Fieser Trick

Samhain  war wirklich sehr sehr schön – mit Freunden dagesessen, geredet und gesungen. Einen Teller mit Kuchen für meinen Papa nach draußen gestellt (er mochte doch Schokokuchen so so gern), in die Kerzenflamme gestarrt. Für Papa eine Zigarette geraucht, den Mond angestarrt und mit Papa geredet – und noch mehr gesungen. Den ganzen Abend lang sein Feuerzeug in den Händen gehalten und damit herumgespielt – es war so kalt, so kalt…

Ohne dich von Rammstein gewünscht und bekommen…

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Das konnte ich ja noch ganz gut ab, das hab ich mir ja schließlich selbst gewünscht und konnte dabei ein bisschen Abschied feiern…

Aber dann kam er, ganz zuletzt, kurz vorm Aufbruch schlich er sich ein, der fiese Trick:

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Ich vermisse dich Papa!

Categories: Frei

Tumor

Nachdem ich heute das zweite Mal beim TA war steht es wohl fest – Veeshan hat nen Tumor in der Ohrmuschel 🙁

Die Frage ist jetzt natürlich, ist er gut – oder bösartig? Lass ich sie operieren?

Letzte Woche war ich schon mal bei der Ärztin und sie gab Veeshan ein Antibiotika (für Kenner: Baytril 2,5%) – davon hab ich ihr jeden Tag 0,04ml verabreicht. Die Ärztin war erst nicht sicher, ob es ein Abszess oder eine Entzündung ist oder eben ein Tumor. Jetzt nach einer Woche ist sie relativ sicher, das es wohl doch ein Tumor ist. Eine Entzündung wäre durch die Gabe von AB ja auch abgeklungen – obwohl sie meinte, das der Allgemeinzustand von Veeshan heute besser ist als vor einer Woche. Von daher soll ich ihr den Rest vom Baytril den ich noch hier hab ruhig erst mal weiter geben und dann beobachten ob die Wucherung weiter wächst oder nicht.

Richtig tief im Gehörgang ist die Wucherung noch nicht, und sie meinte auch, das was quasi von außen „reinwächst“ ist leichter zu operieren als das, was von innen nach außen wächst. Sie meinte allerdings auch, das eine OP schwierig ist – mit dem Skalpell kommt sie da so nicht ran, und unter Umständen würde Veeshan die Ohrmuschel verlieren. Zudem hat sie schon oft erlebt, das nach einer OP, wenn nicht alles entfernt werden kann und der Tumor bösartig ist, das das Ding dann schneller wächst als hätte man da nix dran gemacht. Es muss also gelasert werden, rausschälen würde sie es, und auch dabei ist dann vielleicht das Ohr weg. *seufz*

Veeshan ist erst rund 2,5 Jahre alt. Ihre Wurfgeschwister (ich weiß nicht sicher, ob es wirklich Schwestern waren, ich hab die zu dritt aus dem Tierheim geholt, da sie aber alle gleich groß waren und zumindest eine auch aussah wie Veeshan geh ich mal davon aus das die auch aus demselben Wurf kamen) sind mir innerhalb kurzer Zeit erst kürzlich an Herzversagen/Lungenentzündung gestorben. Und bei Xegony war die Tierärztin ganz klar der Meinung, das Herz sei ganz arg schwach gewesen. Jetzt weiß ich natürlich nicht, war das Herz so geschwächt von der Lungenentzündung oder war das Herz vorher schon schwach? Und hat Veeshan das auch?

Wenn sie ein schwaches Herz hat, dann verträgt sie die Narkose nicht so gut. (Zumal das eh ein Risiko ist bei so kleinen Nagern.) Andererseits ist sie noch ziemlich fit und 2,5 Jahre ist ja kein Alter für so ne Maus. Sie schläft zwar mehr in letzter Zeit, aber ich nehm mal an, das Sodom und Gomorrha, grade 8 wochen alt, sie einfach auch mehr fordern – die fangen eben jetzt an, ihre Grenzen auszutesten. Ich bin hin und hergerissen 🙁

Kostenpunkt wäre so zwischen 60 und 80 Euro – und das ist für mich einfach auch viel Geld. Ich muss noch so einiges abzahlen und da ist Geld knapp bemessen bei mir und dementsprechend rechne ich natürlich auch. Ich kam mir so schäbig vor, als ich gefragt habe, wie teuer ne OP sei  *heul*

Ach man, ich weiß auch nicht. Eigentlich würd ich sie gern operieren lassen, andererseits wenn das ding bösartig ist und die Ärztin nicht alles entfernen kann dann wuchert der Rest vielleicht doppelt so schnell…

Categories: Frei

Papa

Pünktlich zum vierwöchigem Todestag meines Papas sind auch die Zahnschmerzen wieder da und ich weiß endgültig, das die nur von der Psyche herrühren.

Freunde und Kollegen fragen mich, wie es mir geht, sehen mich bewundernd an „du steckst das alles so gut weg!“ und reden mit mir über das Thema, als ob es sich um den Tod eines entfernten Verwandten oder eines Schauspielers handelt. Bzw – ich rede so mit ihnen. Und tatsächlich fühlt es sich auch so an – wie irgendein bekannter Schauspieler, oder ein aus der Boulevard-Presse bekannter Promi. Ihr wißt schon, der Michael, der gestorben ist, der Patrick, der nach langer Krankheit endlich erlöst wurde, der Vater von der Federschwarzen, der Mann, der sich so sehr für andere engagierte. Der so tief im Dreck saß damals und der mit Hilfe seiner Frau von der Flasche wegkam. Der seine Kinder dazu erzog, ganz öffentlich dazu zu stehen und der sich auch überregional als Suchthelfer betätigte, um anderen Menschen dieses Los zu ersparen. *klick* hier ein foto, *zap* da ein Blitzlicht.

Mein Vater war viel unterwegs für den Verein, diese Sache war ihm so wichtig. Ich weiß noch (oder vielmehr, es wurde mir erzählt, ich habe kaum Erinnerungen an meine Kindheit, die tauchen erst mit 14 oder so auf und auch dann erst, wenn ich wirklich nachdenke) ich war 11, da machte ich meinem Vater ein Kompliment, das er noch Jahre später stolz wiederholte, wenn er mit Süchtlingen sprach. „Papa,“ sagte ich, „Papa, seit du nicht mehr trinkst ist es viel schöner, mit dir zusammen zu sein.“ Er meinte immer, das ging damals runter wie Öl.

An eine Geschichte erinnere ich mich jedoch genau – das Zauberhemd. Es ist nämlich so, das ich auf Silvester Namenstag habe. Und als Kind dachte ich immer, die ganze Welt feiert meinen Namenstag mit bunten Lichtern, Böllern und Raketen. Ich hatte herrliche Namenstage, vor allem, weil mein Papa ein Zauberhemd besaß. Dieses Hemd hatte er natürlich auch während der anderen 364 Tage im Jahr an, aber nur an Silvester entwickelte es seine eigene, ganz spezielle Magie. Dieses Hemd konnte nämlich Geld wechseln. Tat man am Anfang des Abends ein paar Münzen rein, konnte man während des Abends immer mal wieder nachsehen, und jedesmal, wenn ich nachsah, war ein anderer Geldbetrag drin. Mal etwas mehr, mal etwas weniger. Und das, was Punkt Mitternacht in der Tasche des Zauberhemds meines Papas war, das durfte ich behalten.

Die Menschen fragen mich, wie ich das so gut wegstecke, das mein Papa tot ist. Die Wahrheit ist, er ist nicht tot. Ich will nämlich nicht wahrhaben, das er tot ist. Wenn er nämlich tot ist, dann bin ich allein. Meine Mama ist dann allein. Meine Schwestern auch. Und all die Menschen, deren Leben mein Papa im Laufe der Jahre beeinflusst hat.

Vor einem Monat war sein Todestag, und ich gebs ehrlich zu, ich musste tatsächlich erst mal im Blog nachsehen, wann ich heim gefahren bin, so gut bin ich im Verdrängen. Es war ein Mittwoch, das weiß ich genau, aber das verdammte Datum wollte mir auf Anhieb wirklich nicht einfallen.

Ich war schon immer gut darin, Sachen zu verdrängen. Der Schmerz über den Tod meines Papas tummelt sich jetzt hübsch verpackt im Keller meiner Seele (gell, das klingt so hübsch pathetisch), dort, wo ich auch die Erinnerungen an den Mißbrauch und die verkorkste Kindheit vergraben habe, jene kleinen bunten Bildchen, Gefühle und Empfindungen, die ich oder das Kind in mir nicht tragen konnten und zeitweise noch immer nicht tragen können. Erinnerungen an den gelben Riesenblock der Justizbeamtin, auf dem sie meine Aussage aufnahm, gepaart mit dem Mobbing in der Schule Jahre später tanzen da einen lustigen Ringelreigen, bunt durchmischt von Bildern, wie wir die Flaschenverstecke der Männer des Hauses ausräumen.

Ich weiß, das jetzt wieder einige meiner familie aufschreien wenn sie das hier lesen, denn schließlich spricht man nicht schlecht über Tote – und ich wollte das hier auch gar nicht zu einer Tirade über Alkoholmißbrauch ausufern lassen. Von daher, bitte spart euch die bösen Kommentare/Mails/Gedanken, ich denke, ihr und ich, wir wissen schon, das ich es nicht böse meine, sondern von meinem Papa einfaach so erzogen worden bin. Er hat seine Krankheit nicht versteckt, er hat sie überwunden und es war ein Teil seines, unseres Lebens, der einfach nicht wegzudenken ist – warum auch, mein Papa war ein Held!

Und irgendwann werde auch ich begreifen, das er wirklich nicht mehr da ist, das er nicht wiederkommt, das sein Körper begraben ist und ich ihn nie wieder sehen werde, sein glucksendes Lachen nie wieder hören werde, seinen Duft nie wieder riechen und seine Wärme nie wieder spüren werde.

Und bis ich das begriffen habe werde ich mich weiterhin leise fragen, ob du nicht einfach wiederkommen kannst, Papa – bitte!

Categories: Frei

Kleine Zeitreise

Dies hier ist mir heute morgen „ganz zufällig“ über den Weg gerannt – eine meiner alten CD’s hat es ins Autoradio geschafft *flöt* verdammt lang ists her… 1997 erschienen katapultiert es mich gradewegs in meine pubertierenden Jung-Mädchenträume. Ordnerweise jeden Fitzel, der irgendwo erschienen ist, habe ich gesammelt, und die Poster konkurrierten mit denen von Take That und Caught in the Act (DIE Lieblingsband meiner Schwester damals) um jeden Zentimeter Wand im Kinderzimmer. Ich war verdammt stolz, als mein Tantchen (liebe Grüße, du warst schon immer eine coole Tante, aber dafür hab ich dich damals echt geliebt *lach*) mich und meine Cousine mit zu einem Konzert nahm und sich stundenlang unser Gekreische, unser Singen und unser Geheule, das es schon vorbei ist nach dem Konzeert anhören durfte. Meterweit weg sah man kaum die Leinwand, aber das war egal, wir waren dabei, wir haben sie live gesehen :mrgreen: Und wei, war ich verschossen in Nick *lach* (zu meiner Verteidigung, Howie war auch toll *gg*)

Hach ja – good old Memories…

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Categories: Frei