Es geht aufwärts

Wo fang ich nur an? Die letzten Tage waren so vollgestopft mit positiven Dingen, das ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll mit erzählen. Das ging schon Donnerstag los, als ich mit dem Feuerengel beim Starbucks saß, mir der Wind meinen (fast leeren) Becher vom Tisch fegte und der nette Kellner mir postwendend einen neuen großen Kaffee brachte 😀 Das fand ich irrsinnig lieb, ich hätte den dummen Becher ja auch einfach festhalten können *hust*

Freitag war ich erst arbeiten und bin dann mit dem Zug zu meiner Schwester gefahren – mein Patenkind sollte Samstag eingeschult werden. Es war echt schön, die ganze Bande wiederzusehen, ich war wirklich lange nicht mehr dort (so lange, dass mein jüngster Neffe mich erst gar nicht recht erkannt hat *hust*). Viel zu lange. Ich war so erstaunt, wie groß die Kids alle geworden sind, der jüngste ich jetzt schon vier, die Älteste grad 12 geworden. Und was für eine pubertierende Göre sie geworden ist 😀 Aber eigentlich echt verständig – naja, ich hab ja auch den Bonus der coolen ausgeflippten Tante, wenn ich ihr sage „räum dein Zimmer auf“ dann ist das nicht so ein doofes Erwachsenen-Ding wie bei Mama *kicher*

(weils so lang wurde gehts nach dem Klick weiter)

Samstag hab ich meine Mama wieder gesehen. Nach fast zwei Jahren, in denen ich gar keinen Kontakt mehr zu ihr hatte. 2009 ist mein Papa gestorben und Mama hatte ziemlich schnell (sehr schnell. zu schnell.) einen neuen Freund. Dazu kamen viele andre Dinge, Worte, Taten, Missverständnisse (auch von meiner Seite aus) die dazu führten, das wir nicht mehr miteinander redeten. Allerdings nicht, weil wir es nicht wollten, sondern weil wir beide für uns dachten, die jeweils andre möchte das so. Ich dachte „Mama ist einfach weggezogen ohne mir die neue Adresse zu geben“ und Mama dachte „sie braucht noch Zeit wegen dem neuen Mann an meiner Seite, also warte ich ab“. Alles in allem ein absolutes Durcheinander. Aber wir wären nicht Mutter und Tochter, wenn sich das nicht klären ließe. Samstag sahen wir uns also, nahmen uns einfach minutenlang wortlos in den Arm – und mehr brauchten wir nicht, um das Verhältnis wieder herzustellen. ♥ Verletzungen, Missverständnisse, Risse im Herzen – who cares. Wie Frau Kassiopeia einmal zu mir sagte: „Man hat doch nur die eine Mama“. Eben. Und genau deshalb hat sie mir so gefehlt. Und ich bin so so froh, sie wieder an meiner Seite zu wissen. Und zu sehen, das sie glücklich ist. (Und unter uns: so übel ist der Neue an ihrer Seite gar nicht. Eigentlich sogar im Gegenteil. Ich mag ihn. Weil er Mama glücklich macht. Er war damals nur zur falschen Zeit am falschen Ort.)

Die Einschulung war übrigens auch ganz toll 🙂 Ein wenig nervig waren die schrägen Blicke wegen meines Outfits, aber was solls. Mein Neffe (8) erklärte mir, die Kinder hätten alle gesagt, das ich komisch aussehen würde. Als ich ihn dann aber fragte, ob ihm das peinlich gewesen sei und ihm erklärte, das ich mir das nächste mal auch ne Jeans anziehen würde, wenn er das besser fände (ich will ja nicht, das die Kinder da sich über meine nichten und Neffen lustig machen nur weil sie ne Gothic Tante haben) leuchteten seine Augen stolz auf und er sagte „Nö, das is ok so!“ Tja nun – sie nehmen mich eben so, wie ich bin, und geben nichts auf das Gerede im Dorf. Hoffentlich machen sie das später im Teenie-Alter auch noch so 🙂

Sonntag war ich dann ganz hibbelig, weil ich erfahren habe, das die DHL versucht hat, mir ein Paket zuzustellen. Was drin war? Dieses Schätzchen hier:

Seit Montag renn ich also nur noch mit dem Smartphone in der Hand rum – ich könnte stundenlang einfach auf dem Touchscreen hin und herscrollen *verliebt gugg* Montag war ebenfalls echt erfolgreich, ich hab mich mit dem Krieger getroffen zum Post abholen und er brachte mir einen Umschlag aus Bonn mit. Mein Bildungskredit wurde genehmigt und mir ist eine wahre Felswand vom Herzen gefallen. Meine Twittermädels wissen ja Bescheid, ich steckte ziemlich in Geldsorgen und hatte mir schon Plan B überlegt, um an der Uni nicht rausgeschmissen zu werden. Zusätzlich zum Bildungskredit habe ich mit Hilfe einer lieben Freundin mehrere Stiftungen um Unterstützung gebeten – die erste Absage ist zwar schon da, aber es fehlen noch ein paar Briefe 😉 (Ich danke dir von Herzen! *umarm*) Jetzt warte ich entspannt ab bis das Geld auf dem Konto ist, überweise meine Semestergebühren und alles ist gut. *puh*

Alles in allem geht es mir wieder besser. Ich finde mein Lachen wieder und sehe entspannter aus (das sagt zumindest der Krieger). Und ich rauche auch wieder weniger, was bei mir immer ein gutes Zeichen ist, das der Stress nachlässt.

Die Sache mit dem Krieger ist noch nicht vorbei. Im Moment hängen wir zwischen den Seilen, so mehr oder weniger. Wir reden viel, gehen miteinander um wie Freunde. Manchmal frage ich mich „willst du ihn überhaupt zurück?“ und dennoch vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke und ihn vermisse. Ich bin sehr gespannt, wie es ausgeht (Freitag haben wir ein Date) bin mir aber sicher, das es mich nicht umbringen wird, wenn wir feststellen, das wir lieber nur Freunde bleiben.

Ich bin ziemlich gelassen. Das hab ich zum großen Teil Gott zu verdanken (jaja grinst nur 😉 ) und zum großen Teil euch. Danke fürs da sein, fürs zuhören, fürs mich ablenken, für soviel. ♥

Categories: Frei