Luft

Ich habe das Gefühl, zu ersticken. Langsam. Die Nase verstopft, die Stimme ein bisschen rauh – eigentlich eine normale kleine Erkältung. Dazu dann aber heute abend Herzklopfen, als ob ich grad 100 Meilen gerannt wäre. Das in Kombi mit verstopfter Nase wirkt sich natürlich nicht so gut auf meinen Sauerstoffhaushalt aus -.- Alle 30 Sekunden atme ich tief durch, sauge die frische Luft regelrecht in meine Lungen um wenigstens kurz das Gefühl zu haben, genügend Luft zu bekommen. Eigentlich geht es mir wieder besser, ich niese nicht mehr so oft, ich greif nicht mehr so oft zum Taschentuch, Fieber habe ich auch nicht. Nur eben diesen beklemmenden Druck auf der Brust, als ob ein Alp dort hocken und sich richtig schwer machen würde. Heute also Nasenspray und Wärmflasche, und wenn das morgen noch so ist, melde ich mich fürs WE krank und geh inhalieren und bleib im Bett -.-

(und bestimmt hört sich das jetzt viel schlimmer an als es eigentlich ist, nur, es ist halt so verdammt unangenehm 🙁 )

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winterfestes Groupie

Mütter von kleineren Kindern wissen es sicher – alle Jahre wieder bekommt der allgemein bekannte Kaffeeröster, für den ich arbeite, Schneeanzüge. Und alle Jahre wieder beginnt ein heißer Run auf diese begehrten Dinger. (Scheinbar sind die wirklich gut)

Dieses Jahr gabs die große Enttäuschung – es wurde zu wenig geliefert. Das liegt nun nicht an uns direkt, eher am Hersteller, der zuwenig Anzüge zur Verfügung gestellt hat, aber letzten Endes müssen wir es natürlich ausbaden und unseren Kunden erklären.

So drehte sich denn heute auch jede zweite oder dritte Mail um diese vermaledeiten Anzüge, und von netten Fragen („kommen die noch mal rein?“) bis hin zu handfesten, fast schon beleidigenden Beschwerden („Sauladen, Frechheit!!! Wie kann das sein??? Warum kriegt ihr das nicht auf die Reihe??? Erklären SIE jetzt mal meiner Tochter, das sie nicht so angezogen werden kann wie ihr Zwilling, weil wir nur einen dieser scheiß Anzüge bekommen haben!“) war alles dabei.

Eine dieser Mails möchte ich euch nicht vorenthalten, weil die beschriebene Szenerie einfach ZU schön ist 😉

…Gestern hatte ich ein sehr unschönes erlebnis im Zusammenhang mit den von ihnen beworbenen artikeln. Ich selbst bin auch im Handel tätig und habe mir am Montag einen Tag freigenommen, um rechtzeitig vor einer ihrer Filialen zu stehen, um den Kinderskianzug für jungen Gr. 98/104 zu erwerben. Eine halbe Stunde stehe ich im Regen, was mir aber nichts ausmacht, da ich die 4. Kundin in der wartenden Schlange vor Ladenöffnung bin. Also freue ich mich, als die Türen geöffnet werden. Der Schock folgt sogleich: dutzende ältere Mitbürger „stürzen“ an mir vorbei, von einem normalen Ablauf kann hier nicht die Rede sein. Alle Kunden stürmen auf eine Mitarbeiterin zu (ich hatte echt ANGST um die kleine zierliche freundliche Frau) und ich stelle mich hinten an. Was bleibt mir auch übrig? Ich hatte nicht einmal Zeit, mich umzusehen, wo die Skianzüge eigentlich hängen. Bis ich verstanden habe, das es diese Anzüge von der verkäuferin nur auf Zuteilung gab, höre ich sie nur noch rufen, ja fast schreien, da sie sich berechtigter Maßen Luft machen mußte: „Es wurden keine Skianzüge für Jungen in der Größe 98/104 geliefert!“ Die Enttäuschung sitzt tief, das können sie mir glauben. Alle Kunden wurden auf heute, 10 Uhr in den Kaufpark XYZ verwiesen. Aber ich kann ja schließlich nicht schon wieder spontan einen Urlaubstag nehmen, zumal ich denke, das auch heute die Chancen sehr schlecht stehen, vielleicht einen Anzug zu ergattern. Woher weiß ich denn, wann in welcher Filiale ich noch einen Anzug erhaschen kann!?“

Zunächst muss ich sagen: liebe Kundin, es tut mir ehrlich leid. Und meine Kollegen und ich haben sehr bewundert, das du trotz allem noch mit soviel Humor schreibst. Vermutlich war das gar nicht beabsichtigt, aber wir haben sehr lachen müssen, allein der Gedanke, dass da 4 Leutchen brav 30 minuten im Regen an der Tür warten (als würden sie für Tickets für irgendein tolles Konzert campieren), um dann von einer Horde rüstiger Rentner überrannt zu werden, die einen Anzug fürs Enkelkind kaufen wollen 😆 Und dieser Ausspruch: „ich hatte wirklich ANGST um die Mitarbeiterin“ *Lachtränen aus den Augen wisch* Versteht mich nicht falsch, mir tut die Kundin wirklich leid, weil ich weiß, dass diese Anzüge sehr begehrt sind und wir wirklich zu wenig geliefert bekommen haben, und auch ich empfinde es als ein Unding, dass da teilweise nur zwei Exemplare pro Größe an die Filialen geliefert wurden. Aber diese Mail, die hat mir echt den Tag versüßt 😆

Und auch hier noch mal das dicke Sorry an alle Mamis, die ihren Kids Schneeanzüge kaufen wollten und keinen mehr bekommen haben: ES TUT MIR LEID!!!

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Für Kati

weil du so schön entsetzt gefragt hast „du strickst KÜRBISSE???“ 😉

ähm, ja, tu ich 😀

Beweisfoto? Bitte sehr 😉

(Ich finde ja, meine Webcam aus dem Netbook macht gar nicht so üble Bilder, wenn es draußen schön hell ist)

Plackerei, mit Nadelstärke 4,5 und total unregelmäßig gesponnenem Garn. Aber schön isser geworden *seufz*

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„§%§%&/%&(&/$/$!!!!!!!“

8:00 Uhr: Frau Federschwarz quält sich mit dickem Kopf und Schniefnase aus dem Bett. Der Morgen beginnt mies, die Nacht war mieser. Alle naselang aufgewacht, wirr geträumt und generell schlecht geschlafen.

8:20 Uhr: die Dusche wird nicht richtig warm – oder aber ich hab Schüttelfrost. Kann beides richtig sein.

9:15 Uhr: verdammt, mein Zug geht in 3 Minuten

9:18 Uhr: Durchsage, der Zug kommt verspätet, Frau Federschwarz steht im Regen mit Matschbirne am Bahnhof

9:55 Uhr: Auftritt Frau Federschwarz im Prüfungsamt der Universität – sollte schnell gehen, ich brauche nur eine Bescheinigung.

10:20 Uhr: yay, das Warten hat ein Ende, ich bin dran!!

10:22 Uhr: die Dame schickt mich drei Büros weiter, sie ist dafür nicht mehr zuständig. Frau Federschwarz fragt sich grübelnd, warum die Studenten das nicht irgendwo mitgeteilt bekommen, sondern dafür 30 Mintuen vor verschlossener Bürotür warten müssen

10:23 Uhr: Frau Federschwarz sitzt vor dem richtigen Büro und das Warten beginnt erneut.

10:50 Uhr: Ich bin im Büro. Der nette Mann da guggt mich verwirrt an und murmelt was von Akte verloren (WTF?????) und das ich im aktuellen Semester bei denen nicht als eingeschrieben geführt werde. Meine Einschreibebescheinigung für das aktuelle Semester brennt mir ein Loch in die Tasche und ich bin versucht, dasselbe auch mit dem netten Mann vor mir zu machen.

Fuck off – ich geh jetzt stricken, das soll ja beruhigen.

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Hundeleben

Das hier ist Ayka:

Ayka ist jetzt schon 10 Jahre alt. Sie war zwei, als ich sie ihrem Besitzer abgenommen habe. Damals war sie sehr verstört, sie ist nicht gut behandelt worden, wurde in der Garage gehalten, hatte angst vor Männern, war nicht stubenrein. Meine Schwester und cih wohnten damals nebeneinander und so war es für uns kein Problem, Ayka und deren Schwester Snoopy zu uns zu holen. Wir bauten ihnen einen schönen Zwinger auf dem Hof, sie bekamen eine Hundehütte und viiiieeeel Einstreu. Regelmäßige Spaziergänge waren natürlich auch drin 🙂

Stück für Stück wurde Ayka zutraulicher, zugänglicher. Musste ich sie teilweise regelrecht aus der Hütte „ziehen“ wenn noch jemand außer mir auf dem Hof stand, wurde sie im Laufe der Zeit immer lieber und verschmuster. Beim Spazierengehen sprang sie wie ein Hütehund um uns herum und wartete immer auf den letzten der Gruppe – im Gegensatz zu Snoopy, die immer und grundsätzlich vorne weg rannte und ihrem Jagdtrieb freien Lauf ließ. Ein halbes Jahr später vermutete ich, dass Ayka tragend war. Sie war beim Spazierengehen mit einem Rüden durchgebrann. Ich beschloß, das es an der Zeit wäre, die Hündin ins Haus zu holen – ich konnte sie ihre Welpen ja schlecht im Winter im Zwinger kriegen lassen… Also begann das Wagnis „wie macht man einen fast dreijährigen Hund stubenrein“. Es glückte und das Warten auf die Welpen begann. Welpen, die niemals kamen. Dachte ich erst noch, ok, Glück gehabt, dann war sie wohl doch nicht tragend, stellte sich später bei einem Arzt-Besuch heraus, das der Fötus in ihr abgestorben war und sie ihn abgestoßen hatte. (Zumindest erklärte mir meine Mutter das damals so.)

2003 zog ich fort und konnte Ayka nicht mitnehmen. Brummelte mein Papa zunächst noch, war für mich ganz klar, der Hund bleibt bei meinen Eltern – 3 monate später war es dann auch irgendwie Papas Hund, nicht mehr meiner *hust* Die „Hardcore-Heil-Methode“ für meinen Hund begann – denn meine kleine Schwester war in Ausbildung, hatet aber zwei kleine Jungs, die tagsüber bei der Oma waren. Mit 2 oder 3 Jahren hört man noch nicht unbedingt auf „Lasst den Hund in Ruhe“ und so gewöhnte sich Ayka schnell an kreischende Kinderstimmen, ziehende Kinderhändchen, Finger, die in Augen stupsen und an den Ohren zerren, müde Babyköpfe, die auf ihrem Bauch abgelegt wurden. Der Hund begann, es zu genießen und ich werde nie das Bild vergessen, wie sie einträchtig mit meinem Patenkind zusammen unter dem Tisch lag und seelig pennte.

Und nie hörte man von ihr auch nur einen Ton – Ayka ist kein Hund, der bellt. Lediglich am Anfang, als ich sie in der Wohnung allein lassen musste, bellte sie. Ich hab dann zwei kleine Kätzchen mitgebracht, da war das Bellen vorbei. Ayka pflegte diese Katzen den lieben langen Tag sehr liebevoll und lag sogar mit ihnen auf dem Sofa um sie zu säugen – bis sie nach drei Tagen merkte, dass da keine milch kommt und die Katzen ihr die zitzen kaputt bissen 😉 Bei uns daheim saßen schon Leute mit massiver Angst vor Hunden auf dem Sofa, und Ayka lag dahinter und rührte sich nicht. Betreffende Leute haben nicht mal gemerkt, das wir einen Hund haben.

Tja, und jetzt ist Ayka 10 Jahre alt. Und hat soviel erlebt, das es für 3 Hundeleben reicht. Misshandlung, Schläge, Liebe, Weggang des Frauchens, Besitzerwechsel, Kinder. Und jetzt steht wieder so ein Wechsel an – denn meine Mutter zieht im Dezember zu ihrem neuen Freund ins Ruhrgebiet. Hatte sie mir noch hoch und heilig versichert, das sie den Hund mitnehmen könne, hat sie mich dann heute angerufen und gesagt, daraus werde nichts. Sie dürfe dort keinen Hund halten. (ich persönlich vermute ja, dass das auf Wirken des Neuen hin passiert, aber naja, ich bin auch voreingenommen) Nur – ich kann Ayka hier auch nicht halten. Ich habe neben Studium und Arbeit keine Zeit und ich denke, meine Schwiegereltern wären auch nicht sonderlich davon erfreut, wenn ich ihnen neben der pflegeleichten Rennmäuse jetzt noch eine Hündin vorsetze, egal, wie pflegeleicht und leise diese Hündin ist. Also suche ich bis Ende des Jahres einen Platz, wo sie bleiben kann – denn das Gnadenbrot im Tierheim möchte ich ihr nicht zumuten.

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