehen war nicht unbedingt die schlauste Idee, die ich in den letzten Jahren hatte. (Mit dem Propheten zusammenzuziehen definitiv die schlauste, die ich den letzten Jahren hatte.) Es war und ist ziemlich stressig, neben dem Lernen für diverse Klausuren, dem „sich mit dem Prüfungsamt auseinander setzen“ und dem Umzug planen ist die Beziehungspflege ein bisschen in den Hintergrund gerückt – die Hochzeitsplanung gänzlich. Es war nicht einfach. Der Prophet arbeitet ja auch nicht hier, wir mussten also alles am Wochenende machen. Und so war die Zeit an den Wochenendne gefüllt mit organisieren, einkaufen und Listen schreiben. Nebenbei musste er seine Sachen packen.

Ich bin erstaunt, wie gut es dennoch lief. Abgesehen von den Reibereien, die in solch stressigen Situationen wohl auch normal sind. Ich bin erstaunt darüber, wie sehr wir in den Jahren unserer Freundschaft schon eine Streitkultur entwickelt haben – und wie neu dennoch alles ist. Wir wir uns in den kleinsten Dingen einig sind, von denen ich dachte, da müsste man doch sicher viel mehr diskutieren, uns dafür aber aneinander in Dingen reiben, die anderen gänzlich klar sind. Wir nähern uns an, lernen uns neu kennen, finden zu einer Einheit. Mehr und mehr.

Nun haben wir es fast geschafft. Sechs Monate vor der Hochzeit ziehen wir in ein gemeinsames Heim. Unser Heim. Und ich bin so stolz darauf, dass wir es geschafft haben, in zwei Wochen eine komplette Wohnung einzurichten. Komplett nach unseren Wünschen. Danke an Frau Wagnerwahn für diesen wirklich guten Tip: „Richtet euch von Anfang an so ein, wie IHR es wollt. Schließt keine Kompromisse, weil ihr es euch grad leisten könnt. Spart lieber auf das, was ihr wirklich wollt.“

Wir haben fast alles neu gekauft. Die Ersparnisse sind dafür drauf gegangen (vor allem, weil der Prophet auch noch ganz nebenbei meinen Semesterbeitrag überwies. Den letzten in meinem Leben wohlgemerkt.) aber wir sind so eingerichtet, wie wir es möchten. Wir haben gesucht, Preise verglichen und günstige Angebote gefunden. Und ich freu mich so sehr auf diese Wohnung. (So sehr, dass ich mich sogar auf seine bekloppte Katze freue. Ich bin ja mehr ein Hundefan, aber die Angstkatze und ich, wir werden uns schon arrangieren.)

Mein Weg ist jetzt so klar. Und es liegt eine Leichtigkeit in meinem Leben, die ich bisher nicht kannte. Eine Art Wissen, dass ich den mir bestimmten Weg gehe. Mit dem Mann, der an meine Seite gehört. Ich dachte früher so oft, mir läuft die Zeit davon. Ich fühlte mich getrieben, hatte Angst, etwas zu verlieren, dass ich gar nicht hatte. Jetzt ist da, wo ich nur Zeitdruck spürte, Geduld. Ich kann warten. Jetzt.

Ich hoffe, wenn der Umzug vorbei ist habe ich wieder mehr Zeit für meinen Blog, mein virtuelles Wohnzimmer. Bis dahin richte ich mich eben im Real Life ein :o)

 

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