schlechtes Gewissen

Weißt du, das ich ein schlechtes Gewissen habe, weil ich 2009 das letzte Mal mit dir telefoniert habe? Es überkommt mich immer mal wieder, dieses schlechte Gewissen. Es bleibt nie lange. Ich denke daran, wie es ist, zwischen dir und mir. Wie es sein sollte. Nicht so verkrampft, so auf der Hut, ständig darauf bedacht, nicht das falsche zu sagen. Du hast da weniger Hemmungen, scheint mir. Ich will dir nicht weh tun, du hast genug gelitten. Früher – da warst du taktvoller. Scheint mir. Aber früher war auch – anders. Da war dein Fels noch da. Jetzt treibst du im Strom des Lebens und klammerst dich an Strohhalme. Und du kommst vom Weg ab. Das rede ich mir zumindest ein. Denn wenn es das nicht ist, du nicht dorthin getreiben wirst, dann gehst du. Freiwillig. Und kehrst allem, was vorher war, den Rücken. Das macht es so schwer im Moment. Ich kann nicht mit dir reden, weil ich mich fürchte, Dinge zu sehen, die ich nicht sehen möchte. Sachen zu hören, die ich nicht hören möchte. Die meine Wunden aufreißen – und wenn das geschieht, werde ich nicht aufhören zu bluten. Und so kehre auch ich dem Geschehenen den Rücken – nicht weil ich nicht will, sondern weil ich mich nicht damit beschäftigen kann. Und so weine ich nachts oder unter der Dusche heimlich um all die ungesagten Worte – zwischen dir und mir.

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Von einer, die auszog

die Angst abzulegen

Heute vor einer Woche hatte ich mal wieder ein Date mit meinem Lieblings-Halbgott in weiß. Nur das der blau trägt – aber das nur nebenbei. Um 12 Uhr war Termin, und da bei uns im Moment ja so ein Bahn-Chaos herrscht (die Züge kommen in den seltensten Fällen pünktlich, meistens unpünktlich, manchmal auch gar nicht) bin ich schon früher hingefahren und wanderte noch ein wenig im Einkaufszentrum in der Nähe der Praxis herum. Kurz vor 12 war es dann soweit – ich betrat 4 Wochen nach dem letzten Termin die Praxis. DIE Praxis, die ich mich im November noch weigerte, zu betreten und die ich Anfang Dezember unter Tränen wieder verließ. Ich lächelte, ich war locker, ich war regelrecht beschwingt. Nahm im Wartezimmer Platz, ließ mir die Zeit nicht zu lang werden, wurde dann ins Behandlungszimmer geführt. Den Raum kannte ich noch nicht, es war das „Kinderzimmer“, viele Kuscheltiere mit riiiiiesigen Zähnen, eine tolle Unterwasser-Posterwand mit Walen und Delphinen und Bildern an der Decke. 100 Katzen und eine Maus  – leider habe ich die Maus ziemlich schnell gefunden 😉

Der Zahnarzt kam, gab mir eine Spritze, ich zuckte weg. Nach 4 wochen Zahnarzt-Abstinenz wohl irgendwie kein Wunder. Danach war dann alles gut. Er lächelte, als er meinen Mp3-Player sah und scherzte – das nächste Mal bringen sie Boxen mit, dann haben wir alle was davon 😉 Fragte interessiert, was ich denn höre (KorRn – Hauptsache laut. Dachte ich – tatsächlich ist es eher das unplugged-Album selbst, das mich fliegen läßt – aber dazu später ein eigener Beitrag.) und zog dann fragend die Augenbrauen hoch, als ich den Namen der Band nannte. Dann befreite er meinen oberen Schneidezahn von den Gebrüdern Karies und Baktus – die hatten sich auf der Vorderseite nämlich ein hübsches braunes Nest gebaut. Und während der Bohrer so sirrte und summte, das Kreischen Amy Lee bei „Freak on a leash“ einfach mal mühelos übertönt – da merke ich, das ich mich entspanne. Ich drehe den Player lauter und schließe die Augen, lasse mich tragen. Und bin im Nachhinein ziemlich fasziniert. Nicht nur davon, wie die Musik mich entspannt, sondern auch davon, das meine Angst sich wohl irgendwann dachte, ist ja langweilig mich zu quälen, wenn ich nicht mehr reagiere. Und hinterher gugge ich erstaunt in den Spiegel, sehe nur noch schöne Zähne und merke – ich bin nicht mehr angespannt und nervlich am Ende.

Daher war ich heute dann auch ziemlich entspannt, als es an das Schleifen der Zähne ging. Eigentlich war der Termin erst um halb 1, wurde dann aber spontan vorgezogen, weil ein anderer Patient einen Termin abgesagt hatte. So kam es, das heute um halb acht mein Handy klingelte – meine Zahnarzthelferin war dran und fragte mich, ob ich nicht schon um neun? Kurz nachgedacht, duschen und Zug erwischen, passt schon sollte grad so klappen. Der Zug war auch ausnahmsweise mal pünktlich – hatte dann aber am Ende doch 17 Minuten Verspätung, weil wir irgendwo auf den Gleisen kanpp 20 Minuten rumstanden – wegen einer Signalstörung. *seufz* Gott sei Dank traf ich Abraxa am Bahnhof, die mir widerrum ihr Handy lieh, sodass ich wenigstens Bescheid sagen konnte. 20 nach Neun betrat ich dann die Praxis, wartete noch 10 Minuten und dann kam auch schon der Doc. Der setzte dann vier Spritzen ( „nett ist anders, ich weiß. ganz ruhig bleiben, sie machen das suuuuuuper, da zucken ganz andre Patienten einfach mal so weg“ – ich kann das mittlerweiel schon mitbeten im Geiste 😉 ) und dann hieß es warten. und warten. Schon mal zwei Abdrücke machen – uärghs, ich hatte das letzte Mal so mit 11 oder 12 diese Masse im Mund und der Geschmack hat sich in der Zwischenzeit nicht wesentlich verbessert) und dann – warten. Zwischendurch kam der Arzt, steckte lächelnd den Kopf durch die Tür „ich-hab-sie-nicht-vergessen“ und schwupps weg war er wieder. So langsam hatte ich Sorge, das die Betäubung nicht mehr wirken würde, bis er wieder da war. Aber bevor ich mich zu sehr reinsteigern konnte, war er wieder da, fuhr mich fast über Kopf mit seinem Sessellift und legte los. Was soll ich sagen – angenehm ist anders. Aber ängstlich sein auch. Also so ein Mittelding zwischen ergeben mit sich machen lassen und sich freuen, das es weiter geht. (Vielleicht kommt mir die Tatsache, das ich eben auch Sub bin und mich da einfach schnell in eine dienende Haltung begeben kann, doch ziemlich zu gute – ich kann mich da schnell in was reinsteigern was mir hilft, unangenehme Dinge zu ertragen.) Das Schleifen war – anstrengend. Zwischendurch merkte ich, wie ich anfing zu zittern – keine Ahnung, ob das die Anspannung der Nerven war oder einfach weil mir auch ein wenig kalt war. Angst war es jedenfalls definitiv nicht. Ausgelaugt war ich dennoch, als ich fertig war. Hat auch ziemlich lang gedauert diesmal, 4 Spritzen, 3 Abdrücke, 2 abgefräste Zähne – und eine Erkenntnis reicher:

Ich habe keine Angst mehr!

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zweiraumwohnung

Ich habe gestern den Wohnraum der Mäuse erweitert und ihnen mein 80cm Becken noch mit dazu gestellt. Sie genießen es, auch wenn Veeshan sich bisher noch nicht rüber ins andre Abteil getraut hat – spätestens, wenn sie merkt, das es Wasser nur noch „drüben“ gibt, geht das ganz schnell. Lustigerweise war es ausgerechnet die sonst so schüchterne Gomorrha, die den ersten Schritt gewagt und sich durch den komischen gelben Schlauch da getraut hat. (Dieser Schlauch…oh dieser Schlauch…) „Ich brauche ein Drainagerohr“ sagte ich zum Mann neben mir. Vorgestellt hatte ich mir einen etwa 1,5 Meter hübsch biegsamen gelben Plasteschlauch mit ungefähr 5cm Durchmesser. Bekommen hbae ich ein knapp 2,5 Meter langes, 10cm breites behaartes (da mit Kokos umwickeltes) Schlauchkrakenmonster. Naja, nach der „Rasur“ und mit ein wenig amputieren ging auch das und ich hatte eine Verbindung zwischen meinen beiden Aquarien. Mittlerweile habe ich mich mit dem Schlauchmonster auch abgefunden, denn in 10cm wird es relativ schwierig, sich dahinzusetzen und niemanden mehr durchzulassen – und das traue ich zumindest Sodom durchaus zu. Die markierte nämlich gestern schon alles auf dem „Spielplatz“ als MEINSMEINSMEINS und als dann Gomorrha dazu kam ging das fröhliche Gerangel los. Als ich dann Veeshan schnappte und sie auf den Spielplatz setzte (frei nach dem Motto – gugg doch mal, hier ist doch nix) wurde diese dann auch fleißig besprungen und markiert – meinsmeinsmeins eben. Glücklicherweise ist aber Veeshan wieder Chef im ring und läßt sich das nicht allzu lang gefallen 😉 Und wer auf mehr klickt, der bekommt auch ein paar Bilder…

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die Zahnbehandlung

kann übrigens weitergehen!!!

Mein Heil-Kosten-Plan (die Höhe war vierstellig *hust*) trudelte heute in der Hobbithöhle ein. Er ist bewilligt worden. Das allein ist schon mal ziemlich gut.

Besser ist aber, das mein Härtefallantrag auf Übernahme der Kosten ebenfalls bewilligt wurde *freu*

Das bedeutet, wenns blöd läuft, muss ich 200 Euro plus Materialkosten für das Edelmetall zahlen, wenns gut läuft dann nur Materialkosten für Edelmetall. (Wenn überhaupt Metall verbaut wird)

Aber da ich bei der Regelversorgung bleibe wirds wohl ziemlich günstig für mich werden, wenn ich überhaupt zahlen muss…

Am Mittwoch mal meinen Zahnarzt fragen – Kinder, ich freu mich 🙂

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