„Ist das nicht einfach nur nicht mehr waschen?“

2012 wird das Jahr der Veränderungen bei mir. Zuerst die Verlobung, dann die Wohnung, im August ein neuer Nachname. Und so, wie ich mich innerlich verändere, und alles endlich den Kurs nimmt, den ich mir so lang erträumt habe, so verändere ich mich auch äußerlich. Massiv.

Schon im September zeigte mir der Prophet ein Bild von Bine aus der Dreadfactory – und ich war begeistert. Seitdem schwärmte ich davon, sah mir immer wieder Bilder an und konnte so manchen Dreadhead im November in Sachsen beim Regiotreff der Jesus Freaks live bewundern. An diesem Wochenende beschloss ich: das wollte ich auch. Genau das.

Die Reaktionen in meinem Umfeld waren geteilt: die einen fanden es doof, die anderen unterstützten den Plan. Ich ließ mich trotz aller Unkenrufe nicht beirren – und bin froh drum :mrgreen:

Vorab informierte ich mich gründlich über Herstellungsweise und Pflege (das erste, was ich lernte: ja, Dreads lassen sich durchaus waschen). Ich stöberte stundenlang in diversen Foren und auf Homepages, las mich darüber schlau, wie man die Haare dann am besten pflegt und fragte Bine so manches Loch in den Bauch 😉 „Ist das nicht einfach nur nicht mehr waschen?“ fragte mich ein Kollege und hatte dabei wohl eher schmuddelige abgeranzte Dreads im Hinterkopf. „Äh – nee,“ sagte ich, „das ist professionelles Verfilzen und ziemlich aufwendig.“

Letzten Sonntag war es dann soweit. Um zehn wurden wir von Bine empfangen und durften uns erstmal mit dem weltbesten Kakao (superlecker!!!) aufwärmen. Ich hatte mich Samstag schon von meinen langweiligen, platten Haaren verabschiedet (und dachte: ’na, eigentlich wars doch ganz schön so‘) und meine anfängliche Nervosität legte sich auch rasch. Es wurde ein extrem lustiger, gechillter Tag, der wirklich schnell vorbei war. Ich merkte die 10 Stunden eigentlich nur, weil ich am Ende trotz weichem Kissen nicht mehr sitzen konnte 😀

Bine zauberte 53 Dreads aus meinem Haar, und das obwohl sich laut ihrer Aussage die Haarmenge, die andere auf einem cm² haben, bei mir auf 4 cm² verteilen *g* Ich wusste aber auch vorher schon, das ich wenig Haare habe 😉 Sie war außerdem so lieb, mir meine Ponysträhnen zu verlängern, so dass ich jetzt auf eine Gesamtlänge von 50cm komme *freu*

Als die Dreads fertig waren, strahlte ich nur noch und fühlte mich – ja, endlich nach mir irgendwie. Eine Frisur, die zu mir passt. Ich hatte kaum Schmerzen und auch das Kopfjucken, vor dem Bine mich warnte, hält sich in Grenzen (heute, am zweiten Tag, fängt es langsam an.) Im Anschluss bekam ich noch einen kurzen Pflegeworkshop und Frisurentips wurden auch ganz praktisch angewendet ;o)

Heute dann die „Feuerprobe“ – was würden meine Kollegen sagen? Die Reaktionen reichten von „Boah, sieht das scharf aus!“ bis hin zu „Was hast du nur mit deinen Haaren gemacht!“. Überwiegend fielen sie jedoch positiv aus, sogar die beiden ehemaligen Friseurinnen, die in meinem Team arbeiten, haben ganz positiv reagiert. Natürlich war die erste Frage: „kann man das waschen?“ :mrgreen: Da konnte ich dann gleich Aufklärungsarbeit leisten *lach* (Bei der Gelegenheit die Frage: stimmt es, dass bei Bob Marley nach seinem Tod 14 verschiedene Insektenarten in den Dreads gefunden wurden? Das bekam ich heute dann gleich zu hören *hust* Meine Reaktion darauf: Naja, waschen sollte man sie halt schon…)

Zusammengefasst kann man sagen: ich hatte einen wirklich schönen Tag, wurde kompetent beraten und weiß, dass ich mit Fragen durchaus wiederkommen darf. Ich würde die Dreadfactory jederzeit weiterempfehlen. Und jetzt das wichtigste – Fotos!!! 😀

offen und ganz wuselig 😀

hübsch geflochten

und hochgesteckt mit schwarzer Feder für die Frau Federschwarz 😀

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