Starbucks

Eigentlich, so dachte ich, könnte ich hier ja ganz wunderbar die 2 Stunden Leerlauf heute überbrücken.

Netbook mitnehmen, Internet bekommt man im Starbucks ja auch, ich könnte ganz toll was für die Uni tun. (Ich mein, immerhin hab ich Kurse, in denen ich mal eben 30 Seiten oder mehr bis zur nächsten Stunde nicht nur gelesen, sondern möglichst auch kapiert haben sollte)

Eigentlich.

Uneigentlich sitze ich hier seit über einer Stunde und beobachte die Menschen.

Da ist der Asiate, der ebenso wie ich vor einem Netbook hockt – dabei aber wesentlich konzentrierter aussieht.

Da ist das junge Pärchen, befreundet, wo der Junge (Mann kann ich den beim besten Willen nicht nennen 😀 ) ganz offensichtlich zuviel Queer as folk gesehen hat. Schmalztolle, enge Jeans, eine karierte Bluse und ein so tuckiger Hüftschwung, das man sich unweigerlich fragt, ob der Junge sein Schwul-Sein nicht nur faked, um an das Mädel heranzukommen.

Am besten fand ich den Paris Hilton Verschnitt – original mit Pudel auf dem Schoß. Noch nicht alt genug für den Führerschein erzählt sie ihrem Begleiter, dass sie ohne ihre Schuhe und ihre Kleider auf einer einsamen Insel niemals überleben könne. Dann lenkt sie das Gespräch auf ihre Fußhupe, die natürlich stilecht mit rosa Halsband aus schmalem Leder, einem Collier aus falschen Brillianten und einem Halsband-Verschnitt mit Dreieckstuch behängt ist. Wenn schon, denn schon. Strahlend ruhen ihre Augen auf dem Tier, und sie erzählt ihrem Begleiter, wie toll es sei, den Hund zu füttern. „Das mach süchtig!!!“ quietscht sie, schiebt aber im selben Satz hinterher: „Es ist so schwer, Hundefutter zu bekommen. Trockenfutter soll es natürlich sein, aber ohne Getreide, und nur Lamm. Hunde sollte man generell nur mit Lamm füttern, das ist das Beste! Wildfleisch oder Lachs gehen auch, aber sie isst ja keinen Lachs“ endet sie ihren Redefall mit theatralischem Seufzen. Ihr Begleiter nickt und lächelt und pflichtet bei und erzählt von seinem tollen Job und lobt den Hund und will ganz offensichtlich den Pudel vom Schlafplatz im Bett des Girlies vertreiben. Sie bemerkt nichts davon, nimmt am Ende die Handtaschenalarmanlage auf den einen Arm, ihre Handtasche und die weiße Hundetragetasche mit den Sternchen in die andere Hand und verläßt den Laden.

Ich mag Starbucks.

Nur dort trifft man derart schräge Leute 😀

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