Alles eitel Sonnenschein

Manchmal, wenn ich mich so in Klein Bloggersdorf rumtreibe, dann fühl ich mich wie früher auf dem Schulhof.

Die Hexenprinzessin beschreibt es treffend – Plüschkrieg in Klein Bloggersdorf.

Schon faszinierend, wie ein Eintrag die eigene Meinung darlegt und damit quasi einen Bürgerkrieg auslöst. Da wird gestichelt ohne Ende und man erkennt Stutenbissigkeit, soweit das Auge reicht.

Übermutter vs. Rabenmutter.

Wenn man den Kommentaren glauben darf, geht das ungefähr so:

Wer happy ist und das bloggt, der lügt und zeigt ja nur die halbe Wahrheit. Und wer unglücklich ist und das bloggt, der hat sein Leben nicht im Griff und macht das ja eh nur alles, weil man auf Leserfang ist. Authentisch kann man nur sein, wenn man eine Linie treu verfolgt – und überhaupt glaub ich eh nur mir und eventuell noch denen, die ich persönlich kenne und der Rest – der lügt halt oder ist auf Leserfang…

Wer nicht immer selbst gemachte Breichen verfüttert und seine Kinder nicht in jede stattfindende Krabbelgruppe bringt, der ist ne Rabenmutter und hat ein schlechtes Gewissen verdient. Und die, die das tun, die erzählen eben nur, das sie mit ihren Kids ja soooo viel gemacht haben und die unangenehmeTeil des Lebens, etwa ein Streit mit dem Gatten weil ob der Bespaßung der Kinder die Wäsche liegen geblieben ist, der fällt weg und wird nicht gebloggt. Obwohl – was so ne richtige Übermutter ist, die schafft das ja alles mit links, Kinder, Haushalt, Beruf 😉

Mädels, gehts noch?

Ich komm mir vor wie auf dem Schulhof vor 15 Jahren!!!

Die eine Clique vertrat den Standpunkt, die andre Clique den Standpunkt und das Nebelkind war mittendrin, tappte mal hin, mal her, fand nirgends richtig Anschluß weil es nicht mitlästern wollte und verkroch sich daraufhin hinter einem guten Buch und ward nie mehr gesehen.

Und bei alldem Fröhlichkeitsstaub und den Regenbogenherzen auf der einen Seite und den Gewitterwolken und dem Donnergrummeln auf der anderen Seite darf man natürlich Weihnachten nicht vergessen. Da herrscht dann wieder Friede Freude Eierkuchen und alle machen mit, beim Wichteln und beim Aktionen machen und hier Schnickeldi und da Brimborium.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe das ja, das Wichteln, die Aktionen, der Schnickeldi und das Brimborium. Wie ich bei Josili schon schrieb, ich hätte dieses Jahr sogar genug Zeit, mitzumachen – aber mir scheint, auch hier läuft es wie auf dem Schulhof. Man kennt die Leute, die das tun/erfüllt die Voraussetzungen (wie beim Kinder bewichteln)/ist schnell genug, sich anzumelden und kann mitmachen – oder eben nicht. Und wenn man sie nicht kennt, dann kriegt man auch nicht raus, wo Aktionen laufen und wo man was machen kann.

Und bevor man was falsch macht oder im Weg rumsteht, verzieht man sich dann lieber an den Rand – mit nem guten Buch – und guggt zu und läßt die andren machen.

Ich für meinen Teil hab da scheinbar nicht so direkt den Anschluß – auch das wie früher auf dem Schulhof.

Manchmal finde ich das schade, wenn ich zum Beispiel merke, das doch eher wenig Resonanz auf einen Eintrag kommt. Ich schreib ja schließlich hier nicht nur für mich selbst, das könnte ich dann auch in nem Tagebuch tun. (Schreck lass nach, eine Bloggerin, die NICHT nur für sich selbst schreibt UND das auch noch öffentlich zugibt – straft sie!!!) Ja, ich gugge in meine Statistiken, ja ich stöber auch ab und an mal rum, ob ich auf irgendwelchen Blogs verlinkt bin – mal ehrlich, wer tut das nicht? Schreibt ihr alle nur für euch? Überblogger vs. Rampensau? 😛

Manchmal jedoch find ich es auch gut, das ich meine Ruhe habe – dann hab ich nicht den gefühlten Druck von „Ich muss jeden Tag, minimum aber jeden zweiten Tag einen Blogeintrag schreiben, der pädagogisch sinnvoll und politisch korrekt ist, aber dennoch mich und mein Empfinden ausdrückt“.

(und nun – keksigt mich für meine Aussagen – dann muss ich selbst keine Plätzchen backen 😛 )

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