Nähkästchenplaudereien

Die Frau Anna möchte mir Geheimnisse entlocken. Kleine, schmutzige Details, die man der sensationslüsternen Meute vorwerfen kann. Und damit ich mich hier derart nackig mache, winkt sie mit einer Belohnung. 😉

Diesen hübschen Award hier bekomme ich von ihr – aber im Gegenzug dafür will sie Nähkästchenplaudereien. Na mal sehen, ob ich dem gerecht werden kann 😀

~> Meine erste große Liebe war ein Nachbarsjunge. Sein Vater war Soldat bei der US Army und er war für ein halbes Jahr bei uns stationiert. Ich sprach kein Wort Englisch und war noch keine 10 Jahre alt, aber das war mir egal. Ich war so verliebt in den schüchternen Jungen mit den großen schwarzen Augen und dem Wuschelkopf, dass ich richtig krank wurde, als sie wieder wegzogen. Drei Wochen lang litt ich höllischen Liebeskummer, der sogar so weit ging, dass ich die Auskunft anrief, um ihn zu finden. Dummerweise konnte die nette Dame am anderen Ende der Leitung mit dem Namen „Terrence“ nicht viel anfangen. *seufz*

~> Als Kind klaute ich einer Nachbarin mal ein paar Pfennige. Ich sagte es natürlich niemandem, aber das musste ich auch nicht. Meine Mutter bekam es raus, als ich weinend zu ihr ins Zimmer lief, weil mich in einem Albtraum ein paar Münzen versucht hatten, zu überrollen. Am nächsten Tag gab ich das Geld zurück und entschuldigte mich kleinlaut.

~> Hausarrest war nie eine Strafe für mich. Wenn ich Mist gebaut hatte, hieß es: raus mit dir, geh draußen spielen. Ich war der absolute Stubenhocker und saß am liebsten oben auf meinem Hochbett und las. Als es mal wieder so weit war, schmuggelte ich meine Bücher mit nach draußen: Ich nahm mir meinen Puppenwagen, nahm alles raus, legte ein buch unter die Matratze, legte die Puppe wieder in den Wagen, deckte sie fein säuberlich zu und ging „spazieren“. Später sah man mich auf dem Spielplatz, wo ich oben auf der Rutsche saß – und las.

~> Ich bin mal von meinem Verlobten als Komplizin für einen Einbruch genutzt worden, ohne es zu ahnen. Glücklicherweise glaubte der Richter mir, als ich erklärte, dass ich nichts von den Machenschaften meines an Kleptomanie erkrankten Freundes (wir verlobten uns erst, als er bereits in Haft war) wusste. Unglücklicherweise war ich damals nicht schlau genug, ihn gleich zu verlassen. Statt dessen hielt ich ihm während seiner gesamten Haftzeit brav die Treue. Drei Monate später verließ ich ihn, weil er mich mit seiner Mutter verglich. („Aber ich liebe dich! Ich brauche dich! Du bist wie eine Mutter für mich! Wenn du mich jetzt verlässt, dann kann ich mich auch gleich vor ein Auto werfen!“ Er sah nur noch eine Staubwolke von mir – und lebt, so weit ich weiß, heute noch.)

~> Ich liebe Baumärkte (das Grauen in den Augen der Verkäufer, wenn sie merken, dass das Frauchen allein ist. Und weiß, was sie will :D) und Do-it-yourself-Anleitungen aus dem Internet. Eine solche Anleitung hat mir mal den Klempner erspart, als mein Waschbecken hoffnungslos verstopft war. (Fragt nicht. Ich habe es irgendwie geschafft, den kompletten Siphon mit Orchideen-Erde vollzustopfen. Wie gesagt, fragt nicht.) Da mir das zu peinlich war, habe ich Tante Google befragt und den (das?) Siphon selbst ausgebaut, gesäubert und wieder eingesetzt. Der Vermieter hat bei der Übergabe nichts bemerkt :mrgreen:

Ich denke, das reicht dann auch. Wer mag, der darf sich das Stöckchen gerne nehmen – verdient habt ihr es eh alle 🙂

 

Categories: Trinklied

(k)Einbruch #Ende

Aus, schluss, vorbei. Die Sache hat ein Ende *yay*

Gestern waren wir in der Wohnung, haben ausgeräumt, was dem Propheten gehörte und dank Fusselrolle sämtliche Katzenhaare entfernt, die noch zu finden waren. Um 17 Uhr kam der Vermieter und die Wohnungsübergabe fand statt. Er guggte nicht schlecht, dass der Prophet eben nicht allein war, und noch dümmer guggte er, als er a) die sauberen Rollos und b) das Übergabeprotokoll sah.

Es waren halt Katzenhaare an den Raffrollos, die Fellnase hockt eben gern auf der Fensterbank. O-Ton Vermieter: Sind die neu? Ich so: Nein. Nur gesäubert. Ich verbiss mir ein höhnisches Grinsen, als er an den Rollos roch. Kein Witz! Dann blubberte er was von wegen, die Rollos wären ja komplett weiß gewesen von Haaren und bla. Der Prophet und ich dachten uns unseren Teil und nickten und lächelten und nickten und…

Wirklich Zeit, groß zu reden, ließ ich dem Typen dann aber nicht, scheuchte ihn quasi vom Schlafzimmer direkt ins Bad (Das Badezimmer! Da müssten sie noch nachsehen!) und von dort zurück in die Küche, zum Übergabeprotokoll. Bei dem Telefonat mit der Firma, die ja die Miete zahlt, klang das noch ganz anders. Übergabeprotokoll? Ach was, brauchen wir nicht, das geht doch ganz schnell *jovial tu*. Er hatte wohl damit gerechnet, das der Prophet nix dabei hat und vor allem, dass er allein sei. Da wir aber ja zu zweit waren, konnte der Typ nicht so, wie er wohl wollte, und ergab sich dann auch recht schnell seinem Schicksal. (Er so: Das ist ja perfekt vorbereitet hier. Ich so: *lächel* Ja. Ich hab sowas gern ordentlich damit du uns nicht noch mehr ans Bein flicken kannst du Arsch) Dann motzte er noch wegen dem Kühlschrank (angeblich sei der übergelaufen (???) und habe einen Wasserschaden verursacht. Man habe den ganzen Schrank ausbauen müssen, um das alles trocken legen zu können. – Nee, ist klar. Wir nickten und lächelten und nickten…) und den Stühlen, die hatten am billigen Kunstleder nämlich Schrammen abbekommen. Überlegen sie sich da was! *Versuch, einen Befehlston anzuschlagen* Ja, lächelte ich, klären sie das doch am Besten mit der Firma, die haben ja eine Kaution hinterlegt, da hat Herr Prophet überhaupt nichts mit zu tun.

Noch 3 Minuten Smalltalk, Protokolle unterschreiben (Drei? Ja, eines für sie, eines für mich und eins für die Firma, sagte der Prophet. Oh, ja, ist gut, sagte der Vermieter) und schwupp, waren wir draußen. Eine Stunde nervliche Vorhölle, aber jetzt ist endlich Ruhe.

Und alle so: YAY!!!

Categories: Kein Weg zu weit

Monk

Ihr kennt ihn alle, den Privatdetektiv Adrian Monk, oder? Etwas neurotisch, so umschreibt ihn Wikipedia. Ein wenig seltsam, so würde ich sagen. Nicht im „schlimmen“ Sinne, wohlgemerkt. Wir alle haben unsere Ticks und kleinen Neurosen. Ich hab mich gestern mit dem Propheten darüber unterhalten, als ich zufällig in die Serie reinzappte, und musste ein wenig in mich hineingrinsen. Ich hab durchaus auch „monk’sche Macken“ 😉

Zum Beispiel zähle ich Treppenstufen – aber nur, wenn ich die Treppen hinauflaufe. Runter geht ohne zählen. Und auch nicht alle Treppen – die bei mir daheim nicht, die auf der Arbeit dagegen IMMER.

Ich kann nicht schlafen, wenn meine Schultern nicht von der Bettdecke bedeckt sind – selbst im heißesten Hochsommer werde ich da liegen und mir eine Ecke der Decke über die Schulter ziehen.

Und wehe, meine Füße ragen über der Matratze hervor – geht gar nicht. Ob das so eine „Urangst“ aus Kindertagen ist? Die Angst vorm Monster unterm Bett?

Ich setze mich nicht auf Stühle, von denen kurz vorher ein Fremder aufgestanden ist, dessen Körperwärme ich noch spüren könnte. Das finde ich eklig. Wenn ich dagegen die Person kenne, ist es okay.

Und bei euch – was habt ihr für Macken und Neurosen? :mrgreen:

(Nur um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich möchte mich hier keineswegs über die Menschen lustig machen, die wirklich unter Zwangsneurosen leiden. Es ist schlimm, wenn man so unter den Dingen leidet, dass das eigene Leben erschwert wird. Neurosen sind nicht lustig, wenn man sie nicht steuern kann.)

Categories: Immer dieselbe Leier

Köln

Letztes Wochenende war ich bei einem feinen, kleinen Twitter/Bloggertreffen in Köln und bevor es ganz in Vergessenheit gerät, muss ich doch noch drüber berichten :mrgreen:

Freitag gings schon los, die liebe Feuerengel packte mich in ihre Mupfel und ab gings. Je näher wir dem Rheinland kamen, desto wärmer wurde es und Köln selbst empfing uns dann mit phantastischen 19°, Sonnenschein und T-Shirt-Wetter 😀 Im Hotel angekommen packten wir erst mal aus und mussten dann doch heftig grinsen – nicht weniger als 3 Smartphones, ein IPad und ein Netbook lagen auf dem Bett. Wir sind eben coole Mädchen – NerdMädchen 😎

Samstag trafen wir uns mit diversen Leuten zum Kaffee und „Menschenguggen“ und abends war dann die Party. Hach, toll wars, sehr lustig und ich hab viele tolle Menschen kennengelernt. Und lehrreich war es auch *grins* Ich bin um einiges schlauer wieder nach Hause gekommen:

– in Köln schiebt keine Frau den Kinderwagen selbst, das übernehmen IMMER die Männer. Es sei denn, die Väter haben grad das Kind auf dem Arm oder schwere Einkaufstüten in der Hand 😉

– Klischee-Kölner lassen sich wirklich leicht erkennen

– das römisch-germanische Museum ist immer eine Reise wert

– die Starbucks-Flächenabdeckung ist super – ein Becher reicht genau von einem Laden zum nächsten <3

– in Köln gehen meine Gothic Klamotten, in denen ich zur Uni gehe, durchaus als „fetisch-partie-tauglich“ durch (das war dann mein Highlight des Abends *grins* 😉 )

– wenn man Kölsch trinkt, muss man ganz schnell Pipi. Das liegt daran, das Kölsch quasi direkt durchgeht, da es keine Zeit benötigt, um Farbe und Geruch zu ändern 😛 (Im Ernst, Kölsch geht gar nicht.)

– Twitterparties machen Spaß, auch wenn man kein Netz hat 😉

Schön wars und ich freu mich schon sehr aufs nächste Mal!!!

Categories: Trinklied